Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 9. Aufl. Wien, 1816.

Bild:
<< vorherige Seite
§. 208.

Die mancherley Futterkräuter (und theils
auch Wurzeln, Früchte etc.) dienen zur Nahrung der
dem Menschen wichtigsten, eigentlich sogenannten Haus-
thiere, und der beyden nützlichen Insecten-Gattungen,
die er sich zieht, der Bienen nähmlich und der Sei-
tenwürmer.

§. 209.

Was aber die unmittelbare Benutzung der
Gewächse für den Menschen selbst betrifft, so gibt es
erstens einige derselben, mit welchen ganze Nationen
die mannigfaltigen Bedürfnisse des Lebens fast eben so
zu befriedigen im Stande sind, als andere mit gewis-
sen Säugethieren (den Seehunden, dem Rennthier etc.).
Von der Art ist z. B. die Cocospalme, zumahl für die
Malayische Menschen-Race und gewisser Maßen auch
die Dattel-Palme für manche Völker von der Kaukasi-
schen, so wie die gemeine Birke für manche von der
Mongolischen.

§. 210.

Zu den vegetabilischen Nahrungsmitteln
des Menschengeschlechts gehören zuvörderst die sogleich
ohne weitere Bereitung genießbaren mancherley Früch-
te
. Zumahl in den heißen Erdstrichen die Feigen, die
Datteln (von phoenix dactylifera); und die verschie-
denen Gattungen Pisang (zumahl die Plantanen von
musa paradisiaca und die Bananes oder Bacoves
von der musa sapientum). Für die Malayische Men-
schen-Race die Brotfrucht [von artocarpus incisa*)

*) Dieser so wichtige Baum ist seit a. 1792 durch den großen
Seefahrer, Eptn. Bligh, glücklich nach den Westindischen In-
§. 208.

Die mancherley Futterkräuter (und theils
auch Wurzeln, Früchte ꝛc.) dienen zur Nahrung der
dem Menschen wichtigsten, eigentlich sogenannten Haus-
thiere, und der beyden nützlichen Insecten-Gattungen,
die er sich zieht, der Bienen nähmlich und der Sei-
tenwürmer.

§. 209.

Was aber die unmittelbare Benutzung der
Gewächse für den Menschen selbst betrifft, so gibt es
erstens einige derselben, mit welchen ganze Nationen
die mannigfaltigen Bedürfnisse des Lebens fast eben so
zu befriedigen im Stande sind, als andere mit gewis-
sen Säugethieren (den Seehunden, dem Rennthier ꝛc.).
Von der Art ist z. B. die Cocospalme, zumahl für die
Malayische Menschen-Raçe und gewisser Maßen auch
die Dattel-Palme für manche Völker von der Kaukasi-
schen, so wie die gemeine Birke für manche von der
Mongolischen.

§. 210.

Zu den vegetabilischen Nahrungsmitteln
des Menschengeschlechts gehören zuvörderst die sogleich
ohne weitere Bereitung genießbaren mancherley Früch-
te
. Zumahl in den heißen Erdstrichen die Feigen, die
Datteln (von phoenix dactylifera); und die verschie-
denen Gattungen Pisang (zumahl die Plantanen von
musa paradisiaca und die Bananes oder Bacoves
von der musa sapientum). Für die Malayische Men-
schen-Raçe die Brotfrucht [von artocarpus incisa*)

*) Dieser so wichtige Baum ist seit a. 1792 durch den großen
Seefahrer, Eptn. Bligh, glücklich nach den Westindischen In-
<TEI xml:lang="de-DE">
  <text xml:id="blume_hbnatur_000041">
    <group>
      <text xml:id="blume_hbnatur_000041_2" n="2">
        <body>
          <div n="1">
            <div n="2">
              <pb facs="#f0464" xml:id="pb091_02_0001" n="91"/>
              <head rendition="#c">§. 208.</head><lb/>
              <p>Die mancherley <hi rendition="#g">Futterkräuter</hi> (und theils<lb/>
auch Wurzeln, Früchte &#xA75B;c.) dienen zur Nahrung der<lb/>
dem Menschen wichtigsten, eigentlich sogenannten Haus-<lb/>
thiere, und der beyden nützlichen Insecten-Gattungen,<lb/>
die er sich zieht, der Bienen nähmlich und der Sei-<lb/>
tenwürmer.</p>
            </div>
            <div n="2">
              <head rendition="#c">§. 209.</head><lb/>
              <p>Was aber die <hi rendition="#g">unmittelbare</hi> Benutzung der<lb/>
Gewächse für den Menschen selbst betrifft, so gibt es<lb/>
erstens einige derselben, mit welchen ganze Nationen<lb/>
die mannigfaltigen Bedürfnisse des Lebens fast eben so<lb/>
zu befriedigen im Stande sind, als andere mit gewis-<lb/>
sen Säugethieren (den Seehunden, dem Rennthier &#xA75B;c.).<lb/>
Von der Art ist z. B. die Cocospalme, zumahl für die<lb/>
Malayische Menschen-Raçe und gewisser Maßen auch<lb/>
die Dattel-Palme für manche Völker von der Kaukasi-<lb/>
schen, so wie die gemeine Birke für manche von der<lb/>
Mongolischen.</p>
            </div>
            <div n="2">
              <head rendition="#c">§. 210.</head><lb/>
              <p>Zu den vegetabilischen <hi rendition="#g">Nahrungsmitteln</hi><lb/>
des Menschengeschlechts gehören zuvörderst die sogleich<lb/>
ohne weitere Bereitung genießbaren mancherley <hi rendition="#g">Früch-<lb/>
te</hi>. Zumahl in den heißen Erdstrichen die Feigen, die<lb/>
Datteln (von <hi rendition="#aq">phoenix</hi> <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">dactylifera</hi></hi>); und die verschie-<lb/>
denen Gattungen Pisang (zumahl die Plantanen von<lb/><hi rendition="#aq">musa</hi> <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">paradisiaca</hi></hi> und die Bananes oder Bacoves<lb/>
von der <hi rendition="#aq">musa</hi> <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">sapientum</hi></hi>). Für die Malayische Men-<lb/>
schen-Raçe die Brotfrucht [von <hi rendition="#aq">artocarpus</hi> <hi rendition="#i"><hi rendition="#aq">incisa</hi></hi><note anchored="true" place="foot" n="*)"><p>Dieser so wichtige Baum ist seit a. 1792 durch den großen<lb/>
Seefahrer, Eptn. Bligh, glücklich nach den Westindischen In-<lb/></p></note></p>
            </div>
          </div>
        </body>
      </text>
    </group>
  </text>
</TEI>
[91/0464] §. 208. Die mancherley Futterkräuter (und theils auch Wurzeln, Früchte ꝛc.) dienen zur Nahrung der dem Menschen wichtigsten, eigentlich sogenannten Haus- thiere, und der beyden nützlichen Insecten-Gattungen, die er sich zieht, der Bienen nähmlich und der Sei- tenwürmer. §. 209. Was aber die unmittelbare Benutzung der Gewächse für den Menschen selbst betrifft, so gibt es erstens einige derselben, mit welchen ganze Nationen die mannigfaltigen Bedürfnisse des Lebens fast eben so zu befriedigen im Stande sind, als andere mit gewis- sen Säugethieren (den Seehunden, dem Rennthier ꝛc.). Von der Art ist z. B. die Cocospalme, zumahl für die Malayische Menschen-Raçe und gewisser Maßen auch die Dattel-Palme für manche Völker von der Kaukasi- schen, so wie die gemeine Birke für manche von der Mongolischen. §. 210. Zu den vegetabilischen Nahrungsmitteln des Menschengeschlechts gehören zuvörderst die sogleich ohne weitere Bereitung genießbaren mancherley Früch- te. Zumahl in den heißen Erdstrichen die Feigen, die Datteln (von phoenix dactylifera); und die verschie- denen Gattungen Pisang (zumahl die Plantanen von musa paradisiaca und die Bananes oder Bacoves von der musa sapientum). Für die Malayische Men- schen-Raçe die Brotfrucht [von artocarpus incisa *) *) Dieser so wichtige Baum ist seit a. 1792 durch den großen Seefahrer, Eptn. Bligh, glücklich nach den Westindischen In-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Editura GmbH & Co.KG, Berlin: Volltexterstellung und Basis-TEI-Auszeichung
Johann Friedrich Blumenbach – online: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-08-26T09:00:15Z)
Frank Wiegand: Konvertierung nach DTA-Basisformat (2013-08-26T09:00:15Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Nicht erfasst: Bogensignaturen und Kustoden, Kolumnentitel.
  • Auf Titelblättern wurde auf die Auszeichnung der Schriftgrößenunterschiede zugunsten der Identifizierung von <titlePart>s verzichtet.
  • Keine Auszeichnung der Initialbuchstaben am Kapitelanfang.
  • Langes ſ: als s transkribiert.
  • Hochgestellte e über Vokalen: in moderner Schreibweise erfasst.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1816
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1816/464
Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 9. Aufl. Wien, 1816, S. 91. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1816/464>, abgerufen am 26.05.2022.