Bohse, August: Des Franzöischen Helicons Monat-Früchte. Leipzig, 1696.des August. Marc. Anton. und Lepidus. mit guter Ordnung gegen einander/ und auf demLande stehen bey die zweymahl hundert tausend Mann in Waffen: p. 221. Caesar zweifelt fast nicht mehr an dem Siege wegen einer glücklichen Vorbe- deutung oder Zeichens/ so er gehabt/ als er bey an- brechendem Tage aus seinem Gezelt sich nach der Flotte begeben will. Er trifft einen Bauer an/ so einen Esel vor sich hertreibet; fraget den Bauer ohngefehr/ wie er hiesse; der dann antwortet: Jch heisse Eutichus, gnädiger Herr/ und mein Esel Nicon. Davon das eine Wort im Griegischen so viel als glückseelig/ und das andere Uberwin- der/ bedeutet. Diese Begebenheit lässet er durch die gantze Armee kund machen; und als er auch nach der Zeit ein monument wegen des erhaltenen Sie- ges aufrichten lässet/ wird auff seinen Befehl der Bauer mit dem Esel in einem ertzenen Bilde zugleich mit vorgestellet p. 222. Die See-Schlacht geht an: Es wird mit gleichem Glück gefochten; und Anto- nius hat Ursach/ den Sieg so wohl als. Caesar zu hoffen. Cleopatra verdirbet das gantze Spiel; sie gehet aus Furcht mit sechzig Schiffen durch/ und mit vollen Seegeln nach Pelopennes zu. Anto- nius: der sonst allezeit unerschrocken/ auch anitzo vor der seinigen Tapferkeit sich alles guten annoch zu versehen/ eilet/ ohne vor sein Leben und gantzes Glück ferner zu sorgen/ mit einer eintzigen Galleen dieser Frauen nach: Sie kennet das Zeichen/ als sol- che nähert/ und läst die Haupt-Flache von dem Schiffe/ worauf sie sich befindet/ wehen. Er nä- hertsich/ steiget in das Schiff/ ohne die Königin zu sehen/ oder ein Wort zu reden/ sondern verbleibet auf dem
des Auguſt. Marc. Anton. und Lepidus. mit guter Ordnung gegen einander/ und auf demLande ſtehen bey die zweymahl hundert tauſend Mann in Waffen: p. 221. Cæſar zweifelt faſt nicht mehr an dem Siege wegen einer gluͤcklichen Vorbe- deutung oder Zeichens/ ſo er gehabt/ als er bey an- brechendem Tage aus ſeinem Gezelt ſich nach der Flotte begeben will. Er trifft einen Bauer an/ ſo einen Eſel vor ſich hertreibet; fraget den Bauer ohngefehr/ wie er hieſſe; der dann antwortet: Jch heiſſe Eutichus, gnaͤdiger Herr/ und mein Eſel Nicon. Davon das eine Wort im Griegiſchen ſo viel als gluͤckſeelig/ und das andere Uberwin- der/ bedeutet. Dieſe Begebenheit laͤſſet er durch die gantze Armee kund machen; und als er auch nach der Zeit ein monument wegen des erhaltenen Sie- ges aufrichten laͤſſet/ wird auff ſeinen Befehl der Bauer mit dem Eſel in einem ertzenen Bilde zugleich mit vorgeſtellet p. 222. Die See-Schlacht geht an: Es wird mit gleichem Gluͤck gefochten; und Anto- nius hat Urſach/ den Sieg ſo wohl als. Cæſar zu hoffen. Cleopatra verdirbet das gantze Spiel; ſie gehet aus Furcht mit ſechzig Schiffen durch/ und mit vollen Seegeln nach Pelopennes zu. Anto- nius: der ſonſt allezeit unerſchrocken/ auch anitzo vor der ſeinigen Tapferkeit ſich alles guten annoch zu verſehen/ eilet/ ohne vor ſein Leben und gantzes Gluͤck ferner zu ſorgen/ mit einer eintzigen Galleen dieſer Frauen nach: Sie kennet das Zeichen/ als ſol- che naͤhert/ und laͤſt die Haupt-Flache von dem Schiffe/ worauf ſie ſich befindet/ wehen. Er naͤ- hertſich/ ſteiget in das Schiff/ ohne die Koͤnigin zu ſehen/ oder ein Wort zu reden/ ſondern verbleibet auf dem
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Mann in Waffen: p. 221. Cæſar zweifelt faſt nicht
mehr an dem Siege wegen einer gluͤcklichen Vorbe-
deutung oder Zeichens/ ſo er gehabt/ als er bey an-
brechendem Tage aus ſeinem Gezelt ſich nach der
Flotte begeben will. Er trifft einen Bauer an/ ſo
einen Eſel vor ſich hertreibet; fraget den Bauer
ohngefehr/ wie er hieſſe; der dann antwortet: Jch
heiſſe Eutichus, gnaͤdiger Herr/ und mein Eſel
Nicon. Davon das eine Wort im Griegiſchen ſo
viel als gluͤckſeelig/ und das andere Uberwin-
der/ bedeutet. Dieſe Begebenheit laͤſſet er durch
die gantze Armee kund machen; und als er auch nach
der Zeit ein monument wegen des erhaltenen Sie-
ges aufrichten laͤſſet/ wird auff ſeinen Befehl der
Bauer mit dem Eſel in einem ertzenen Bilde zugleich
mit vorgeſtellet p. 222. Die See-Schlacht geht an:
Es wird mit gleichem Gluͤck gefochten; und Anto-
nius hat Urſach/ den Sieg ſo wohl als. Cæſar zu
hoffen. Cleopatra verdirbet das gantze Spiel; ſie
gehet aus Furcht mit ſechzig Schiffen durch/ und
mit vollen Seegeln nach Pelopennes zu. Anto-
nius: der ſonſt allezeit unerſchrocken/ auch anitzo vor
der ſeinigen Tapferkeit ſich alles guten annoch zu
verſehen/ eilet/ ohne vor ſein Leben und gantzes
Gluͤck ferner zu ſorgen/ mit einer eintzigen Galleen
dieſer Frauen nach: Sie kennet das Zeichen/ als ſol-
che naͤhert/ und laͤſt die Haupt-Flache von dem
Schiffe/ worauf ſie ſich befindet/ wehen. Er naͤ-
hertſich/ ſteiget in das Schiff/ ohne die Koͤnigin zu
ſehen/ oder ein Wort zu reden/ ſondern verbleibet auf
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| Zitationshilfe: | Bohse, August: Des Franzöischen Helicons Monat-Früchte. Leipzig, 1696, S. 275. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/bohse_helicon_1696/303>, abgerufen am 06.08.2024. |


