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Blumenbach, Johann Friedrich: Geschichte und Beschreibung der Knochen des menschlichen Körpers. 2. Aufl. Göttingen, 1807.

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und mittelst ihrer Gelenke die Beweglichkeit
desselben.

§. 2.

So mannichfaltig die Gestalt der verschie-
denen Knochen ihren besondern Bestimmungen
gemäß seyn muß, so lassen sie sich doch über-
haupt aus dieser Rücksicht auf vier Classen
zurückbringen: I. flache Knochen. II. Röh-
renknochen. III. rundliche und IV. viel-
eckichte Knochen.

§. 3.

I. Die flachen Knochel, (ossa plana,
lata, ampla
) bilden gleichsam breite Schaa-
len, und bestehen aus einer innern Lage von
schwammichten Knochengewebe (Diploe), die
auf beyden Flächen mit einer dichten Knochen-
rinde bekleidet ist.

c) dende Künstler. Denn daß dieser ihr anatomisches
Studium sich nicht etwa auf einen Muskelmann
einschränken, sondern von der Osteologie aus-
gehen müsse, daruber kann man zwey der gültig-
sten Richter nachlesen: beyde selbst sehr große
Künstler, und die zwey andre der allergrößten deß-
halb zu Mustern aufstellen: Benvenuto Cellini
in den Disc. sopra i principi del disegno den
Michelangelo - und Mengs über die Schönheit
und den Geschmack in der Malerey S. 77. den
Raphael.Vergl. auch emeric-david Recherches sur
l'art. statuaire
. Par. 1805. 8. p. 203 u. f.

c)
und mittelst ihrer Gelenke die Beweglichkeit
desselben.

§. 2.

So mannichfaltig die Gestalt der verschie-
denen Knochen ihren besondern Bestimmungen
gemäß seyn muß, so lassen sie sich doch über-
haupt aus dieser Rücksicht auf vier Classen
zurückbringen: I. flache Knochen. II. Röh-
renknochen. III. rundliche und IV. viel-
eckichte Knochen.

§. 3.

I. Die flachen Knochel, (ossa plana,
lata, ampla
) bilden gleichsam breite Schaa-
len, und bestehen aus einer innern Lage von
schwammichten Knochengewebe (Diploë), die
auf beyden Flächen mit einer dichten Knochen-
rinde bekleidet ist.

c) dende Künstler. Denn daß dieser ihr anatomisches
Studium sich nicht etwa auf einen Muskelmann
einschränken, sondern von der Osteologie aus-
gehen müsse, daruber kann man zwey der gültig-
sten Richter nachlesen: beyde selbst sehr große
Künstler, und die zwey andre der allergrößten deß-
halb zu Mustern aufstellen: Benvenuto Cellini
in den Disc. sopra i principi del disegno den
Michelangelo – und Mengs über die Schönheit
und den Geschmack in der Malerey S. 77. den
Raphael.Vergl. auch emeric-david Recherches sur
l'art. statuaire
. Par. 1805. 8. p. 203 u. f.
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[4/0030] c) und mittelst ihrer Gelenke die Beweglichkeit desselben. §. 2. So mannichfaltig die Gestalt der verschie- denen Knochen ihren besondern Bestimmungen gemäß seyn muß, so lassen sie sich doch über- haupt aus dieser Rücksicht auf vier Classen zurückbringen: I. flache Knochen. II. Röh- renknochen. III. rundliche und IV. viel- eckichte Knochen. §. 3. I. Die flachen Knochel, (ossa plana, lata, ampla) bilden gleichsam breite Schaa- len, und bestehen aus einer innern Lage von schwammichten Knochengewebe (Diploë), die auf beyden Flächen mit einer dichten Knochen- rinde bekleidet ist. c) dende Künstler. Denn daß dieser ihr anatomisches Studium sich nicht etwa auf einen Muskelmann einschränken, sondern von der Osteologie aus- gehen müsse, daruber kann man zwey der gültig- sten Richter nachlesen: beyde selbst sehr große Künstler, und die zwey andre der allergrößten deß- halb zu Mustern aufstellen: Benvenuto Cellini in den Disc. sopra i principi del disegno den Michelangelo – und Mengs über die Schönheit und den Geschmack in der Malerey S. 77. den Raphael. Vergl. auch emeric-david Recherches sur l'art. statuaire. Par. 1805. 8. p. 203 u. f.

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Geschichte und Beschreibung der Knochen des menschlichen Körpers. 2. Aufl. Göttingen, 1807, S. 4. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_knochen_1807/30>, abgerufen am 03.03.2021.