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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 9. Aufl. Wien, 1816.

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Lande, bald im Wasser, wie die Biber, Seebären;
und noch andere endlich bloß im Wasser, wie die Wall-
fische. - Hiernach sind nun auch ihre Füße oder ähn-
liche Bewegungswerkzeuge verschieden. Die mehresten
haben vier Füße; der Mensch hat nur zwey, aber auch
zwey Hände; die Affen hingegen haben vier Hände.
Die Finger und Zehen derjenigen Säugethiere, die
im Wasser und auf dem Lande zugleich leben, sind
durch eine Schwimmhaut verbunden. Bey den Fleder-
mäusen sind sie an den Vorderfüßen ungemein lang
und dünne; und zwischen ihnen ist eine zarte Haut aus-
gespannt, die zum Flattern dient. Die Füße mancher
Wasserthiere aus dieser Classe sind zum Rudern einge-
richtet, und bey den Wallfischen ähneln sie gar einiger
Maßen den Floßen der Fische; doch daß die Hinterflo-
ßen ohne Knochen sind, und horizontal, nicht wie ein
Fischschwanz vertical, liegen. Einige wenige Säuge-
thiere (solidungula) haben Hufe; viele aber (bisulca)
gespaltene Klauen. Die mehresten gehen (zumahl mit
den Hinterfüßen) bloß auf den Zehen; einige aber,
wie der Mensch, und gewisser Maßen auch die Affen,
Bären, Elephanten u. a.m. auf der ganzen Fußsoh-
le bis zur Ferse.

§. 44.

Die mehresten Ameisenbären, die Schuppenthiere,
und einige Wallfische ausgenommen, sind die übrigen
Säugethiere mit Zähnen versehen, die man in
Vorderzähne*)

*) Bey den mehresten sitzen die obern Vorderzähne in einem
besondern (einfachen oder gepaarten) Knochen, der das os
intermaxillare genannt wird; von dessen merkwürdigen Beson-
derheiten ich in der 3ten Ausg. der Schrift de generis huma-

Lande, bald im Wasser, wie die Biber, Seebären;
und noch andere endlich bloß im Wasser, wie die Wall-
fische. – Hiernach sind nun auch ihre Füße oder ähn-
liche Bewegungswerkzeuge verschieden. Die mehresten
haben vier Füße; der Mensch hat nur zwey, aber auch
zwey Hände; die Affen hingegen haben vier Hände.
Die Finger und Zehen derjenigen Säugethiere, die
im Wasser und auf dem Lande zugleich leben, sind
durch eine Schwimmhaut verbunden. Bey den Fleder-
mäusen sind sie an den Vorderfüßen ungemein lang
und dünne; und zwischen ihnen ist eine zarte Haut aus-
gespannt, die zum Flattern dient. Die Füße mancher
Wasserthiere aus dieser Classe sind zum Rudern einge-
richtet, und bey den Wallfischen ähneln sie gar einiger
Maßen den Floßen der Fische; doch daß die Hinterflo-
ßen ohne Knochen sind, und horizontal, nicht wie ein
Fischschwanz vertical, liegen. Einige wenige Säuge-
thiere (solidungula) haben Hufe; viele aber (bisulca)
gespaltene Klauen. Die mehresten gehen (zumahl mit
den Hinterfüßen) bloß auf den Zehen; einige aber,
wie der Mensch, und gewisser Maßen auch die Affen,
Bären, Elephanten u. a.m. auf der ganzen Fußsoh-
le bis zur Ferse.

§. 44.

Die mehresten Ameisenbären, die Schuppenthiere,
und einige Wallfische ausgenommen, sind die übrigen
Säugethiere mit Zähnen versehen, die man in
Vorderzähne*)

*) Bey den mehresten sitzen die obern Vorderzähne in einem
besondern (einfachen oder gepaarten) Knochen, der das os
intermaxillare genannt wird; von dessen merkwürdigen Beson-
derheiten ich in der 3ten Ausg. der Schrift de generis huma-
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[44/0063] Lande, bald im Wasser, wie die Biber, Seebären; und noch andere endlich bloß im Wasser, wie die Wall- fische. – Hiernach sind nun auch ihre Füße oder ähn- liche Bewegungswerkzeuge verschieden. Die mehresten haben vier Füße; der Mensch hat nur zwey, aber auch zwey Hände; die Affen hingegen haben vier Hände. Die Finger und Zehen derjenigen Säugethiere, die im Wasser und auf dem Lande zugleich leben, sind durch eine Schwimmhaut verbunden. Bey den Fleder- mäusen sind sie an den Vorderfüßen ungemein lang und dünne; und zwischen ihnen ist eine zarte Haut aus- gespannt, die zum Flattern dient. Die Füße mancher Wasserthiere aus dieser Classe sind zum Rudern einge- richtet, und bey den Wallfischen ähneln sie gar einiger Maßen den Floßen der Fische; doch daß die Hinterflo- ßen ohne Knochen sind, und horizontal, nicht wie ein Fischschwanz vertical, liegen. Einige wenige Säuge- thiere (solidungula) haben Hufe; viele aber (bisulca) gespaltene Klauen. Die mehresten gehen (zumahl mit den Hinterfüßen) bloß auf den Zehen; einige aber, wie der Mensch, und gewisser Maßen auch die Affen, Bären, Elephanten u. a.m. auf der ganzen Fußsoh- le bis zur Ferse. §. 44. Die mehresten Ameisenbären, die Schuppenthiere, und einige Wallfische ausgenommen, sind die übrigen Säugethiere mit Zähnen versehen, die man in Vorderzähne *) *) Bey den mehresten sitzen die obern Vorderzähne in einem besondern (einfachen oder gepaarten) Knochen, der das os intermaxillare genannt wird; von dessen merkwürdigen Beson- derheiten ich in der 3ten Ausg. der Schrift de generis huma-

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 9. Aufl. Wien, 1816, S. 44. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1816/63>, abgerufen am 21.05.2022.