Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 6. Aufl. Göttingen, 1799.

Bild:
<< vorherige Seite

13. Grün-Eisen-Erde.

Meist zeisiggrün; erdig; meist zerreiblich, ab-
färbend; selten verhärtet. Das Vererzungsmittel
noch nicht zuverlässig bekannt. Fundort zumahl
bey Schneeberg im Erzgebirge.

14. Smirgel. Smiris. (Fr. emeril, Engl.
emery.)

Meist graulich schwarz; an den Kanten durch-
scheinend; schimmernd; theils splitteriger Bruch;
gibt braunrothen Strich; sehr hart. Gewicht
= 3922. Sein Eisengehalt sehr ungleich; aber
theils retractorisch; innig gemengt mit Quarz.
Fundort unter andern Altcastilien und Estrema-
dura. Gebrauch zum Schneiden und Schleifen
harter Steine und des Glases*). Daher auch
der Holzstein, wie oberwähnt (S. 539), wegen
des ähnlichen Gebrauchs, in manchen Gegenden
Smirgel genannt wird.



VII. Bleygeschlecht.

Das Bley, plumbum (Fr. plomb, Engl.
lead), läuft an der Luft schwarz an, und färbt,
stark gerieben, mit einem eigenen Geruche ab.

*) Die Caraiben und benachbarten Americaner des
festen Landes verfertigten vor Ankunft der Euro-
paer ihre Hacken und andere dergleichen Werkzeuge
daraus. s. Christoph. Columbi nauigatio &c.
pag. 92. des bervagischen nouus orbis der Ausgabe
von 1532. Ich besitze eine solche antike Judia-
neraxt aus Smirgel, so bey Berbice ausgegra-
ben worden.

13. Grün-Eisen-Erde.

Meist zeisiggrün; erdig; meist zerreiblich, ab-
färbend; selten verhärtet. Das Vererzungsmittel
noch nicht zuverlässig bekannt. Fundort zumahl
bey Schneeberg im Erzgebirge.

14. Smirgel. Smiris. (Fr. emeril, Engl.
emery.)

Meist graulich schwarz; an den Kanten durch-
scheinend; schimmernd; theils splitteriger Bruch;
gibt braunrothen Strich; sehr hart. Gewicht
= 3922. Sein Eisengehalt sehr ungleich; aber
theils retractorisch; innig gemengt mit Quarz.
Fundort unter andern Altcastilien und Estrema-
dura. Gebrauch zum Schneiden und Schleifen
harter Steine und des Glases*). Daher auch
der Holzstein, wie oberwähnt (S. 539), wegen
des ähnlichen Gebrauchs, in manchen Gegenden
Smirgel genannt wird.



VII. Bleygeschlecht.

Das Bley, plumbum (Fr. plomb, Engl.
lead), läuft an der Luft schwarz an, und färbt,
stark gerieben, mit einem eigenen Geruche ab.

*) Die Caraiben und benachbarten Americaner des
festen Landes verfertigten vor Ankunft der Euro-
paer ihre Hacken und andere dergleichen Werkzeuge
daraus. s. Christoph. Columbi nauigatio &c.
pag. 92. des bervagischen nouus orbis der Ausgabe
von 1532. Ich besitze eine solche antike Judia-
neraxt aus Smirgel, so bey Berbice ausgegra-
ben worden.
<TEI>
  <text xml:id="blume000027">
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <pb facs="#f0687" xml:id="pb663_0001" n="663"/>
            <p rendition="#indent-1">13. Grün-Eisen-Erde.</p>
            <p rendition="#l1em">Meist zeisiggrün; erdig; meist zerreiblich, ab-<lb/>
färbend; selten verhärtet. Das Vererzungsmittel<lb/>
noch nicht zuverlässig bekannt. Fundort zumahl<lb/>
bey Schneeberg im Erzgebirge.</p>
            <p rendition="#indent-1">14. Smirgel. <hi rendition="#aq">Smiris</hi>. (Fr. <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">emeril</hi></hi>, Engl.<lb/><hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">emery</hi></hi>.)</p>
            <p rendition="#l1em">Meist graulich schwarz; an den Kanten durch-<lb/>
scheinend; schimmernd; theils splitteriger Bruch;<lb/>
gibt braunrothen Strich; sehr hart. Gewicht<lb/>
= 3922. Sein Eisengehalt sehr ungleich; aber<lb/>
theils retractorisch; innig gemengt mit Quarz.<lb/>
Fundort unter andern Altcastilien und Estrema-<lb/>
dura. Gebrauch zum Schneiden und Schleifen<lb/>
harter Steine und des Glases<note anchored="true" place="foot" n="*)"><p>Die Caraiben und benachbarten Americaner des<lb/>
festen Landes verfertigten vor Ankunft der Euro-<lb/>
paer ihre Hacken und andere dergleichen Werkzeuge<lb/>
daraus. s. <hi rendition="#aq"><hi rendition="#k">Christoph. Columbi</hi></hi> <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">nauigatio</hi></hi> &amp;c.<lb/><hi rendition="#aq">pag</hi>. 92. des bervagischen <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">nouus orbis</hi></hi> der Ausgabe<lb/>
von 1532. Ich besitze eine solche antike Judia-<lb/>
neraxt aus Smirgel, so bey Berbice ausgegra-<lb/>
ben worden.</p></note>. Daher auch<lb/>
der Holzstein, wie oberwähnt (S. 539), wegen<lb/>
des ähnlichen Gebrauchs, in manchen Gegenden<lb/>
Smirgel genannt wird.</p>
            <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
          </div>
          <div n="3">
            <head rendition="#c">VII. <hi rendition="#g">Bleygeschlecht</hi>.</head><lb/>
            <p>Das Bley, <hi rendition="#aq">plumbum</hi> (Fr. <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">plomb</hi></hi>, Engl.<lb/><hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">lead</hi></hi>), läuft an der Luft schwarz an, und färbt,<lb/>
stark gerieben, mit einem eigenen Geruche ab.<lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[663/0687] 13. Grün-Eisen-Erde. Meist zeisiggrün; erdig; meist zerreiblich, ab- färbend; selten verhärtet. Das Vererzungsmittel noch nicht zuverlässig bekannt. Fundort zumahl bey Schneeberg im Erzgebirge. 14. Smirgel. Smiris. (Fr. emeril, Engl. emery.) Meist graulich schwarz; an den Kanten durch- scheinend; schimmernd; theils splitteriger Bruch; gibt braunrothen Strich; sehr hart. Gewicht = 3922. Sein Eisengehalt sehr ungleich; aber theils retractorisch; innig gemengt mit Quarz. Fundort unter andern Altcastilien und Estrema- dura. Gebrauch zum Schneiden und Schleifen harter Steine und des Glases *). Daher auch der Holzstein, wie oberwähnt (S. 539), wegen des ähnlichen Gebrauchs, in manchen Gegenden Smirgel genannt wird. VII. Bleygeschlecht. Das Bley, plumbum (Fr. plomb, Engl. lead), läuft an der Luft schwarz an, und färbt, stark gerieben, mit einem eigenen Geruche ab. *) Die Caraiben und benachbarten Americaner des festen Landes verfertigten vor Ankunft der Euro- paer ihre Hacken und andere dergleichen Werkzeuge daraus. s. Christoph. Columbi nauigatio &c. pag. 92. des bervagischen nouus orbis der Ausgabe von 1532. Ich besitze eine solche antike Judia- neraxt aus Smirgel, so bey Berbice ausgegra- ben worden.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Weitere Informationen:

Dieses Werk stammt vom Projekt „Johann Friedrich Blumenbach – online“ der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen.

Herstellung der Imagedateien des Quelldokuments durch die Utrecht University Library und die Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek Jena.

Anmerkungen zur Transkription:

Bei der Zeichenerkennung wurde nach dem von der Akademie gelieferten Dokument "Buchstabenmuster_Blumenbach.doc" modernisiert.

In Absprache mit der Akademie wurden die folgenden Aspekte der Vorlage nicht erfasst:

  • Bogensignaturen und Kustoden
  • Kolumnentitel
  • Auf Titelblättern wurde auf die Auszeichnung der Schriftgrößenunterscheide zugunsten der Identifizeriung von titleParts verzeichtet.
  • Keine Auszeichnung der Initialbuchstaben am Kapitelanfang.

Es wurden alle Anführungszeichen übernommen und die Zitate zusätzlich mit q ausgezeichnet. Eine Ausnahme bilden Zitate, bei denen das Anführungszeichen zu Beginn jeder Zeile wiederholt wird. Hier wurden die Wiederholungen des öffenenden Zeichens nicht übernommen, sondern jeweils nur das öffnende und das schließende Zeichen. Das umschließende Element q wurde für diese Zitate über das Attribut type mit dem Wert preline gekennzeichnet.

Weiche und harte Zeilentrennungen wurden als 002D übernommen. Weiche Zeilentrennungen wurden über die Ergänzung eines Attributwertes von den harten Trennungen unterscheiden: lb type="inWord". Erstreckt sich die Worttrennung über einen Seitenumbruch steht das Element pb direkt hinter dem schließenden lb type="inWord" bzw. lb.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1799
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1799/687
Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 6. Aufl. Göttingen, 1799, S. 663. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1799/687>, abgerufen am 29.03.2024.