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Birken, Sigmund von: Die Fried-erfreuete Teutonje. Nürnberg, 1652.

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nunmehr frey und selbmächtig sich über die andern aufschwinget/ und bis an
die Sternen flieget. Dieser Ursachen halber suchet die Prinzessin Teutonie/
nach dem sie nun eine lange Zeit im Feld unter den Zelten der Helden/ jhrer
Söhne/ wie dann auch vornemlich EE. FF. GG. hoher Anverwandten/ leben
und schweben müssen/ nach erlangter Friedensruhe/ bey EE. FF. GG. Schutz
Wohnung/ und Aufenthalt/ so sie nirgend besser zu finden weiß. Demnach
EE. FF. GG. Ihr solche gerne vergönnen/ und diese Geschichtschrifft/
auf mein unterthäniges Bitten/ zu Gnaden auf- und annehmen wollen. Also
werden EE. FF. GG. durch das Beyspiel Dero hohen Gewogenheit/ die-
sem Werk jederman wol gewogen/ und durch Dero Beliebung/ es recht be-
liebt machen. Mich aber werden dieselbe dadurch/ als mächtige Schilde/ schützen
und verthädigen wider die Schwerder der lästerenden Lasterzungen/ die mich
etwan antasten möchten/ üm/ daß ich so hohe Sachen mit so nidrer Feder be-
schrieben. EE. FF. GG. die hinkünfftig der Welt/ zum Geschichtschreiben/
selber Materi und Inhalt geben werden/ geruhen in dessen die Musen/ wie
schlecht sie auch reden und erzehlen/ in Dero Gnadenschutz zu nehmen und sich
mit jhnen bey zeiten bekannt zu machen. Massen dann das Vaterland von
Dero hoher Tugend mehr Ruhms erwartet/ als es Deroselben gegeben: welcher
wegen zu hoffen/ die Nach-Welt werde von EE. FF. GG. Lobthaten
genug zuschreiben bekommen. Wozu Deroselben ich den Beystand des Him-
mels/ nebenst allem Fürstlichen hohen Wolergehen/ von grund der Seelen
wünsche/ in Deroselben fernere hohe Gnadgewogenheit mich hiemit demütig
empfehlend. Nürnberg/ am 1. Maj/ im 1652 Christ Jahr.

EE. FF. GG.
unterthäniger
Sigismundus Betulius.
M. P.P.

nunmehr frey und ſelbmaͤchtig ſich uͤber die andern aufſchwinget/ und bis an
die Sternen flieget. Dieſer Urſachen halber ſuchet die Prinzeſſin Teutonie/
nach dem ſie nun eine lange Zeit im Feld unter den Zelten der Helden/ jhrer
Soͤhne/ wie dann auch vornemlich EE. FF. GG. hoher Anverwandten/ leben
und ſchweben muͤſſen/ nach erlangter Friedensruhe/ bey EE. FF. GG. Schutz
Wohnung/ und Aufenthalt/ ſo ſie nirgend beſſer zu finden weiß. Demnach
EE. FF. GG. Ihr ſolche gerne vergoͤnnen/ und dieſe Geſchichtſchrifft/
auf mein unterthaͤniges Bitten/ zu Gnaden auf- und annehmen wollen. Alſo
werden EE. FF. GG. durch das Beyſpiel Dero hohen Gewogenheit/ die-
ſem Werk jederman wol gewogen/ und durch Dero Beliebung/ es recht be-
liebt machen. Mich aber werden dieſelbe dadurch/ als maͤchtige Schilde/ ſchuͤtzẽ
und verthaͤdigen wider die Schwerder der laͤſterenden Laſterzungen/ die mich
etwan antaſten moͤchten/ uͤm/ daß ich ſo hohe Sachen mit ſo nidrer Feder be-
ſchrieben. EE. FF. GG. die hinkuͤnfftig der Welt/ zum Geſchichtſchreiben/
ſelber Materi und Inhalt geben werden/ geruhen in deſſen die Muſen/ wie
ſchlecht ſie auch reden und erzehlen/ in Dero Gnadenſchutz zu nehmen und ſich
mit jhnen bey zeiten bekannt zu machen. Maſſen dann das Vaterland von
Dero hoher Tugend mehr Ruhms erwartet/ als es Deroſelbẽ gegeben: welcher
wegen zu hoffen/ die Nach-Welt werde von EE. FF. GG. Lobthaten
genug zuſchreiben bekommen. Wozu Deroſelben ich den Beyſtand des Him-
mels/ nebenſt allem Fuͤrſtlichen hohen Wolergehen/ von grund der Seelen
wuͤnſche/ in Deroſelben fernere hohe Gnadgewogenheit mich hiemit demuͤtig
empfehlend. Nuͤrnberg/ am 1. Maj/ im 1652 Chriſt Jahꝛ.

EE. FF. GG.
unterthaͤniger
Sigiſmundus Betulius.
M. P.P.
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Zitationshilfe: Birken, Sigmund von: Die Fried-erfreuete Teutonje. Nürnberg, 1652, S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/birken_friedensvergleich_1652/12>, abgerufen am 11.05.2021.