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Bohse, August: Des Frantzöischen Helicons auserlesene Winter-Früchte. [Bd. 1]. Leipzig, 1703.

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Holländische Reisen
die Chaloupe schmeissen/ weil ihr Fleisch sehr wohl-
schmeckend und dem Kalb-Fleische gleich kömmt.

Die Holländer gehen mit einigen Jndianern
nach Sumatra, kommen in eine Jnsul/ da sie zum er-
sten mahle sehen/ wie der Pfeffer wächst/ und steigen
die Pfeffer-Bäume dem Hopffen gleich in die Höhe/
und schlingen sich um das Schilff herum. Sie
kauffen allda Pfeffer ein/ so viel sie bekommen können.

Es giebt in Sumatra überaus viel Palmen-Bäu-
me: Solche steigen gewaltig hoch in die Höhe/ haben
ihre Cocos oder Jndianische Nüsse oben am Stam-
me/ wo sich die Zweige anheben/ wo immer zehne bis
zwölfe beysammen stehen. Unten siehet man so
wenig Wurtzel/ daß man sich wundert/ wo dieser
Baum so feste stehen kan. Er giebt so vielfälti-
gen Nutzen von sich/ daß kein Baum in der Welt
zu finden/ der ihm an Nutzbarkeit gleich kähme.
Man bauet davon gantze Schiffe/ machet Sei-
ler aus seinen Cocos Nüssen; Aus den Blättern
aber Seegel/ und decket auch die Häuser damit. So
gebrauchet man sie auch zu Gezelten; verfertiget
saubere Hüthe daraus/ welche/ weil sie sehr leicht/
im Sommer trefflich bequehme zu tragen seynd.
Uber dieses machet man auch daraus herrlichen
Palmen-Wein/ und aus den Nüssen spinnet man
allerhand Seiler und Tücher als aus Hanffe und
Flachß. Wenn die Cocos. Nüsse beginnen reiff
zu werden/ die denn so groß als ein Straussen-
Ey seynd/ so füllen sie sich mit einem süssen Was-
ser an/ welches kühlet und sehr angenehm zu
trincken ist/ auch findet man in iederer Nuß bey

einer

Hollaͤndiſche Reiſen
die Chaloupe ſchmeiſſen/ weil ihr Fleiſch ſehr wohl-
ſchmeckend und dem Kalb-Fleiſche gleich koͤmmt.

Die Hollaͤnder gehen mit einigen Jndianern
nach Sumatra, kommen in eine Jnſul/ da ſie zum er-
ſten mahle ſehen/ wie der Pfeffer waͤchſt/ und ſteigen
die Pfeffer-Baͤume dem Hopffen gleich in die Hoͤhe/
und ſchlingen ſich um das Schilff herum. Sie
kauffen allda Pfeffer ein/ ſo viel ſie bekom̃en koͤnnen.

Es giebt in Sumatra uͤberaus viel Palmen-Baͤu-
me: Solche ſteigen gewaltig hoch in die Hoͤhe/ haben
ihre Cocos oder Jndianiſche Nuͤſſe oben am Stam-
me/ wo ſich die Zweige anheben/ wo immer zehne bis
zwoͤlfe beyſammen ſtehen. Unten ſiehet man ſo
wenig Wurtzel/ daß man ſich wundert/ wo dieſer
Baum ſo feſte ſtehen kan. Er giebt ſo vielfaͤlti-
gen Nutzen von ſich/ daß kein Baum in der Welt
zu finden/ der ihm an Nutzbarkeit gleich kaͤhme.
Man bauet davon gantze Schiffe/ machet Sei-
ler aus ſeinen Cocos Nuͤſſen; Aus den Blaͤttern
aber Seegel/ und decket auch die Haͤuſer damit. So
gebrauchet man ſie auch zu Gezelten; verfertiget
ſaubere Huͤthe daraus/ welche/ weil ſie ſehr leicht/
im Sommer trefflich bequehme zu tragen ſeynd.
Uber dieſes machet man auch daraus herrlichen
Palmen-Wein/ und aus den Nuͤſſen ſpinnet man
allerhand Seiler und Tuͤcher als aus Hanffe und
Flachß. Wenn die Cocos. Nuͤſſe beginnen reiff
zu werden/ die denn ſo groß als ein Strauſſen-
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einer
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[142/0162] Hollaͤndiſche Reiſen die Chaloupe ſchmeiſſen/ weil ihr Fleiſch ſehr wohl- ſchmeckend und dem Kalb-Fleiſche gleich koͤmmt. Die Hollaͤnder gehen mit einigen Jndianern nach Sumatra, kommen in eine Jnſul/ da ſie zum er- ſten mahle ſehen/ wie der Pfeffer waͤchſt/ und ſteigen die Pfeffer-Baͤume dem Hopffen gleich in die Hoͤhe/ und ſchlingen ſich um das Schilff herum. Sie kauffen allda Pfeffer ein/ ſo viel ſie bekom̃en koͤnnen. Es giebt in Sumatra uͤberaus viel Palmen-Baͤu- me: Solche ſteigen gewaltig hoch in die Hoͤhe/ haben ihre Cocos oder Jndianiſche Nuͤſſe oben am Stam- me/ wo ſich die Zweige anheben/ wo immer zehne bis zwoͤlfe beyſammen ſtehen. Unten ſiehet man ſo wenig Wurtzel/ daß man ſich wundert/ wo dieſer Baum ſo feſte ſtehen kan. Er giebt ſo vielfaͤlti- gen Nutzen von ſich/ daß kein Baum in der Welt zu finden/ der ihm an Nutzbarkeit gleich kaͤhme. Man bauet davon gantze Schiffe/ machet Sei- ler aus ſeinen Cocos Nuͤſſen; Aus den Blaͤttern aber Seegel/ und decket auch die Haͤuſer damit. So gebrauchet man ſie auch zu Gezelten; verfertiget ſaubere Huͤthe daraus/ welche/ weil ſie ſehr leicht/ im Sommer trefflich bequehme zu tragen ſeynd. Uber dieſes machet man auch daraus herrlichen Palmen-Wein/ und aus den Nuͤſſen ſpinnet man allerhand Seiler und Tuͤcher als aus Hanffe und Flachß. Wenn die Cocos. Nuͤſſe beginnen reiff zu werden/ die denn ſo groß als ein Strauſſen- Ey ſeynd/ ſo fuͤllen ſie ſich mit einem ſuͤſſen Waſ- ſer an/ welches kuͤhlet und ſehr angenehm zu trincken iſt/ auch findet man in iederer Nuß bey einer

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Zitationshilfe: Bohse, August: Des Frantzöischen Helicons auserlesene Winter-Früchte. [Bd. 1]. Leipzig, 1703, S. 142. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/bohse_helicon01_1703/162>, abgerufen am 15.09.2024.