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Blumenbach, Johann Friedrich: Geschichte und Beschreibung der Knochen des menschlichen Körpers. 2. Aufl. Göttingen, 1807.

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f): und zwar
zu allererst in den Schlüsselbeinen, in den
Rippen, in den Wirbelbeinen, in den grösten
Röhrenknochen, in den Kinnladen und einigen
andern Gesichtsknochen, auch im Stirn- und
Hinterhauptsbeine: später erst in den Scheitel-
beinen u. s. w.

§. 10.

Die Form dieser ersten Knochenkerne diffe-
rirt nach der oben angezeigten vierfachen Ver-
schiedenheit der Knochen selbst. Eigentlich
nur in den flachen Knochen, zumahl am
Kopfe, sind es dünne, zu erst theils netzför-
mige nachher fast wie ein Siebchen durch-
löcherte Schuppen, aus deren Mitte die
Knochenfasern wie Kammzinken, oder vielmehr
wie divergirende Strahlen nach dem äußern
Rande zu gerichtet sind. Bey den Röhren-
knochen sind es kurze dichte Walzen die meist
an beyden Endflächen eine kleine Vertiefung
zeigen. In den rundlichen Knochen haben
sie die Form kleiner Körner: und in den
vieleckichten endlich eine mannichfaltigere,
meist zackichte Gestalt.

f) manche Anmerkungen des ohnehin abentheuerlichen
Mannes verdächtig, einige aber offenbar falsch,
und fast durchgehends die Termine der Verknöche-
rung viel zu früh angegeben: so wie auch seine
Abbildungen ziemlich roh sind, und wenigstens
nicht mit b. s. albini icon. ossium foetus Lugd.
Bat
. 1737. 4. verglichen werden dürfen, als worin
der große Künstler J. Wandelaar überhaupt alle
seine Vorgänger, ohne Vergleich übertroffen hat.

f): und zwar
zu allererst in den Schlüsselbeinen, in den
Rippen, in den Wirbelbeinen, in den grösten
Röhrenknochen, in den Kinnladen und einigen
andern Gesichtsknochen, auch im Stirn- und
Hinterhauptsbeine: später erst in den Scheitel-
beinen u. s. w.

§. 10.

Die Form dieser ersten Knochenkerne diffe-
rirt nach der oben angezeigten vierfachen Ver-
schiedenheit der Knochen selbst. Eigentlich
nur in den flachen Knochen, zumahl am
Kopfe, sind es dünne, zu erst theils netzför-
mige nachher fast wie ein Siebchen durch-
löcherte Schuppen, aus deren Mitte die
Knochenfasern wie Kammzinken, oder vielmehr
wie divergirende Strahlen nach dem äußern
Rande zu gerichtet sind. Bey den Röhren-
knochen sind es kurze dichte Walzen die meist
an beyden Endflächen eine kleine Vertiefung
zeigen. In den rundlichen Knochen haben
sie die Form kleiner Körner: und in den
vieleckichten endlich eine mannichfaltigere,
meist zackichte Gestalt.

f) manche Anmerkungen des ohnehin abentheuerlichen
Mannes verdächtig, einige aber offenbar falsch,
und fast durchgehends die Termine der Verknöche-
rung viel zu früh angegeben: so wie auch seine
Abbildungen ziemlich roh sind, und wenigstens
nicht mit b. s. albini icon. ossium foetus Lugd.
Bat
. 1737. 4. verglichen werden dürfen, als worin
der große Künstler J. Wandelaar überhaupt alle
seine Vorgänger, ohne Vergleich übertroffen hat.
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[9/0035] f): und zwar zu allererst in den Schlüsselbeinen, in den Rippen, in den Wirbelbeinen, in den grösten Röhrenknochen, in den Kinnladen und einigen andern Gesichtsknochen, auch im Stirn- und Hinterhauptsbeine: später erst in den Scheitel- beinen u. s. w. §. 10. Die Form dieser ersten Knochenkerne diffe- rirt nach der oben angezeigten vierfachen Ver- schiedenheit der Knochen selbst. Eigentlich nur in den flachen Knochen, zumahl am Kopfe, sind es dünne, zu erst theils netzför- mige nachher fast wie ein Siebchen durch- löcherte Schuppen, aus deren Mitte die Knochenfasern wie Kammzinken, oder vielmehr wie divergirende Strahlen nach dem äußern Rande zu gerichtet sind. Bey den Röhren- knochen sind es kurze dichte Walzen die meist an beyden Endflächen eine kleine Vertiefung zeigen. In den rundlichen Knochen haben sie die Form kleiner Körner: und in den vieleckichten endlich eine mannichfaltigere, meist zackichte Gestalt. f) manche Anmerkungen des ohnehin abentheuerlichen Mannes verdächtig, einige aber offenbar falsch, und fast durchgehends die Termine der Verknöche- rung viel zu früh angegeben: so wie auch seine Abbildungen ziemlich roh sind, und wenigstens nicht mit b. s. albini icon. ossium foetus Lugd. Bat. 1737. 4. verglichen werden dürfen, als worin der große Künstler J. Wandelaar überhaupt alle seine Vorgänger, ohne Vergleich übertroffen hat.

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Geschichte und Beschreibung der Knochen des menschlichen Körpers. 2. Aufl. Göttingen, 1807, S. 9. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_knochen_1807/35>, abgerufen am 01.03.2021.