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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 2. Aufl. Göttingen, 1782.

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2. +. Ulula. der Steinkauz, die Steineule.
S. capite laevi, iridibus croceis, corpore
ferrugineo, remige tertio longiore.
*

3. +. Passerina. das Käutzlein. S. capite
laevi, remigibus maculis albis quinque or-
dinum.
*

Ein niedliches kleines Thier, ohngefähr von
der Grösse des Kernbeisers.

4. lanvis. Rostrum rectiusculum, dente
utrinque versus apicem, ball nudum. lingua
lacera.

1. +. Excubitor, der Würger, Bergälster.
L. cauda cuneiformi, lateribus alba, dorso
cano, alis nigris macula alba.
*

Ein gefrässiges Thier, was viele andre Vö-
gel tödtet, ihre Stimme nachzuahmen, und
sie dadurch zu sich zu locken weis. Wenn er
mächtigere Raubvögel gewahr wird, so giebt
er einen besondern Laut von sich, den auch an-
dre Vögel verstehn, und sich durch die Flucht zu
retten suchen. Er kan wie der Sperber zur
Jagd abgerichtet werden.

2. +. Collurio der Neuntödter. L. cauda sub-
cuneiformi, dorso griseo, rectricibus qua-
tuor intermediis unicoloribus, rostro plum-
beo.
*

Hat in der Bildung sehr viel Aehnlichkeit
mit der vorigen Gattung, lebt ebenfalls von
kleinen Vögeln, die er mit List überfällt, und
ihnen den Kopf einbeist. Er frist auch Insek-
ten, zumal Käfer, Schmeisfliegen etc. und
spiest sie in Menge zum Vorrath an Schwarz-
dorn und andres dornichtes Gebüsche.

2. †. Ulula. der Steinkauz, die Steineule.
S. capite laevi, iridibus croceis, corpore
ferrugineo, remige tertio longiore.
*

3. †. Passerina. das Käutzlein. S. capite
laevi, remigibus maculis albis quinque or-
dinum.
*

Ein niedliches kleines Thier, ohngefähr von
der Grösse des Kernbeisers.

4. lanvis. Rostrum rectiusculum, dente
utrinque versus apicem, ball nudum. lingua
lacera.

1. †. Excubitor, der Würger, Bergälster.
L. cauda cuneiformi, lateribus alba, dorso
cano, alis nigris macula alba.
*

Ein gefrässiges Thier, was viele andre Vö-
gel tödtet, ihre Stimme nachzuahmen, und
sie dadurch zu sich zu locken weis. Wenn er
mächtigere Raubvögel gewahr wird, so giebt
er einen besondern Laut von sich, den auch an-
dre Vögel verstehn, und sich durch die Flucht zu
retten suchen. Er kan wie der Sperber zur
Jagd abgerichtet werden.

2. †. Collurio der Neuntödter. L. cauda sub-
cuneiformi, dorso griseo, rectricibus qua-
tuor intermediis unicoloribus, rostro plum-
beo.
*

Hat in der Bildung sehr viel Aehnlichkeit
mit der vorigen Gattung, lebt ebenfalls von
kleinen Vögeln, die er mit List überfällt, und
ihnen den Kopf einbeist. Er frist auch Insek-
ten, zumal Käfer, Schmeisfliegen ꝛc. und
spiest sie in Menge zum Vorrath an Schwarz-
dorn und andres dornichtes Gebüsche.

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[183/0195] 2. †. Ulula. der Steinkauz, die Steineule. S. capite laevi, iridibus croceis, corpore ferrugineo, remige tertio longiore. * 3. †. Passerina. das Käutzlein. S. capite laevi, remigibus maculis albis quinque or- dinum. * Ein niedliches kleines Thier, ohngefähr von der Grösse des Kernbeisers. 4. lanvis. Rostrum rectiusculum, dente utrinque versus apicem, ball nudum. lingua lacera. 1. †. Excubitor, der Würger, Bergälster. L. cauda cuneiformi, lateribus alba, dorso cano, alis nigris macula alba. * Ein gefrässiges Thier, was viele andre Vö- gel tödtet, ihre Stimme nachzuahmen, und sie dadurch zu sich zu locken weis. Wenn er mächtigere Raubvögel gewahr wird, so giebt er einen besondern Laut von sich, den auch an- dre Vögel verstehn, und sich durch die Flucht zu retten suchen. Er kan wie der Sperber zur Jagd abgerichtet werden. 2. †. Collurio der Neuntödter. L. cauda sub- cuneiformi, dorso griseo, rectricibus qua- tuor intermediis unicoloribus, rostro plum- beo. * Hat in der Bildung sehr viel Aehnlichkeit mit der vorigen Gattung, lebt ebenfalls von kleinen Vögeln, die er mit List überfällt, und ihnen den Kopf einbeist. Er frist auch Insek- ten, zumal Käfer, Schmeisfliegen ꝛc. und spiest sie in Menge zum Vorrath an Schwarz- dorn und andres dornichtes Gebüsche.

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 2. Aufl. Göttingen, 1782, S. 183. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1782/195>, abgerufen am 27.05.2022.