Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Braunschweig-Wolfenbüttel, Anton Ulrich von: Erneuerte Kirchen-Ordnung Unser von Gottes Gnaden Anthon Ulrichs Hertzogen zu Braunschweig und Lüneburg, Erster Teil. Braunschweig, 1709.

Bild:
<< vorherige Seite

Standes die seyn mögen / hiemit zu wissen / daß obwol nicht nur aus Göttlicher heiliger Schrifft und allgemeinen beschriebenen Rechten / sondern auch Unser Fürstlichen Kirchen-Ordnung und Verlöbniß-Constitution, einen jeden nicht unbekandt seyn soll / daß man von denen darinnen specificirten / vornemlich aber in GOTTes Wort selbst hoch-verbohtenen Gradibus zu heyrahten abstrahiren solle / es dennoch leyder! die Erfahrung öffters gegeben / welcher Gestalt Wir über einige in andern Grad nngleicher Linie der Schwägerschafft vorzunehmende Verehligung zu dispensiren verschiedentlich in Unterthänigkeit imploriret worden; Wir auch vor diesen aus bewegenden Ursachen und mit unterlauffenden Umständen ein- und andermahl zwischen solchen Persohnen / die zwar denen Worten nach nicht expresse, wol aber denen daselbst befindlichen Gradibus und deren Gleichheit nach verboten / die Ehe gewilliget / und daß solche Persohnen in vorerwehnten Grad der Schwägerschafft sich ehligen / und ihre angefangene Ehe durch Priesterliche Copulation vollenziehen dürffen geschehen lassen. Nachdem Wir jedoch auf Einraht Unsers Fürstlichen Consistorii und anderer vornehmen Theologorum führohin in solchen und dergleichen Fällen mehr zu dispensiren und die Heyrahten zu verstatten nicht unbillig Bedencken tragen / sondern wollen zu Erhaltung mehrer Zucht und Ehrbarkeit / auch um Abwendung des von GOtt selbst darauf gesetzten Fluchs und Unsegens / sowol denen Persohnen / die im dritten Buch Mosis am 18. und 20. Capituln erzehlet werden / als auch denen so in gleichen Gradibus sich befinden / und in specie denen / so im andern Grad ungleicher Linie der Schwägerschafft / oder auch wol gar näher einander zu gethan und verwandt seyn / ins künfftige keine dispensation mehr wiederfahren lassen. Und damit nun ein jeder sich um so vielmehr dafür zu hüten wissen möge / der etwa seiner Mutter Brudern Wittwe (denn des Vatern Brudern Wittwe zu heyrahten / ist ausdrücklich in GOTTes Wort schon verbohten) oder seines Schwieger-Vatern / oder seiner Schwieger-Mutter Schwester / oder seiner vorigen Frauen Brudern- -

Standes die seyn mögen / hiemit zu wissen / daß obwol nicht nur aus Göttlicher heiliger Schrifft und allgemeinen beschriebenen Rechten / sondern auch Unser Fürstlichen Kirchen-Ordnung und Verlöbniß-Constitution, einen jeden nicht unbekandt seyn soll / daß man von denen darinnen specificirten / vornemlich aber in GOTTes Wort selbst hoch-verbohtenen Gradibus zu heyrahten abstrahiren solle / es dennoch leyder! die Erfahrung öffters gegeben / welcher Gestalt Wir über einige in andern Grad nngleicher Linie der Schwägerschafft vorzunehmende Verehligung zu dispensiren verschiedentlich in Unterthänigkeit imploriret worden; Wir auch vor diesen aus bewegenden Ursachen und mit unterlauffenden Umständen ein- und andermahl zwischen solchen Persohnen / die zwar denen Worten nach nicht expressè, wol aber denen daselbst befindlichen Gradibus und deren Gleichheit nach verboten / die Ehe gewilliget / und daß solche Persohnen in vorerwehnten Grad der Schwägerschafft sich ehligen / und ihre angefangene Ehe durch Priesterliche Copulation vollenziehen dürffen geschehen lassen. Nachdem Wir jedoch auf Einraht Unsers Fürstlichen Consistorii und anderer vornehmen Theologorum führohin in solchen und dergleichen Fällen mehr zu dispensiren und die Heyrahten zu verstatten nicht unbillig Bedencken tragen / sondern wollen zu Erhaltung mehrer Zucht und Ehrbarkeit / auch um Abwendung des von GOtt selbst darauf gesetzten Fluchs und Unsegens / sowol denen Persohnen / die im dritten Buch Mosis am 18. und 20. Capituln erzehlet werden / als auch denen so in gleichen Gradibus sich befinden / und in specie denen / so im andern Grad ungleicher Linie der Schwägerschafft / oder auch wol gar näher einander zu gethan und verwandt seyn / ins künfftige keine dispensation mehr wiederfahren lassen. Und damit nun ein jeder sich um so vielmehr dafür zu hüten wissen möge / der etwa seiner Mutter Brudern Wittwe (denn des Vatern Brudern Wittwe zu heyrahten / ist ausdrücklich in GOTTes Wort schon verbohten) oder seines Schwieger-Vatern / oder seiner Schwieger-Mutter Schwester / oder seiner vorigen Frauen Brudern- -

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <p><pb facs="#f0112" n="121"/>
Standes die seyn mögen / hiemit zu wissen / daß obwol nicht nur                      aus Göttlicher heiliger Schrifft und allgemeinen beschriebenen Rechten / sondern                      auch Unser Fürstlichen Kirchen-Ordnung und Verlöbniß-Constitution, einen jeden                      nicht unbekandt seyn soll / daß man von denen darinnen specificirten /                      vornemlich aber in GOTTes Wort selbst hoch-verbohtenen Gradibus zu heyrahten                      abstrahiren solle / es dennoch leyder! die Erfahrung öffters gegeben / welcher                      Gestalt Wir über einige in andern Grad nngleicher Linie der Schwägerschafft                      vorzunehmende Verehligung zu dispensiren verschiedentlich in Unterthänigkeit                      imploriret worden; Wir auch vor diesen aus bewegenden Ursachen und mit                      unterlauffenden Umständen ein- und andermahl zwischen solchen Persohnen / die                      zwar denen Worten nach nicht expressè, wol aber denen daselbst befindlichen                      Gradibus und deren Gleichheit nach verboten / die Ehe gewilliget / und daß                      solche Persohnen in vorerwehnten Grad der Schwägerschafft sich ehligen / und                      ihre angefangene Ehe durch Priesterliche Copulation vollenziehen dürffen                      geschehen lassen. Nachdem Wir jedoch auf Einraht Unsers Fürstlichen Consistorii                      und anderer vornehmen Theologorum führohin in solchen und dergleichen Fällen                      mehr zu dispensiren und die Heyrahten zu verstatten nicht unbillig Bedencken                      tragen / sondern wollen zu Erhaltung mehrer Zucht und Ehrbarkeit / auch um                      Abwendung des von GOtt selbst darauf gesetzten Fluchs und Unsegens / sowol denen                      Persohnen / die im dritten Buch Mosis am 18. und 20. Capituln erzehlet werden /                      als auch denen so in gleichen Gradibus sich befinden / und in specie denen / so                      im andern Grad ungleicher Linie der Schwägerschafft / oder auch wol gar näher                      einander zu gethan und verwandt seyn / ins künfftige keine dispensation mehr                      wiederfahren lassen. Und damit nun ein jeder sich um so vielmehr dafür zu hüten                      wissen möge / der etwa seiner Mutter Brudern Wittwe (denn des Vatern Brudern                      Wittwe zu heyrahten / ist ausdrücklich in GOTTes Wort schon verbohten) oder                      seines Schwieger-Vatern / oder seiner Schwieger-Mutter Schwester / oder seiner                      vorigen Frauen Brudern- -
</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[121/0112] Standes die seyn mögen / hiemit zu wissen / daß obwol nicht nur aus Göttlicher heiliger Schrifft und allgemeinen beschriebenen Rechten / sondern auch Unser Fürstlichen Kirchen-Ordnung und Verlöbniß-Constitution, einen jeden nicht unbekandt seyn soll / daß man von denen darinnen specificirten / vornemlich aber in GOTTes Wort selbst hoch-verbohtenen Gradibus zu heyrahten abstrahiren solle / es dennoch leyder! die Erfahrung öffters gegeben / welcher Gestalt Wir über einige in andern Grad nngleicher Linie der Schwägerschafft vorzunehmende Verehligung zu dispensiren verschiedentlich in Unterthänigkeit imploriret worden; Wir auch vor diesen aus bewegenden Ursachen und mit unterlauffenden Umständen ein- und andermahl zwischen solchen Persohnen / die zwar denen Worten nach nicht expressè, wol aber denen daselbst befindlichen Gradibus und deren Gleichheit nach verboten / die Ehe gewilliget / und daß solche Persohnen in vorerwehnten Grad der Schwägerschafft sich ehligen / und ihre angefangene Ehe durch Priesterliche Copulation vollenziehen dürffen geschehen lassen. Nachdem Wir jedoch auf Einraht Unsers Fürstlichen Consistorii und anderer vornehmen Theologorum führohin in solchen und dergleichen Fällen mehr zu dispensiren und die Heyrahten zu verstatten nicht unbillig Bedencken tragen / sondern wollen zu Erhaltung mehrer Zucht und Ehrbarkeit / auch um Abwendung des von GOtt selbst darauf gesetzten Fluchs und Unsegens / sowol denen Persohnen / die im dritten Buch Mosis am 18. und 20. Capituln erzehlet werden / als auch denen so in gleichen Gradibus sich befinden / und in specie denen / so im andern Grad ungleicher Linie der Schwägerschafft / oder auch wol gar näher einander zu gethan und verwandt seyn / ins künfftige keine dispensation mehr wiederfahren lassen. Und damit nun ein jeder sich um so vielmehr dafür zu hüten wissen möge / der etwa seiner Mutter Brudern Wittwe (denn des Vatern Brudern Wittwe zu heyrahten / ist ausdrücklich in GOTTes Wort schon verbohten) oder seines Schwieger-Vatern / oder seiner Schwieger-Mutter Schwester / oder seiner vorigen Frauen Brudern- -

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Rundes r (ꝛ) wird als normales r (r) wiedergegeben bzw. in der Kombination ꝛc. als et (etc.) aufgelöst.
  • Die Majuskel J im Frakturdruck wird in der Transkription je nach Lautwert als I bzw. J wiedergegeben.
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
  • Ligaturen werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Zeilengrenzen hinweg werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Seitengrenzen hinweg werden beibehalten.
  • Kolumnentitel, Bogensignaturen und Kustoden werden nicht erfasst.
  • Griechische Schrift wird nicht transkribiert, sondern im XML mit <foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> vermerkt.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/braunschweig_kirchenordnung01_1709
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/braunschweig_kirchenordnung01_1709/112
Zitationshilfe: Braunschweig-Wolfenbüttel, Anton Ulrich von: Erneuerte Kirchen-Ordnung Unser von Gottes Gnaden Anthon Ulrichs Hertzogen zu Braunschweig und Lüneburg, Erster Teil. Braunschweig, 1709, S. 121. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/braunschweig_kirchenordnung01_1709/112>, abgerufen am 20.09.2021.