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Blumenbach, Johann Friedrich: Geschichte und Beschreibung der Knochen des menschlichen Körpers. 2. Aufl. Göttingen, 1807.

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überzählige Zähne bemerkt werden; theils gar
an ungewohnten Stellen der Kinnladenh).

Wie sie im hohen Alter endlich meist von
selbst wieder ausfallen, und was dann so wie
nach einem zufälligen Verlust derselben für
Veränderungen mit den Zahnzellen vorgehen,
davon ist schon oben (T. 1. §. 50.) gehan-
delt worden.

§. 195.

Das bestimmte Wachsthum der ausge-
bildeten Zähne wird durch den Druck der auf-
einander stehenden Kiefer in den gesetzten
Schranken gehalten, wie sich aus den daher
entstehenden Fassetten an den Endspitzen der
Zahnkronen, und aus dem Mangel derselben
an Zähnen die im entgegengesetzten Kiefer auf
eine Zahnlücke stoßen, ergiebti).

§. 196.

Jenes Abschleifen aber kann im höhern
Alter oder aus zufälligen Ursachen so stark wer-
den, daß endlich die Kronen ganz abgenutzt,
und die innere Höhle der Zähne (§. 184.) ge-
öffnet werden würde, wenn nicht die Natur

h) plin. hist. natural. L. XI. S. 63. - eustach.
l. c. p. 92 sq. - albin. annotat. acad. L. I.
tab
. IV. und id. de sceleto p. 477. - hunter
l. c. etc.
i) albini annotat. acad. L. VI. p. 18.

überzählige Zähne bemerkt werden; theils gar
an ungewohnten Stellen der Kinnladenh).

Wie sie im hohen Alter endlich meist von
selbst wieder ausfallen, und was dann so wie
nach einem zufälligen Verlust derselben für
Veränderungen mit den Zahnzellen vorgehen,
davon ist schon oben (T. 1. §. 50.) gehan-
delt worden.

§. 195.

Das bestimmte Wachsthum der ausge-
bildeten Zähne wird durch den Druck der auf-
einander stehenden Kiefer in den gesetzten
Schranken gehalten, wie sich aus den daher
entstehenden Fassetten an den Endspitzen der
Zahnkronen, und aus dem Mangel derselben
an Zähnen die im entgegengesetzten Kiefer auf
eine Zahnlücke stoßen, ergiebti).

§. 196.

Jenes Abschleifen aber kann im höhern
Alter oder aus zufälligen Ursachen so stark wer-
den, daß endlich die Kronen ganz abgenutzt,
und die innere Höhle der Zähne (§. 184.) ge-
öffnet werden würde, wenn nicht die Natur

h) plin. hist. natural. L. XI. S. 63. – eustach.
l. c. p. 92 sq. – albin. annotat. acad. L. I.
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. IV. und id. de sceleto p. 477. – hunter
l. c. etc.
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[270/0296] überzählige Zähne bemerkt werden; theils gar an ungewohnten Stellen der Kinnladen h). Wie sie im hohen Alter endlich meist von selbst wieder ausfallen, und was dann so wie nach einem zufälligen Verlust derselben für Veränderungen mit den Zahnzellen vorgehen, davon ist schon oben (T. 1. §. 50.) gehan- delt worden. §. 195. Das bestimmte Wachsthum der ausge- bildeten Zähne wird durch den Druck der auf- einander stehenden Kiefer in den gesetzten Schranken gehalten, wie sich aus den daher entstehenden Fassetten an den Endspitzen der Zahnkronen, und aus dem Mangel derselben an Zähnen die im entgegengesetzten Kiefer auf eine Zahnlücke stoßen, ergiebt i). §. 196. Jenes Abschleifen aber kann im höhern Alter oder aus zufälligen Ursachen so stark wer- den, daß endlich die Kronen ganz abgenutzt, und die innere Höhle der Zähne (§. 184.) ge- öffnet werden würde, wenn nicht die Natur h) plin. hist. natural. L. XI. S. 63. – eustach. l. c. p. 92 sq. – albin. annotat. acad. L. I. tab. IV. und id. de sceleto p. 477. – hunter l. c. etc. i) albini annotat. acad. L. VI. p. 18.

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Geschichte und Beschreibung der Knochen des menschlichen Körpers. 2. Aufl. Göttingen, 1807, S. 270. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_knochen_1807/296>, abgerufen am 26.02.2021.