Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. Bd. 1. Göttingen, 1779.

Bild:
<< vorherige Seite

Die Weibgen sind mit einem verletzenden Sta-
chel am Hinterleibe, theils auch mit Gifte, das
sie beym Stich in die Wunde flößen, und das
nach des Abt Fontana Untersuchung saurer Na-
tur ist, bewaffnet; daher die ganze Ordnung
auch von einigen Entomologen Aculeata genannt
worden. Die Larven sind verschiedentlich ge-
bildet: theils wie Raupen mit zwanzig Füßen,
theils wie Maden ohne Füße etc.

53. cynips, Gallwespe. Os maxillis abs-
que proboscide. Aculeus spiralis, saepius re-
conditus
.

Das Weibgen legt seine Eyer in besondere Thei-
le gewisser Pflanzen, die dadurch anschwellen,
und theils sonderbare Auswüchse bilden, die denn
der Larve solang zum Aufenthalt dienen, bis sie
ihre Verwandlung überstanden hat, und nun als
vollkommnes Insect aus ihrem Kerker hervorbre-
chen kan.

1. +. Rosae. C. nigra, abdomine ferrugineo po-
stice nigro, pedibus ferrugineis. *

An wilden Rosen, wo sie die bunten krausen
Auswüchse verursacht, die unter dem Namen
Schlafäpfel (Bedeguar) ehedem officinell, und
wegen verschiedner ihnen angedichteten heilsamen
Kräfte berüchtigt waren.

2. +. Quercus folii. C. nigra, thorace lineato,
pedibus griseis, femoribus subtus nigris
. *

An Eichenlaub, wo sie bekanntlich die Gall-
äpfel hervorbringt, die auch oft noch nachher,
wenn sie schon von der Nachkommenschaft ihrer

Die Weibgen sind mit einem verletzenden Sta-
chel am Hinterleibe, theils auch mit Gifte, das
sie beym Stich in die Wunde flößen, und das
nach des Abt Fontana Untersuchung saurer Na-
tur ist, bewaffnet; daher die ganze Ordnung
auch von einigen Entomologen Aculeata genannt
worden. Die Larven sind verschiedentlich ge-
bildet: theils wie Raupen mit zwanzig Füßen,
theils wie Maden ohne Füße ꝛc.

53. cynips, Gallwespe. Os maxillis abs-
que proboscide. Aculeus spiralis, saepius re-
conditus
.

Das Weibgen legt seine Eyer in besondere Thei-
le gewisser Pflanzen, die dadurch anschwellen,
und theils sonderbare Auswüchse bilden, die denn
der Larve solang zum Aufenthalt dienen, bis sie
ihre Verwandlung überstanden hat, und nun als
vollkommnes Insect aus ihrem Kerker hervorbre-
chen kan.

1. †. Rosae. C. nigra, abdomine ferrugineo po-
stice nigro, pedibus ferrugineis. *

An wilden Rosen, wo sie die bunten krausen
Auswüchse verursacht, die unter dem Namen
Schlafäpfel (Bedeguar) ehedem officinell, und
wegen verschiedner ihnen angedichteten heilsamen
Kräfte berüchtigt waren.

2. †. Quercus folii. C. nigra, thorace lineato,
pedibus griseis, femoribus subtus nigris
. *

An Eichenlaub, wo sie bekanntlich die Gall-
äpfel hervorbringt, die auch oft noch nachher,
wenn sie schon von der Nachkommenschaft ihrer

<TEI>
  <text xml:id="blume_hbnatur_000021">
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0400" xml:id="pb377_0001" n="377"/>
Die Weibgen sind mit einem verletzenden Sta-<lb/>
chel am Hinterleibe, theils auch mit Gifte, das<lb/>
sie beym Stich in die Wunde flößen, und das<lb/>
nach des Abt Fontana Untersuchung saurer Na-<lb/>
tur ist, bewaffnet; daher die ganze Ordnung<lb/>
auch von einigen Entomologen <hi rendition="#aq">Aculeata</hi> genannt<lb/>
worden. Die Larven sind verschiedentlich ge-<lb/>
bildet: theils wie Raupen mit zwanzig Füßen,<lb/>
theils wie Maden ohne Füße &#xA75B;c.</p>
            <p rendition="#indent-1">53. <hi rendition="#g"><hi rendition="#k"><hi rendition="#aq">cynips</hi></hi></hi>, Gallwespe. <hi rendition="#aq">Os maxillis abs-<lb/>
que proboscide. Aculeus spiralis, saepius re-<lb/>
conditus</hi>.</p>
            <p rendition="#l1em">Das Weibgen legt seine Eyer in besondere Thei-<lb/>
le gewisser Pflanzen, die dadurch anschwellen,<lb/>
und theils sonderbare Auswüchse bilden, die denn<lb/>
der Larve solang zum Aufenthalt dienen, bis sie<lb/>
ihre Verwandlung überstanden hat, und nun als<lb/>
vollkommnes Insect aus ihrem Kerker hervorbre-<lb/>
chen kan.</p>
            <p rendition="#indent-2">1. &#x2020;. <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">Rosae</hi></hi>. <hi rendition="#aq">C. nigra, abdomine ferrugineo po-<lb/>
stice nigro, pedibus ferrugineis. *</hi></p>
            <p rendition="#l1em">An wilden Rosen, wo sie die bunten krausen<lb/>
Auswüchse verursacht, die unter dem Namen<lb/>
Schlafäpfel (<hi rendition="#aq">Bedeguar</hi>) ehedem officinell, und<lb/>
wegen verschiedner ihnen angedichteten heilsamen<lb/>
Kräfte berüchtigt waren.</p>
            <p rendition="#indent-2">2. &#x2020;. <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">Quercus folii</hi></hi>. <hi rendition="#aq">C. nigra, thorace lineato,<lb/>
pedibus griseis, femoribus subtus nigris</hi>. *</p>
            <p rendition="#l1em">An Eichenlaub, wo sie bekanntlich die Gall-<lb/>
äpfel hervorbringt, die auch oft noch nachher,<lb/>
wenn sie schon von der Nachkommenschaft ihrer<lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[377/0400] Die Weibgen sind mit einem verletzenden Sta- chel am Hinterleibe, theils auch mit Gifte, das sie beym Stich in die Wunde flößen, und das nach des Abt Fontana Untersuchung saurer Na- tur ist, bewaffnet; daher die ganze Ordnung auch von einigen Entomologen Aculeata genannt worden. Die Larven sind verschiedentlich ge- bildet: theils wie Raupen mit zwanzig Füßen, theils wie Maden ohne Füße ꝛc. 53. cynips, Gallwespe. Os maxillis abs- que proboscide. Aculeus spiralis, saepius re- conditus. Das Weibgen legt seine Eyer in besondere Thei- le gewisser Pflanzen, die dadurch anschwellen, und theils sonderbare Auswüchse bilden, die denn der Larve solang zum Aufenthalt dienen, bis sie ihre Verwandlung überstanden hat, und nun als vollkommnes Insect aus ihrem Kerker hervorbre- chen kan. 1. †. Rosae. C. nigra, abdomine ferrugineo po- stice nigro, pedibus ferrugineis. * An wilden Rosen, wo sie die bunten krausen Auswüchse verursacht, die unter dem Namen Schlafäpfel (Bedeguar) ehedem officinell, und wegen verschiedner ihnen angedichteten heilsamen Kräfte berüchtigt waren. 2. †. Quercus folii. C. nigra, thorace lineato, pedibus griseis, femoribus subtus nigris. * An Eichenlaub, wo sie bekanntlich die Gall- äpfel hervorbringt, die auch oft noch nachher, wenn sie schon von der Nachkommenschaft ihrer

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Editura GmbH & Co.KG, Berlin: Volltexterstellung und Basis-TEI-Auszeichung
Johann Friedrich Blumenbach – online: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-08-26T09:00:15Z)
Frank Wiegand: Konvertierung nach DTA-Basisformat (2013-08-26T09:00:15Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Nicht erfasst: Bogensignaturen und Kustoden, Kolumnentitel.
  • Auf Titelblättern wurde auf die Auszeichnung der Schriftgrößenunterschiede zugunsten der Identifizierung von <titlePart>s verzichtet.
  • Keine Auszeichnung der Initialbuchstaben am Kapitelanfang.
  • Langes ſ: als s transkribiert.
  • Hochgestellte e über Vokalen: in moderner Schreibweise erfasst.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1779
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1779/399
Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. Bd. 1. Göttingen, 1779, S. 377. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1779/399>, abgerufen am 08.03.2021.