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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 2. Aufl. Göttingen, 1782.

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sind, der hingegen mit Annäherung des Win-
ters vertrocknet, welkt und theils abfällt.
Daß dieses entblättern hauptsächlich durch
den Frost bewirkt werde, der die Gewächse
in ihren Winterschlaf versenkt, und so wie
bey den Thieren den Lauf ihrer Säfte hemmt
(§. 33.), die Gefässe zusammenzieht so daß
die Blätter nun an ihrer sonstigen Verrich-
tung gehindert werden und absterben, erbel-
let unter andern auch daraus, weil die Ge-
wächse der heissen Zonen diesem abfallen des
Laubes nicht so ausgesetzt sind: und weil
auch selbst in den kältern diejenigen Pflanzen
die ein sehr festes harzreiches Blatt haben,
wie z. B. die mehresten Tangel- oder Na-
delhölzer, der Epheu, die Mehlbeeren, das
Heidekraut, der Buxbaum u s. w. dasselbe
auch den Winter über grün behalten.

§. 183.

Bey vielen Gewächsen ist es auffallend,
wie sich ihre Blätter alle Abend zusammen legen
oder niedersenken und sich gleichsam zur Ruhe
begeben, und in Schlaf fallen. Es rührt
dieß nicht etwa blos von der külen Abendluft
her, denn es erfolgt im Treibhaus eben so gut
wie im freyen: auch nicht von der Dunkelheit,
denn manche Pflanzen schlafen schon im Som-
mer Nachmittags um 6 U. ein: sondern es ist
dieß vermutlich eine Art Erholung, so gut wie

sind, der hingegen mit Annäherung des Win-
ters vertrocknet, welkt und theils abfällt.
Daß dieses entblättern hauptsächlich durch
den Frost bewirkt werde, der die Gewächse
in ihren Winterschlaf versenkt, und so wie
bey den Thieren den Lauf ihrer Säfte hemmt
(§. 33.), die Gefässe zusammenzieht so daß
die Blätter nun an ihrer sonstigen Verrich-
tung gehindert werden und absterben, erbel-
let unter andern auch daraus, weil die Ge-
wächse der heissen Zonen diesem abfallen des
Laubes nicht so ausgesetzt sind: und weil
auch selbst in den kältern diejenigen Pflanzen
die ein sehr festes harzreiches Blatt haben,
wie z. B. die mehresten Tangel- oder Na-
delhölzer, der Epheu, die Mehlbeeren, das
Heidekraut, der Buxbaum u s. w. dasselbe
auch den Winter über grün behalten.

§. 183.

Bey vielen Gewächsen ist es auffallend,
wie sich ihre Blätter alle Abend zusammen legen
oder niedersenken und sich gleichsam zur Ruhe
begeben, und in Schlaf fallen. Es rührt
dieß nicht etwa blos von der külen Abendluft
her, denn es erfolgt im Treibhaus eben so gut
wie im freyen: auch nicht von der Dunkelheit,
denn manche Pflanzen schlafen schon im Som-
mer Nachmittags um 6 U. ein: sondern es ist
dieß vermutlich eine Art Erholung, so gut wie

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[454/0466] sind, der hingegen mit Annäherung des Win- ters vertrocknet, welkt und theils abfällt. Daß dieses entblättern hauptsächlich durch den Frost bewirkt werde, der die Gewächse in ihren Winterschlaf versenkt, und so wie bey den Thieren den Lauf ihrer Säfte hemmt (§. 33.), die Gefässe zusammenzieht so daß die Blätter nun an ihrer sonstigen Verrich- tung gehindert werden und absterben, erbel- let unter andern auch daraus, weil die Ge- wächse der heissen Zonen diesem abfallen des Laubes nicht so ausgesetzt sind: und weil auch selbst in den kältern diejenigen Pflanzen die ein sehr festes harzreiches Blatt haben, wie z. B. die mehresten Tangel- oder Na- delhölzer, der Epheu, die Mehlbeeren, das Heidekraut, der Buxbaum u s. w. dasselbe auch den Winter über grün behalten. §. 183. Bey vielen Gewächsen ist es auffallend, wie sich ihre Blätter alle Abend zusammen legen oder niedersenken und sich gleichsam zur Ruhe begeben, und in Schlaf fallen. Es rührt dieß nicht etwa blos von der külen Abendluft her, denn es erfolgt im Treibhaus eben so gut wie im freyen: auch nicht von der Dunkelheit, denn manche Pflanzen schlafen schon im Som- mer Nachmittags um 6 U. ein: sondern es ist dieß vermutlich eine Art Erholung, so gut wie

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 2. Aufl. Göttingen, 1782, S. 454. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1782/466>, abgerufen am 27.05.2022.