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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 10. Aufl. Göttingen, 1821.

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wollicht; theils stalactitisch. Gewicht = 1920.
Geschmack bitterlich und kältend. Im Feuer
schmilzt er und auf glühenden Kohlen verpufft er;
mehrentheils ist er mit Kalkerde gemischt (als so
genannte Salpetererde). Fundort vorzüglichst in
Ludamar (im Innern von Africa), in Hindustan,
außerdem auch hin und wieder in Europa, z. B.
in Ungarn, Apulien etc., bey Homburg im Würz-
burgischen, und auch bey Göttingen am Reinhau-
ser Sandstein etc.*). Hauptgebrauch bekanntlich
zu Schießpulver, zu Scheidewasser etc.



IV. Boraxsaures Geschlecht.

1. Tinkal, roher Borax, boraxsaure
Soda. Swaga der Tibbetaner. Soude
boratee
.

Meist grünlichgrau; durchscheinend; wachs-
glänzend; krummblätteriger Bruch; krystallirt
in sechsseitigen platten Säulen mit schräg zuge-
schärften Enden. Geschmack anfangs süßlich,
hintennach brennend; schmilzt leicht im Feuer.
Fundort an einigen alpinischen Seen in den
Schneegebirgen von Tibet und Nepal. Ge-
brauch besonders zum Löthen etc.

2. Sassolin, natürliches Sedativsalz.

In gelblich weißen fast silberglänzenden schup-
pigen oder glimmerähnlichen Blättchen. Gehalt
(nach Klaproth) = 86 Boraxsäure, 11 schwefel-

*) s. C. F. Becker's Anleitung zur künstlichen Erzeu-
gung des Salpeters. Braunschw. 1814. 8. S. 8.

wollicht; theils stalactitisch. Gewicht = 1920.
Geschmack bitterlich und kältend. Im Feuer
schmilzt er und auf glühenden Kohlen verpufft er;
mehrentheils ist er mit Kalkerde gemischt (als so
genannte Salpetererde). Fundort vorzüglichst in
Ludamar (im Innern von Africa), in Hindustan,
außerdem auch hin und wieder in Europa, z. B.
in Ungarn, Apulien ꝛc., bey Homburg im Würz-
burgischen, und auch bey Göttingen am Reinhau-
ser Sandstein ꝛc.*). Hauptgebrauch bekanntlich
zu Schießpulver, zu Scheidewasser ꝛc.



IV. Boraxsaures Geschlecht.

1. Tinkal, roher Borax, boraxsaure
Soda. Swaga der Tibbetaner. Soude
boratée
.

Meist grünlichgrau; durchscheinend; wachs-
glänzend; krummblätteriger Bruch; krystallirt
in sechsseitigen platten Säulen mit schräg zuge-
schärften Enden. Geschmack anfangs süßlich,
hintennach brennend; schmilzt leicht im Feuer.
Fundort an einigen alpinischen Seen in den
Schneegebirgen von Tibet und Nepal. Ge-
brauch besonders zum Löthen ꝛc.

2. Sassolin, natürliches Sedativsalz.

In gelblich weißen fast silberglänzenden schup-
pigen oder glimmerähnlichen Blättchen. Gehalt
(nach Klaproth) = 86 Boraxsäure, 11 schwefel-

*) s. C. F. Becker's Anleitung zur künstlichen Erzeu-
gung des Salpeters. Braunschw. 1814. 8. S. 8.
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[670/0692] wollicht; theils stalactitisch. Gewicht = 1920. Geschmack bitterlich und kältend. Im Feuer schmilzt er und auf glühenden Kohlen verpufft er; mehrentheils ist er mit Kalkerde gemischt (als so genannte Salpetererde). Fundort vorzüglichst in Ludamar (im Innern von Africa), in Hindustan, außerdem auch hin und wieder in Europa, z. B. in Ungarn, Apulien ꝛc., bey Homburg im Würz- burgischen, und auch bey Göttingen am Reinhau- ser Sandstein ꝛc. *). Hauptgebrauch bekanntlich zu Schießpulver, zu Scheidewasser ꝛc. IV. Boraxsaures Geschlecht. 1. Tinkal, roher Borax, boraxsaure Soda. Swaga der Tibbetaner. Soude boratée. Meist grünlichgrau; durchscheinend; wachs- glänzend; krummblätteriger Bruch; krystallirt in sechsseitigen platten Säulen mit schräg zuge- schärften Enden. Geschmack anfangs süßlich, hintennach brennend; schmilzt leicht im Feuer. Fundort an einigen alpinischen Seen in den Schneegebirgen von Tibet und Nepal. Ge- brauch besonders zum Löthen ꝛc. 2. Sassolin, natürliches Sedativsalz. In gelblich weißen fast silberglänzenden schup- pigen oder glimmerähnlichen Blättchen. Gehalt (nach Klaproth) = 86 Boraxsäure, 11 schwefel- *) s. C. F. Becker's Anleitung zur künstlichen Erzeu- gung des Salpeters. Braunschw. 1814. 8. S. 8.

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 10. Aufl. Göttingen, 1821, S. 670. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1821/692>, abgerufen am 11.08.2022.