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Blumenbach, Johann Friedrich: Geschichte und Beschreibung der Knochen des menschlichen Körpers. 2. Aufl. Göttingen, 1807.

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n).

§. 177.

Noch sind am Unterkiefer die zweyerley
Mündungen des Canals zu merken, in welchem
der neruus maxillaris inferior vom dritten
Ast des fünften Paares, nebst den beyderley
Blutgefäßen gleiches Namens laufeno).
Nach hinten und innen nämlich, ohngefähr in
der Mitte der Seitenflügel das for. maxillare
posticum
p) als der Eingang dieses Canals;
von da auch noch eine Furche für den neruus
mylohyoideus
nach vorn schräg herabsteigt:
und dann zum Ausgang das for. mentale s.
maxillare anticum
an der Außenseite des
Kinns, vorn ohngefähr unter dem zweyten
Backenzahn.



n) tiges und namentlich in manchen Gegenden am
Niederrhein nicht seltnes Uebel, wobey die Kran-
ken bey jeder Bewegung der Kinnlade, im sprechen,
zumahl aber im Kauen über ein unleidliches Ge-
räusch in den Ohren klagen, als ob Holz gesägt
oder Blech gefeilt würde etc. f. Leidenfrost in
Duisb. 1785. 4.
o) Durch diesen Canal erhalten zwar die Zähne ihre
Gefäße und Nerven; er findet sich aber auch bey
völlig zahnlosen Säugethieren wie bey den Amei-
senbären und bey den eigentlich sogenannten Wall-
fischen (balaena mysticetus etc). Die Unterkie-
fer dieser letztern werden insgemein für Wallfisch-
rippen angesehen; ein seltsamer Irrthum, den
aber schon Wilh. Rondelet, ein treflicher Zer-
gliederer, widerlegt hat, de piscib. Lugd. 1554.
fol. pag. 53.
p) io. fr. meckel de quinto pare neruor. cerebr.
pag. 87. sq.

n).

§. 177.

Noch sind am Unterkiefer die zweyerley
Mündungen des Canals zu merken, in welchem
der neruus maxillaris inferior vom dritten
Ast des fünften Paares, nebst den beyderley
Blutgefäßen gleiches Namens laufeno).
Nach hinten und innen nämlich, ohngefähr in
der Mitte der Seitenflügel das for. maxillare
posticum
p) als der Eingang dieses Canals;
von da auch noch eine Furche für den neruus
mylohyoideus
nach vorn schräg herabsteigt:
und dann zum Ausgang das for. mentale s.
maxillare anticum
an der Außenseite des
Kinns, vorn ohngefähr unter dem zweyten
Backenzahn.



n) tiges und namentlich in manchen Gegenden am
Niederrhein nicht seltnes Uebel, wobey die Kran-
ken bey jeder Bewegung der Kinnlade, im sprechen,
zumahl aber im Kauen über ein unleidliches Ge-
räusch in den Ohren klagen, als ob Holz gesägt
oder Blech gefeilt würde ꝛc. f. Leidenfrost in
Duisb. 1785. 4.
o) Durch diesen Canal erhalten zwar die Zähne ihre
Gefäße und Nerven; er findet sich aber auch bey
völlig zahnlosen Säugethieren wie bey den Amei-
senbären und bey den eigentlich sogenannten Wall-
fischen (balaena mysticetus etc). Die Unterkie-
fer dieser letztern werden insgemein für Wallfisch-
rippen angesehen; ein seltsamer Irrthum, den
aber schon Wilh. Rondelet, ein treflicher Zer-
gliederer, widerlegt hat, de piscib. Lugd. 1554.
fol. pag. 53.
p) io. fr. meckel de quinto pare neruor. cerebr.
pag. 87. sq.
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[252/0278] n). §. 177. Noch sind am Unterkiefer die zweyerley Mündungen des Canals zu merken, in welchem der neruus maxillaris inferior vom dritten Ast des fünften Paares, nebst den beyderley Blutgefäßen gleiches Namens laufen o). Nach hinten und innen nämlich, ohngefähr in der Mitte der Seitenflügel das for. maxillare posticum p) als der Eingang dieses Canals; von da auch noch eine Furche für den neruus mylohyoideus nach vorn schräg herabsteigt: und dann zum Ausgang das for. mentale s. maxillare anticum an der Außenseite des Kinns, vorn ohngefähr unter dem zweyten Backenzahn. n) tiges und namentlich in manchen Gegenden am Niederrhein nicht seltnes Uebel, wobey die Kran- ken bey jeder Bewegung der Kinnlade, im sprechen, zumahl aber im Kauen über ein unleidliches Ge- räusch in den Ohren klagen, als ob Holz gesägt oder Blech gefeilt würde ꝛc. f. Leidenfrost in Duisb. 1785. 4. o) Durch diesen Canal erhalten zwar die Zähne ihre Gefäße und Nerven; er findet sich aber auch bey völlig zahnlosen Säugethieren wie bey den Amei- senbären und bey den eigentlich sogenannten Wall- fischen (balaena mysticetus etc). Die Unterkie- fer dieser letztern werden insgemein für Wallfisch- rippen angesehen; ein seltsamer Irrthum, den aber schon Wilh. Rondelet, ein treflicher Zer- gliederer, widerlegt hat, de piscib. Lugd. 1554. fol. pag. 53. p) io. fr. meckel de quinto pare neruor. cerebr. pag. 87. sq.

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Geschichte und Beschreibung der Knochen des menschlichen Körpers. 2. Aufl. Göttingen, 1807, S. 252. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_knochen_1807/278>, abgerufen am 24.02.2021.