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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 10. Aufl. Göttingen, 1821.

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Die bekannten Astroiten sind fünfeckige Wirbel
vom gegliederten und dabey ästigen Stängel eines
ähnlichen, aber noch nicht ganz bekannten Pe-
trefacts.

III) Corallia.

Zumahl 1) Madreporiten in theils Gegen-
den als in wahren Corallenriefen der Vorwelt,
in unermeßlicher Menge und großer Mannigfal-
tigkeit. So z. B. im dichten Kalkstein und
Marmor (S. 637) auf dem Saleveberge bey
Genf, auf dem Harz bey Blankenburg und bey
Grund etc. - Von letzterm Orte verdient nament-
lich der ansehnliche schön geformte Madreporites
cristatus
*) Erwähnung; so wie von der be-
rühmten Perte du Rhone der sonderbare kleine
Madreporites lenticularis (- Abbild. n. h. Ge-
genst.
tab
. 80. -) der zu mancherley mineralo-
gischen Irrthümern Anlaß gegeben. -

Ausnehmend schöne und große Madreporiten
in muscheligem Hornstein, theils mit Milchblauen
Chalcedon durchzogen, auf der W. Indischen
Insel Antigua.

Andre in saudartigem Kalkstein im Petersberge
bey Mastricht. - In Kreide als so genannte
Fungiten in Kent. - In Brauneisenstein und
eisenschüssigem Quarz, auch als Fungiten und
Schraubensteine (- eine Art Tubiporirten? -)
bey Rübeland am Harz. Letztere auch im Ca-
tharinburgischen in Sibirien. -

2) Milleporiten und andere zarte Corallen-
arten vorzüglich im eben gedachten sandigen Kalk-
stein des Petersbergs bey Mastricht. - In

*) Specimen archaeologiae telluris I. tab. 3. fig. 12.

Die bekannten Astroiten sind fünfeckige Wirbel
vom gegliederten und dabey ästigen Stängel eines
ähnlichen, aber noch nicht ganz bekannten Pe-
trefacts.

III) Corallia.

Zumahl 1) Madreporiten in theils Gegen-
den als in wahren Corallenriefen der Vorwelt,
in unermeßlicher Menge und großer Mannigfal-
tigkeit. So z. B. im dichten Kalkstein und
Marmor (S. 637) auf dem Saleveberge bey
Genf, auf dem Harz bey Blankenburg und bey
Grund ꝛc. – Von letzterm Orte verdient nament-
lich der ansehnliche schön geformte Madreporites
cristatus
*) Erwähnung; so wie von der be-
rühmten Perte du Rhône der sonderbare kleine
Madreporites lenticularis (– Abbild. n. h. Ge-
genst.
tab
. 80. –) der zu mancherley mineralo-
gischen Irrthümern Anlaß gegeben. –

Ausnehmend schöne und große Madreporiten
in muscheligem Hornstein, theils mit Milchblauen
Chalcedon durchzogen, auf der W. Indischen
Insel Antigua.

Andre in saudartigem Kalkstein im Petersberge
bey Mastricht. – In Kreide als so genannte
Fungiten in Kent. – In Brauneisenstein und
eisenschüssigem Quarz, auch als Fungiten und
Schraubensteine (– eine Art Tubiporirten? –)
bey Rübeland am Harz. Letztere auch im Ca-
tharinburgischen in Sibirien. –

2) Milleporiten und andere zarte Corallen-
arten vorzüglich im eben gedachten sandigen Kalk-
stein des Petersbergs bey Mastricht. – In

*) Specimen archaeologiae telluris I. tab. 3. fig. 12.
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[764/0786] Die bekannten Astroiten sind fünfeckige Wirbel vom gegliederten und dabey ästigen Stängel eines ähnlichen, aber noch nicht ganz bekannten Pe- trefacts. III) Corallia. Zumahl 1) Madreporiten in theils Gegen- den als in wahren Corallenriefen der Vorwelt, in unermeßlicher Menge und großer Mannigfal- tigkeit. So z. B. im dichten Kalkstein und Marmor (S. 637) auf dem Saleveberge bey Genf, auf dem Harz bey Blankenburg und bey Grund ꝛc. – Von letzterm Orte verdient nament- lich der ansehnliche schön geformte Madreporites cristatus *) Erwähnung; so wie von der be- rühmten Perte du Rhône der sonderbare kleine Madreporites lenticularis (– Abbild. n. h. Ge- genst. tab. 80. –) der zu mancherley mineralo- gischen Irrthümern Anlaß gegeben. – Ausnehmend schöne und große Madreporiten in muscheligem Hornstein, theils mit Milchblauen Chalcedon durchzogen, auf der W. Indischen Insel Antigua. Andre in saudartigem Kalkstein im Petersberge bey Mastricht. – In Kreide als so genannte Fungiten in Kent. – In Brauneisenstein und eisenschüssigem Quarz, auch als Fungiten und Schraubensteine (– eine Art Tubiporirten? –) bey Rübeland am Harz. Letztere auch im Ca- tharinburgischen in Sibirien. – 2) Milleporiten und andere zarte Corallen- arten vorzüglich im eben gedachten sandigen Kalk- stein des Petersbergs bey Mastricht. – In *) Specimen archaeologiae telluris I. tab. 3. fig. 12.

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 10. Aufl. Göttingen, 1821, S. 764. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1821/786>, abgerufen am 19.05.2022.