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Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 12. Aufl. Göttingen, 1830.

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Aufmerksamkeit, und so auch die beiden so
genannten innern Sinne, Gedächtniß nähmlich
und Einbildungskraft.

§. 34.

Andere sind fast bloß den übrigen Thieren eigen,
so daß sich beim Menschen nur wenige Spuren da-
von finden, nähmlich die so genannten Naturtriebe
oder Instincte. Dagegen er hinwiederum im
ausschließlichen Besitze der Vernunft ist.

§. 35.

Der Instinct*) ist das Vermögen der Thiere,
aus einem angebohrnen, unwillkürlichen, inneren
Drange, ohne allen Unterricht, von freien Stücken,
sich zweckmäßigen, und zu ihrer und ihres Geschlechts
Erhaltung abzielenden Handlungen zu unterziehen.

Daß diese wichtigen Handlungen wirklich ganz
unüberlegt, bloß nach ursprünglichen Gesetzen der
Nothwendigkeit, und gleichsam maschinenmäßig voll-
zogen werden, wird durch zahlreiche Bemerkungen
erweislich, wie z. B., daß die Hamster auch todten
Vögeln doch zuerst die Flügel zerbrechen, ehe sie
weiter anbeißen; daß junge Zugvögel, die man ganz
einsam im Zimmer erzogen hat, doch im Herbst den
innern Ruf zum Fortziehen fühlen, und im Käfich
bei allem guten Futter und Pflege unruhig werden.

*) Herm. Sam. Reimarus Betr. über die Triebe der
Thiere. 4te Ausg. Hamb. 1798. 8.Dupont de Nemours in seinen Memoires sur differens su-
jets
etc. Par.
1807. 8. S. 147-373.The Percy Anecdotes of Instinct. by Sholto and Reuben
Percy. Lond. 1821. 12.

Aufmerksamkeit, und so auch die beiden so
genannten innern Sinne, Gedächtniß nähmlich
und Einbildungskraft.

§. 34.

Andere sind fast bloß den übrigen Thieren eigen,
so daß sich beim Menschen nur wenige Spuren da-
von finden, nähmlich die so genannten Naturtriebe
oder Instincte. Dagegen er hinwiederum im
ausschließlichen Besitze der Vernunft ist.

§. 35.

Der Instinct*) ist das Vermögen der Thiere,
aus einem angebohrnen, unwillkürlichen, inneren
Drange, ohne allen Unterricht, von freien Stücken,
sich zweckmäßigen, und zu ihrer und ihres Geschlechts
Erhaltung abzielenden Handlungen zu unterziehen.

Daß diese wichtigen Handlungen wirklich ganz
unüberlegt, bloß nach ursprünglichen Gesetzen der
Nothwendigkeit, und gleichsam maschinenmäßig voll-
zogen werden, wird durch zahlreiche Bemerkungen
erweislich, wie z. B., daß die Hamster auch todten
Vögeln doch zuerst die Flügel zerbrechen, ehe sie
weiter anbeißen; daß junge Zugvögel, die man ganz
einsam im Zimmer erzogen hat, doch im Herbst den
innern Ruf zum Fortziehen fühlen, und im Käfich
bei allem guten Futter und Pflege unruhig werden.

*) Herm. Sam. Reimarus Betr. über die Triebe der
Thiere. 4te Ausg. Hamb. 1798. 8.Dupont de Nemours in seinen Mémoires sur différens su-
jets
ꝛc. Par.
1807. 8. S. 147–373.The Percy Anecdotes of Instinct. by Sholto and Reuben
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[36/0054] Aufmerksamkeit, und so auch die beiden so genannten innern Sinne, Gedächtniß nähmlich und Einbildungskraft. §. 34. Andere sind fast bloß den übrigen Thieren eigen, so daß sich beim Menschen nur wenige Spuren da- von finden, nähmlich die so genannten Naturtriebe oder Instincte. Dagegen er hinwiederum im ausschließlichen Besitze der Vernunft ist. §. 35. Der Instinct *) ist das Vermögen der Thiere, aus einem angebohrnen, unwillkürlichen, inneren Drange, ohne allen Unterricht, von freien Stücken, sich zweckmäßigen, und zu ihrer und ihres Geschlechts Erhaltung abzielenden Handlungen zu unterziehen. Daß diese wichtigen Handlungen wirklich ganz unüberlegt, bloß nach ursprünglichen Gesetzen der Nothwendigkeit, und gleichsam maschinenmäßig voll- zogen werden, wird durch zahlreiche Bemerkungen erweislich, wie z. B., daß die Hamster auch todten Vögeln doch zuerst die Flügel zerbrechen, ehe sie weiter anbeißen; daß junge Zugvögel, die man ganz einsam im Zimmer erzogen hat, doch im Herbst den innern Ruf zum Fortziehen fühlen, und im Käfich bei allem guten Futter und Pflege unruhig werden. *) Herm. Sam. Reimarus Betr. über die Triebe der Thiere. 4te Ausg. Hamb. 1798. 8. Dupont de Nemours in seinen Mémoires sur différens su- jets ꝛc. Par. 1807. 8. S. 147–373. The Percy Anecdotes of Instinct. by Sholto and Reuben Percy. Lond. 1821. 12.

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Zitationshilfe: Blumenbach, Johann Friedrich: Handbuch der Naturgeschichte. 12. Aufl. Göttingen, 1830, S. 36. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/blumenbach_naturgeschichte_1830/54>, abgerufen am 29.05.2022.