Bohse, August: Des Frantzöischen Helicons auserlesene Winter-Früchte. [Bd. 1]. Leipzig, 1703.Krieg der Eloquenz ten/ zumahl sie ihre Ober-Auditeurs, Mesnardiereund Hedelin a) bey sich hatten/ welche ihnen gar ge- naue Reguln vorgeschrieben/ so gar/ daß sie auch selbst zuweilen etwas davon nachlassen musten/ son- sten sie keinen Zulauff von Soldaten gehabt. Mitten unter diesen Troupen sahe man die Kö- Die Königin gab keine andere Ordre aus/ sie Dieser nun kömmt auch endlich ins Gesicht der sei- a) Welche beyde Autores wohl von der Poesie und der Practica des Theatri geschrieben. b) Un-
terschiedene Arten der alten Poesie. Krieg der Eloquenz ten/ zumahl ſie ihre Ober-Auditeurs, Mesnardiereund Hedelin a) bey ſich hatten/ welche ihnen gar ge- naue Reguln vorgeſchrieben/ ſo gar/ daß ſie auch ſelbſt zuweilen etwas davon nachlaſſen muſten/ ſon- ſten ſie keinen Zulauff von Soldaten gehabt. Mitten unter dieſen Troupen ſahe man die Koͤ- Die Koͤnigin gab keine andere Ordre aus/ ſie Dieſer nun koͤmmt auch endlich ins Geſicht der ſei- a) Welche beyde Autores wohl von der Poeſie und der Practica des Theatri geſchrieben. b) Un-
terſchiedene Arten der alten Poeſie. <TEI> <text> <body> <div n="1"> <p><pb facs="#f0214" n="194"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Krieg der</hi><hi rendition="#aq">Eloquenz</hi></fw><lb/> ten/ zumahl ſie ihre Ober-<hi rendition="#aq">Auditeurs, Mesnardiere</hi><lb/> und <hi rendition="#aq">Hedelin</hi> <note place="foot" n="a)">Welche beyde <hi rendition="#aq">Autores</hi> wohl von der <hi rendition="#aq">Poeſie</hi> und<lb/> der <hi rendition="#aq">Practica</hi> des <hi rendition="#aq">Theatri</hi> geſchrieben.</note> bey ſich hatten/ welche ihnen gar ge-<lb/> naue Reguln vorgeſchrieben/ ſo gar/ daß ſie auch<lb/> ſelbſt zuweilen etwas davon nachlaſſen muſten/ ſon-<lb/> ſten ſie keinen Zulauff von Soldaten gehabt.</p><lb/> <p>Mitten unter dieſen <hi rendition="#aq">Troupen</hi> ſahe man die Koͤ-<lb/> nigin mit aller ihrer Liebligkeit und Majeſtaͤt/ und<lb/> hatte ſie eine kleine <hi rendition="#aq">Compagnie</hi> von leichter Reute-<lb/> rey bey ſich/ die aus <hi rendition="#aq">Balladen,</hi> <note place="foot" n="b)">Un-<lb/> terſchiedene Arten der alten <hi rendition="#aq">Poeſie.</hi></note> <hi rendition="#aq">Rondeaux, Eni-<lb/> gmen,</hi> und <hi rendition="#aq">Triolets</hi> beſtunde/ welche alle nach der<lb/> Benennung einer <hi rendition="#aq">Dame</hi> angeſchafft/ ſo man <hi rendition="#aq">la Mo-<lb/> de</hi> heißt.</p><lb/> <p>Die Koͤnigin gab keine andere <hi rendition="#aq">Ordre</hi> aus/ ſie<lb/> hatte dann erſt ihren <hi rendition="#aq">Premier-Miniſter Bonſens</hi><lb/> zu Rathe gezogen. Auf deſſen Gutbefinden ſetzet<lb/> ſich die <hi rendition="#aq">Armée</hi> alſo/ daß ſie auf der einen Seiten<lb/> den Fluß <hi rendition="#aq">Eloquence;</hi> auf der andern aber die<lb/> Haupt-Veſtung <hi rendition="#aq">Academie</hi> hat. Man ſchickte ei-<lb/> nige <hi rendition="#aq">in promptu</hi> zu <hi rendition="#aq">recognoſcir</hi>en aus/ welche zu-<lb/> ruͤck bringen/ daß der Printz <hi rendition="#aq">Galimatias</hi> in vollem<lb/> Anmarche waͤre/ eine <hi rendition="#aq">Bataille</hi> zu liefern.</p><lb/> <p>Dieſer nun koͤmmt auch endlich ins Geſicht der<lb/> andern <hi rendition="#aq">Armée;</hi> und dichtet der <hi rendition="#aq">Autor</hi> dieſem Printz<lb/> eine ſeinem <hi rendition="#aq">Humeur</hi> gemaͤße Rede an die Soldaten<lb/> „an/ die er zur Tapfferkeit aufmuntert: Nimmt<lb/> „das Exempel von <hi rendition="#aq">Alexandro Magno,</hi> wie dieſer in<lb/> „Gewohnheit gehabt/ vor angehendem Treffen<lb/> <fw place="bottom" type="catch">ſei-</fw><lb/></p> </div> </body> </text> </TEI> [194/0214]
Krieg der Eloquenz
ten/ zumahl ſie ihre Ober-Auditeurs, Mesnardiere
und Hedelin a) bey ſich hatten/ welche ihnen gar ge-
naue Reguln vorgeſchrieben/ ſo gar/ daß ſie auch
ſelbſt zuweilen etwas davon nachlaſſen muſten/ ſon-
ſten ſie keinen Zulauff von Soldaten gehabt.
Mitten unter dieſen Troupen ſahe man die Koͤ-
nigin mit aller ihrer Liebligkeit und Majeſtaͤt/ und
hatte ſie eine kleine Compagnie von leichter Reute-
rey bey ſich/ die aus Balladen, b) Rondeaux, Eni-
gmen, und Triolets beſtunde/ welche alle nach der
Benennung einer Dame angeſchafft/ ſo man la Mo-
de heißt.
Die Koͤnigin gab keine andere Ordre aus/ ſie
hatte dann erſt ihren Premier-Miniſter Bonſens
zu Rathe gezogen. Auf deſſen Gutbefinden ſetzet
ſich die Armée alſo/ daß ſie auf der einen Seiten
den Fluß Eloquence; auf der andern aber die
Haupt-Veſtung Academie hat. Man ſchickte ei-
nige in promptu zu recognoſciren aus/ welche zu-
ruͤck bringen/ daß der Printz Galimatias in vollem
Anmarche waͤre/ eine Bataille zu liefern.
Dieſer nun koͤmmt auch endlich ins Geſicht der
andern Armée; und dichtet der Autor dieſem Printz
eine ſeinem Humeur gemaͤße Rede an die Soldaten
„an/ die er zur Tapfferkeit aufmuntert: Nimmt
„das Exempel von Alexandro Magno, wie dieſer in
„Gewohnheit gehabt/ vor angehendem Treffen
ſei-
a) Welche beyde Autores wohl von der Poeſie und
der Practica des Theatri geſchrieben.
b) Un-
terſchiedene Arten der alten Poeſie.
Suche im WerkInformationen zum Werk
Download dieses Werks
XML (TEI P5) ·
HTML ·
Text Metadaten zum WerkTEI-Header · CMDI · Dublin Core Ansichten dieser Seite
Voyant Tools
|
| URL zu diesem Werk: | https://www.deutschestextarchiv.de/bohse_helicon01_1703 |
| URL zu dieser Seite: | https://www.deutschestextarchiv.de/bohse_helicon01_1703/214 |
| Zitationshilfe: | Bohse, August: Des Frantzöischen Helicons auserlesene Winter-Früchte. [Bd. 1]. Leipzig, 1703, S. 194. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/bohse_helicon01_1703/214>, abgerufen am 15.09.2024. |


