Bohse, August: Des Franzöischen Helicons Monat-Früchte. Leipzig, 1696.Die entmaskete Savoyen/ Churfürsten von Pfaltz/ den Printz vonLüttich/ König von Schweden/ Hertzog von Lothrin- gen/ Printz von Monbeliard/ die freyen Städte in Elsas/ und seine eigenen Unterthanen anführet. Was das hälffe/ wenn er etwan zwey oder drey alle-
Die entmaskete Savoyen/ Churfuͤrſten von Pfaltz/ den Printz vonLuͤttich/ Koͤnig von Schweden/ Hertzog von Lothrin- gen/ Printz von Monbeliard/ die freyen Staͤdte in Elſas/ und ſeine eigenen Unterthanen anfuͤhret. Was das haͤlffe/ wenn er etwan zwey oder drey alle-
<TEI> <text> <body> <div n="1"> <div n="2"> <div n="3"> <p><pb facs="#f0096" n="76"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#b">Die entmaskete</hi></fw><lb/> Savoyen/ Churfuͤrſten von Pfaltz/ den Printz von<lb/> Luͤttich/ Koͤnig von Schweden/ Hertzog von Lothrin-<lb/> gen/ Printz von Monbeliard/ die freyen Staͤdte in<lb/> Elſas/ und ſeine eigenen Unterthanen anfuͤhret.</p><lb/> <p>Was das haͤlffe/ wenn er etwan zwey oder drey<lb/> Privat-Perſonen Recht ertheilete/ oder gegen ſel-<lb/> bige ſein Wort hielte/ und dann hundert tauſend<lb/> zu gleicher Zeit um das ihrige braͤchte. So ſolle<lb/> auch der Geiſtliche ja nicht ſeinen Koͤnige daher<lb/> ruͤhmen/ daß er ſo <hi rendition="#aq">exact</hi> waͤre/ ſein Wort unver-<lb/> bruͤchlich zu halten/ ſondern lieber davon ſtille ſchwei-<lb/> gen: die heiligſten Friedens-und andere Tractaten<lb/> ſehe er nicht anders als <hi rendition="#aq">interims</hi> an/ und als <hi rendition="#aq">media<lb/> indirecta,</hi> um dadurch zu letzt zu ſeinen Entzweck<lb/> zu gelangen. Ob er nicht ſchon die Pireneiſchen<lb/> Tractaten ſo wohl als alle die Eydſchwuͤre/ die er<lb/> in <hi rendition="#aq">renunci</hi>rung alles Anſpruchs auf des Koͤniges<lb/> von Spanien Staate gethan/ gebrochen haͤtte;<lb/> ob er nicht mit dem Achiſchen und Nimegiſchen<lb/> Friedensſchluſſe eben auch wider Treu und Glau-<lb/> ben gehandelt; ob er nicht die von ſeinen Vor-<lb/> fahren auf das heilichſte beſchworne <hi rendition="#aq">Edicte</hi> vor<lb/> eitel <hi rendition="#aq">Bagatell</hi>en hielte/ die ihn zu gar nichts ver-<lb/> pflichteten; Und ob er nicht ſelbſt das von ſei-<lb/> nem Großvater gegebene/ und mit hohem Eyde be-<lb/> kraͤfftigte/ von ſeinem Vater aber/ und auch ihm<lb/> darauf von neuen beſchworene <hi rendition="#aq">Edict</hi> von <hi rendition="#aq">Nantes,</hi><lb/> da er die Hand auf das Evangelium geleget/ und<lb/> den hoͤchſten GOtt zum Zeugen angeruffen/ wie-<lb/> der gebrochen und zernichtet; Ob er nicht in der<lb/> letzten <hi rendition="#aq">Declaration</hi> ohne einige Scham und<lb/> Scheu geſtanden/ wann er ſchwuͤre/ ſo haͤtte er<lb/> <fw place="bottom" type="catch">alle-</fw><lb/></p> </div> </div> </div> </body> </text> </TEI> [76/0096]
Die entmaskete
Savoyen/ Churfuͤrſten von Pfaltz/ den Printz von
Luͤttich/ Koͤnig von Schweden/ Hertzog von Lothrin-
gen/ Printz von Monbeliard/ die freyen Staͤdte in
Elſas/ und ſeine eigenen Unterthanen anfuͤhret.
Was das haͤlffe/ wenn er etwan zwey oder drey
Privat-Perſonen Recht ertheilete/ oder gegen ſel-
bige ſein Wort hielte/ und dann hundert tauſend
zu gleicher Zeit um das ihrige braͤchte. So ſolle
auch der Geiſtliche ja nicht ſeinen Koͤnige daher
ruͤhmen/ daß er ſo exact waͤre/ ſein Wort unver-
bruͤchlich zu halten/ ſondern lieber davon ſtille ſchwei-
gen: die heiligſten Friedens-und andere Tractaten
ſehe er nicht anders als interims an/ und als media
indirecta, um dadurch zu letzt zu ſeinen Entzweck
zu gelangen. Ob er nicht ſchon die Pireneiſchen
Tractaten ſo wohl als alle die Eydſchwuͤre/ die er
in renuncirung alles Anſpruchs auf des Koͤniges
von Spanien Staate gethan/ gebrochen haͤtte;
ob er nicht mit dem Achiſchen und Nimegiſchen
Friedensſchluſſe eben auch wider Treu und Glau-
ben gehandelt; ob er nicht die von ſeinen Vor-
fahren auf das heilichſte beſchworne Edicte vor
eitel Bagatellen hielte/ die ihn zu gar nichts ver-
pflichteten; Und ob er nicht ſelbſt das von ſei-
nem Großvater gegebene/ und mit hohem Eyde be-
kraͤfftigte/ von ſeinem Vater aber/ und auch ihm
darauf von neuen beſchworene Edict von Nantes,
da er die Hand auf das Evangelium geleget/ und
den hoͤchſten GOtt zum Zeugen angeruffen/ wie-
der gebrochen und zernichtet; Ob er nicht in der
letzten Declaration ohne einige Scham und
Scheu geſtanden/ wann er ſchwuͤre/ ſo haͤtte er
alle-
Suche im WerkInformationen zum Werk
Download dieses Werks
XML (TEI P5) ·
HTML ·
Text Metadaten zum WerkTEI-Header · CMDI · Dublin Core Ansichten dieser Seite
Voyant Tools
|
| URL zu diesem Werk: | https://www.deutschestextarchiv.de/bohse_helicon_1696 |
| URL zu dieser Seite: | https://www.deutschestextarchiv.de/bohse_helicon_1696/96 |
| Zitationshilfe: | Bohse, August: Des Franzöischen Helicons Monat-Früchte. Leipzig, 1696, S. 76. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/bohse_helicon_1696/96>, abgerufen am 06.08.2024. |


