Birken, Sigmund von: Pegnesische Gesprächspiel-Gesellschaft von Nymfen und Hirten. Nürnberg, 1665.Die erwählte Einsamkeit. ausen an das Baumzimmer schreiben:Wann kein Leid die Augen füllet/ wird das Herze leicht gestillet. Sylvien und Floridans erwehlte Ein- Ist Sylvia nicht unsre Kron und Sonne? Von Galathee/ scheint Blumen-schöne Wonne. Und
Die erwaͤhlte Einſamkeit. auſen an das Baumzimmer ſchreiben:Wann kein Leid die Augen fuͤllet/ wird das Herze leicht geſtillet. Sylvien und Floridans erwehlte Ein- Iſt Sylvia nicht unſre Kron und Sonne? Von Galathee/ ſcheint Blumen-ſchoͤne Wonne. Und
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Die erwaͤhlte Einſamkeit.
auſen an das Baumzimmer ſchreiben:
Wann kein Leid die Augen fuͤllet/
wird das Herze leicht geſtillet.
Sylvien und Floridans erwehlte Ein-
ſamkeit/ ward vor die loͤblichſte erklaͤret/
und ihnen folgbar das Richter-Amt/ den
anderen/ zur Straffe/ eine Antwort oder
ſonſt etwas aufzubuͤrden/ aufgetragen.
Zudem/ daß ein Arzt (ſagte Sylvia zum
Aleidor/) gern uͤm die Siechen ſeyn ſoll/
ſie geſund zumachen: ſo haſt du noch
nicht erwieſen/ daß alle Geſellſchaften
unrein ſind/ dich anzuſtecken. Und da-
mit wir daher nicht Urſach nehmen/ we-
gen ſolcher falſchen Beſchuldigung/ dich
von unſerer Geſellſchaft auszuſchlieſſen/
ſo ſey/ uns zuverſoͤhnen/ diß deine Straf-
fe/ daß du Neun Dinge/ ſo den Fruͤling
zieren/ erzehleſt und mit dieſer Geſellſchaft
Lobe vermaͤhleſt. Alcidor bedachte ſich
etwas/ und brachte endlich dieſe Zeilen
zu markte:
Iſt Sylvia nicht unſre Kron und Sonne?
Von Galathee/ ſcheint Blumen-ſchoͤne
Wonne.
Und
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| Zitationshilfe: | Birken, Sigmund von: Pegnesische Gesprächspiel-Gesellschaft von Nymfen und Hirten. Nürnberg, 1665, S. 83. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/birken_gespraechspiel_1665/95>, abgerufen am 05.08.2024. |


