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Blumenbach, Johann Friedrich: Geschichte und Beschreibung der Knochen des menschlichen Körpers. 2. Aufl. Göttingen, 1807.

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puncto ossificationis verknöchern (Th. 1. §. 18),
da jeder derselben bey der Leibesfrucht einer
flachen Schuppe gleichtd), deren abgerundete
Ecken da wo sie an den benachbarten Knochen
anliegen die sogenannten Fontanellen (Th. I.
§. 32.) zwischen sich lassene), die sich theils
erst im zweyten Jahre oder noch späterf)
schließen. Auch entstehen im äußern Umfange
dieser Knochen die Zwickelbeinchen (offic.
Wormiana
) von denen unten noch besonders
die Rede seyn wird.

§. 29.

Jeder dieser beyden Knochen hat eine fast
viereckte Gestalt und läßt sich daher am füg-

d) albini icon. ossium foetus. tab. I. fig. 1. 2.
e) s. io. ladmiral icones durae matr. in conuexa
et concaua superficiae visae
. Amstel. 1738. 4.
f) Der verdiente Casp. Bauhin erzählt von seiner
Gattinn daß deren vordre Fontanelle in ihrem
26 Jahre noch nicht geschlossen gewesen und sich
so oft sie Kopfweh gekriegt, zu einer Grube er-
weitert habe, theatr. anatom. p. 280. - Andre
Fälle, aus frühern oder noch höhern Alter s. bey
rosenstein de ossibus caluariae, boehmer
instit. osteol. u. s. w. vergl. auch rosenmüller
de singularib. et nativis ossium varietatibus p. 12.
Wie sich bey einem Manne noch Jahre lang nach
heftigen Schlägen auf den Kopf die Scheitelbeine
bey der Pfeilnaht auf einen halben Zoll haben
über einander schieben lassen, s. in C. Gottfr.
Erdmann's Aufsätzen und Beobachtungen aus der
A. W. Dresd. 1802. 8. S. 54 u. f.

puncto ossificationis verknöchern (Th. 1. §. 18),
da jeder derselben bey der Leibesfrucht einer
flachen Schuppe gleichtd), deren abgerundete
Ecken da wo sie an den benachbarten Knochen
anliegen die sogenannten Fontanellen (Th. I.
§. 32.) zwischen sich lassene), die sich theils
erst im zweyten Jahre oder noch späterf)
schließen. Auch entstehen im äußern Umfange
dieser Knochen die Zwickelbeinchen (offic.
Wormiana
) von denen unten noch besonders
die Rede seyn wird.

§. 29.

Jeder dieser beyden Knochen hat eine fast
viereckte Gestalt und läßt sich daher am füg-

d) albini icon. ossium foetus. tab. I. fig. 1. 2.
e) s. io. ladmiral icones durae matr. in conuexa
et concaua superficiae visae
. Amstel. 1738. 4.
f) Der verdiente Casp. Bauhin erzählt von seiner
Gattinn daß deren vordre Fontanelle in ihrem
26 Jahre noch nicht geschlossen gewesen und sich
so oft sie Kopfweh gekriegt, zu einer Grube er-
weitert habe, theatr. anatom. p. 280. – Andre
Fälle, aus frühern oder noch höhern Alter s. bey
rosenstein de ossibus caluariae, boehmer
instit. osteol. u. s. w. vergl. auch rosenmüller
de singularib. et nativis ossium varietatibus p. 12.
Wie sich bey einem Manne noch Jahre lang nach
heftigen Schlägen auf den Kopf die Scheitelbeine
bey der Pfeilnaht auf einen halben Zoll haben
über einander schieben lassen, s. in C. Gottfr.
Erdmann's Aufsätzen und Beobachtungen aus der
A. W. Dresd. 1802. 8. S. 54 u. f.
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[119/0145] puncto ossificationis verknöchern (Th. 1. §. 18), da jeder derselben bey der Leibesfrucht einer flachen Schuppe gleicht d), deren abgerundete Ecken da wo sie an den benachbarten Knochen anliegen die sogenannten Fontanellen (Th. I. §. 32.) zwischen sich lassen e), die sich theils erst im zweyten Jahre oder noch später f) schließen. Auch entstehen im äußern Umfange dieser Knochen die Zwickelbeinchen (offic. Wormiana) von denen unten noch besonders die Rede seyn wird. §. 29. Jeder dieser beyden Knochen hat eine fast viereckte Gestalt und läßt sich daher am füg- d) albini icon. ossium foetus. tab. I. fig. 1. 2. e) s. io. ladmiral icones durae matr. in conuexa et concaua superficiae visae. Amstel. 1738. 4. f) Der verdiente Casp. Bauhin erzählt von seiner Gattinn daß deren vordre Fontanelle in ihrem 26 Jahre noch nicht geschlossen gewesen und sich so oft sie Kopfweh gekriegt, zu einer Grube er- weitert habe, theatr. anatom. p. 280. – Andre Fälle, aus frühern oder noch höhern Alter s. bey rosenstein de ossibus caluariae, boehmer instit. osteol. u. s. w. vergl. auch rosenmüller de singularib. et nativis ossium varietatibus p. 12. Wie sich bey einem Manne noch Jahre lang nach heftigen Schlägen auf den Kopf die Scheitelbeine bey der Pfeilnaht auf einen halben Zoll haben über einander schieben lassen, s. in C. Gottfr. Erdmann's Aufsätzen und Beobachtungen aus der A. W. Dresd. 1802. 8. S. 54 u. f.

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Geschichte und Beschreibung der Knochen des menschlichen Körpers. 2. Aufl. Göttingen, 1807, S. 119. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_knochen_1807/145>, abgerufen am 26.02.2021.