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Blumenbach, Johann Friedrich: Geschichte und Beschreibung der Knochen des menschlichen Körpers. 2. Aufl. Göttingen, 1807.

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Classenm): A) Schneidezähne; B) Eck-
zähne; und C) Backenzähne.

§. 186.

Die Schneidezähnen) (oder Vor-
derzähne, incisores s. primores) haben mei-
selartige Kroneno)

m) Diese Eintheilung gilt bloß vom Gebiß der warm-
blütigen vierfüßigen Thiere. - Schon bey den
Delphinen sind die zahlreichen Zähne womit der
ganze limbus alneolaris beyder Kiefer besetzt ist,
von einerley Bildung.
n) Außer den obgedachten völlig zahnlosen Thieren
gehen manchen andern doch die Vorderzähne ab:
wie den Faulthieren, Armadillen etc.Andern fehlen wenigstens die Vorderzähne im
Oberkiefer, wie den Bisulcis.Aber auch in der Anzahl und Bildung und
Richtung dieser Classe von Zähnen zeigt sich bey
den verschiednen Geschlechtern der Säugethiere
nach der Erforderniß ihrer Lebensart und Nah-
rungsmittel mannichfaltige Verschiedenheit. -
Bey den Raubthieren z. E. sind ihrer gewöhnlich
6 in jedem Kiefer, mit ausgezackten Kronen, die
wie Zangen fest auf einander greifen. - Die na-
genden Thiere (glires linn. oder scalpris den-
tata hunt
.) unter den Digitatis und Palmatis
haben nur Ein Paar Schneidezähne in jedem Kie-
fer mit überaus scharfen, meiselartigen Schneiden;
das untere Paar hat fast eine pfriemenförmige
Gestalt, und zu der großen Kraft die es beym
Nagen anwenden muß außerordentlich lange Wur-
zeln, die z. E. bey der gemeinen Hausmaus fast
die ganze Länge des Unterkiefers hoben.
o) Daß hierin zumahl bey bejahrten Personen viele in-
dividuelle Verschiedenheit herrscht, braucht keiner

Classenm): A) Schneidezähne; B) Eck-
zähne; und C) Backenzähne.

§. 186.

Die Schneidezähnen) (oder Vor-
derzähne, incisores s. primores) haben mei-
selartige Kroneno)

m) Diese Eintheilung gilt bloß vom Gebiß der warm-
blütigen vierfüßigen Thiere. – Schon bey den
Delphinen sind die zahlreichen Zähne womit der
ganze limbus alneolaris beyder Kiefer besetzt ist,
von einerley Bildung.
n) Außer den obgedachten völlig zahnlosen Thieren
gehen manchen andern doch die Vorderzähne ab:
wie den Faulthieren, Armadillen ꝛc.Andern fehlen wenigstens die Vorderzähne im
Oberkiefer, wie den Bisulcis.Aber auch in der Anzahl und Bildung und
Richtung dieser Classe von Zähnen zeigt sich bey
den verschiednen Geschlechtern der Säugethiere
nach der Erforderniß ihrer Lebensart und Nah-
rungsmittel mannichfaltige Verschiedenheit. –
Bey den Raubthieren z. E. sind ihrer gewöhnlich
6 in jedem Kiefer, mit ausgezackten Kronen, die
wie Zangen fest auf einander greifen. – Die na-
genden Thiere (glires linn. oder scalpris den-
tata hunt
.) unter den Digitatis und Palmatis
haben nur Ein Paar Schneidezähne in jedem Kie-
fer mit überaus scharfen, meiselartigen Schneiden;
das untere Paar hat fast eine pfriemenförmige
Gestalt, und zu der großen Kraft die es beym
Nagen anwenden muß außerordentlich lange Wur-
zeln, die z. E. bey der gemeinen Hausmaus fast
die ganze Länge des Unterkiefers hoben.
o) Daß hierin zumahl bey bejahrten Personen viele in-
dividuelle Verschiedenheit herrscht, braucht keiner
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[259/0285] Classen m): A) Schneidezähne; B) Eck- zähne; und C) Backenzähne. §. 186. Die Schneidezähne n) (oder Vor- derzähne, incisores s. primores) haben mei- selartige Kronen o) m) Diese Eintheilung gilt bloß vom Gebiß der warm- blütigen vierfüßigen Thiere. – Schon bey den Delphinen sind die zahlreichen Zähne womit der ganze limbus alneolaris beyder Kiefer besetzt ist, von einerley Bildung. n) Außer den obgedachten völlig zahnlosen Thieren gehen manchen andern doch die Vorderzähne ab: wie den Faulthieren, Armadillen ꝛc. Andern fehlen wenigstens die Vorderzähne im Oberkiefer, wie den Bisulcis. Aber auch in der Anzahl und Bildung und Richtung dieser Classe von Zähnen zeigt sich bey den verschiednen Geschlechtern der Säugethiere nach der Erforderniß ihrer Lebensart und Nah- rungsmittel mannichfaltige Verschiedenheit. – Bey den Raubthieren z. E. sind ihrer gewöhnlich 6 in jedem Kiefer, mit ausgezackten Kronen, die wie Zangen fest auf einander greifen. – Die na- genden Thiere (glires linn. oder scalpris den- tata hunt.) unter den Digitatis und Palmatis haben nur Ein Paar Schneidezähne in jedem Kie- fer mit überaus scharfen, meiselartigen Schneiden; das untere Paar hat fast eine pfriemenförmige Gestalt, und zu der großen Kraft die es beym Nagen anwenden muß außerordentlich lange Wur- zeln, die z. E. bey der gemeinen Hausmaus fast die ganze Länge des Unterkiefers hoben. o) Daß hierin zumahl bey bejahrten Personen viele in- dividuelle Verschiedenheit herrscht, braucht keiner

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Geschichte und Beschreibung der Knochen des menschlichen Körpers. 2. Aufl. Göttingen, 1807, S. 259. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_knochen_1807/285>, abgerufen am 23.04.2021.