Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. Bd. 1. Göttingen, 1779.

Bild:
<< vorherige Seite

Aberglaube ehedem als Unglücksdeutung angese-
hen hat.

76. pediculus, Laus. Pedes 6 ambula-
torii, oculi
2. Os aculeo exserendo. Anten-
nae longitudine thoracis. Abdomen depres-
sum sublobatum
.

Vielleicht das weitläuftigste aller Thiergeschlech-
ter. Die mehresten Säugethiere und Vögel mö-
gen wol ihre Läuse haben: und selbst Fische, ja
sogar manche Insecten, wie die Bienen etc. sind
mit dergleichen Ungeziefer geplagt.

1. + Humanus, die Kopflaus und Kleider-
laus. P. humanus. *

Das ekelhafte Thier vermehrt sich schnell und
häufig: und wird nicht nur der Reinlichkeit, son-
dern auch der Gesundheit selbst äuserst nachthei-
lig, und kan gefährliche und schwere Cachexien
verursachen. Bey den Mohren sind die Läuse
schwarz: daß sie sich aber auf den Schiffen ver-
löhren, wenn diese die Linie passiren, ist leider
eine Fabel.

77. pulex, Floh. Pedes 6 saltatorii: oculi
2. Antennae filiformes. Os rostro inflexo,
setaceo, aculeum recondente. Abdomen com-
pressum
.

1. + Irritans. P. proboscide corpore bre-
viore
. *

Der Floh ist fast eben so weit als der Mensch
über die Erde verbreitet: doch findet er sich nicht
im äusersten Norden, an der Baffinsbay etc. Er
kan alt werden: wenigstens hat man Beyspiele
daß Flöhe sechs Jahre lang an kleinen goldnen

Aberglaube ehedem als Unglücksdeutung angese-
hen hat.

76. pediculus, Laus. Pedes 6 ambula-
torii, oculi
2. Os aculeo exserendo. Anten-
nae longitudine thoracis. Abdomen depres-
sum sublobatum
.

Vielleicht das weitläuftigste aller Thiergeschlech-
ter. Die mehresten Säugethiere und Vögel mö-
gen wol ihre Läuse haben: und selbst Fische, ja
sogar manche Insecten, wie die Bienen ꝛc. sind
mit dergleichen Ungeziefer geplagt.

1. † Humanus, die Kopflaus und Kleider-
laus. P. humanus. *

Das ekelhafte Thier vermehrt sich schnell und
häufig: und wird nicht nur der Reinlichkeit, son-
dern auch der Gesundheit selbst äuserst nachthei-
lig, und kan gefährliche und schwere Cachexien
verursachen. Bey den Mohren sind die Läuse
schwarz: daß sie sich aber auf den Schiffen ver-
löhren, wenn diese die Linie passiren, ist leider
eine Fabel.

77. pulex, Floh. Pedes 6 saltatorii: oculi
2. Antennae filiformes. Os rostro inflexo,
setaceo, aculeum recondente. Abdomen com-
pressum
.

1. † Irritans. P. proboscide corpore bre-
viore
. *

Der Floh ist fast eben so weit als der Mensch
über die Erde verbreitet: doch findet er sich nicht
im äusersten Norden, an der Baffinsbay ꝛc. Er
kan alt werden: wenigstens hat man Beyspiele
daß Flöhe sechs Jahre lang an kleinen goldnen

<TEI>
  <text xml:id="blume_hbnatur_000021">
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p rendition="#l1em"><pb facs="#f0416" xml:id="pb393_0001" n="393"/>
Aberglaube ehedem als Unglücksdeutung angese-<lb/>
hen hat.</p>
            <p rendition="#indent-1">76. <hi rendition="#g"><hi rendition="#k"><hi rendition="#aq">pediculus</hi></hi></hi>, Laus. <hi rendition="#aq">Pedes</hi> 6 <hi rendition="#aq">ambula-<lb/>
torii, oculi</hi> 2. <hi rendition="#aq">Os aculeo exserendo. Anten-<lb/>
nae longitudine thoracis. Abdomen depres-<lb/>
sum sublobatum</hi>.</p>
            <p rendition="#l1em">Vielleicht das weitläuftigste aller Thiergeschlech-<lb/>
ter. Die mehresten Säugethiere und Vögel mö-<lb/>
gen wol ihre Läuse haben: und selbst Fische, ja<lb/>
sogar manche Insecten, wie die Bienen &#xA75B;c. sind<lb/>
mit dergleichen Ungeziefer geplagt.</p>
            <p rendition="#indent-2">1. &#x2020; <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">Humanus</hi></hi>, die Kopflaus und Kleider-<lb/>
laus. <hi rendition="#aq">P. humanus</hi>. *</p>
            <p rendition="#l1em">Das ekelhafte Thier vermehrt sich schnell und<lb/>
häufig: und wird nicht nur der Reinlichkeit, son-<lb/>
dern auch der Gesundheit selbst äuserst nachthei-<lb/>
lig, und kan gefährliche und schwere Cachexien<lb/>
verursachen. Bey den Mohren sind die Läuse<lb/>
schwarz: daß sie sich aber auf den Schiffen ver-<lb/>
löhren, wenn diese die Linie passiren, ist leider<lb/>
eine Fabel.</p>
            <p rendition="#indent-1">77. <hi rendition="#g"><hi rendition="#k"><hi rendition="#aq">pulex</hi></hi></hi>, Floh. <hi rendition="#aq">Pedes</hi> 6 <hi rendition="#aq">saltatorii: oculi</hi><lb/>
2. <hi rendition="#aq">Antennae filiformes. Os rostro inflexo,<lb/>
setaceo, aculeum recondente. Abdomen com-<lb/>
pressum</hi>.</p>
            <p rendition="#indent-2">1. &#x2020; <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">Irritans</hi></hi>. <hi rendition="#aq">P. proboscide corpore bre-<lb/>
viore</hi>. *</p>
            <p rendition="#l1em">Der Floh ist fast eben so weit als der Mensch<lb/>
über die Erde verbreitet: doch findet er sich nicht<lb/>
im äusersten Norden, an der Baffinsbay &#xA75B;c. Er<lb/>
kan alt werden: wenigstens hat man Beyspiele<lb/>
daß Flöhe sechs Jahre lang an kleinen goldnen<lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[393/0416] Aberglaube ehedem als Unglücksdeutung angese- hen hat. 76. pediculus, Laus. Pedes 6 ambula- torii, oculi 2. Os aculeo exserendo. Anten- nae longitudine thoracis. Abdomen depres- sum sublobatum. Vielleicht das weitläuftigste aller Thiergeschlech- ter. Die mehresten Säugethiere und Vögel mö- gen wol ihre Läuse haben: und selbst Fische, ja sogar manche Insecten, wie die Bienen ꝛc. sind mit dergleichen Ungeziefer geplagt. 1. † Humanus, die Kopflaus und Kleider- laus. P. humanus. * Das ekelhafte Thier vermehrt sich schnell und häufig: und wird nicht nur der Reinlichkeit, son- dern auch der Gesundheit selbst äuserst nachthei- lig, und kan gefährliche und schwere Cachexien verursachen. Bey den Mohren sind die Läuse schwarz: daß sie sich aber auf den Schiffen ver- löhren, wenn diese die Linie passiren, ist leider eine Fabel. 77. pulex, Floh. Pedes 6 saltatorii: oculi 2. Antennae filiformes. Os rostro inflexo, setaceo, aculeum recondente. Abdomen com- pressum. 1. † Irritans. P. proboscide corpore bre- viore. * Der Floh ist fast eben so weit als der Mensch über die Erde verbreitet: doch findet er sich nicht im äusersten Norden, an der Baffinsbay ꝛc. Er kan alt werden: wenigstens hat man Beyspiele daß Flöhe sechs Jahre lang an kleinen goldnen

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Editura GmbH & Co.KG, Berlin: Volltexterstellung und Basis-TEI-Auszeichung
Johann Friedrich Blumenbach – online: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-08-26T09:00:15Z)
Frank Wiegand: Konvertierung nach DTA-Basisformat (2013-08-26T09:00:15Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Nicht erfasst: Bogensignaturen und Kustoden, Kolumnentitel.
  • Auf Titelblättern wurde auf die Auszeichnung der Schriftgrößenunterschiede zugunsten der Identifizierung von <titlePart>s verzichtet.
  • Keine Auszeichnung der Initialbuchstaben am Kapitelanfang.
  • Langes ſ: als s transkribiert.
  • Hochgestellte e über Vokalen: in moderner Schreibweise erfasst.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1779
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1779/415
Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. Bd. 1. Göttingen, 1779, S. 393. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1779/415>, abgerufen am 23.04.2021.