Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Braunschweig-Wolfenbüttel, Anton Ulrich von: Erneuerte Kirchen-Ordnung Unser von Gottes Gnaden Anthon Ulrichs Hertzogen zu Braunschweig und Lüneburg, Erster Teil. Braunschweig, 1709.

Bild:
<< vorherige Seite

IV. Im fall jedoch all solche verschiedene bewegliche Ermahnungen den heilsahmen effect nicht haben würden / soll der Prediger die Sache an Unser Consistorium referiren / und wie er sich dabey ferner zu verhalten habe / Verordnung suchen.

V. Wann auch eine schwere Sünde öffentlich ausbrechen solte / und der eigentliche Grund und die wahren Umstände noch unerforschet und ungewiß wären / So soll zwar der Prediger dasselbe ruchtbahr gewordene Laster ins gemein auf der Cantzel / jedoch ohne die Persohn zu indigitiren / ernstlich straffen / darneben auch an Unser Consistorium davon einen ausführlichen Bericht abstatten / Und / ob die ausgebrochene Sünde für ein Notorium zu achten sey / und wie er sich dabey ferner zu verhalten habe / nach fragen.

VI. Würde dann Unser Consistorium nach angestelleter Erkundigung das Verbrechen / bevorab wann durch Unser weltliche Gerichte durch angestellete inquisition der Ubertreter convinciret wäre / pro Notorio erkennen / und dem Prediger darauf die Abweisung von der Beicht und dem H. Abendmahl und mithin der Persohnen öffentliche Benennug auf der Cantzel anbefehlen / So hat derselbe sich darnach allerdings zu achten / sonsten aber für sich und ohn solchen Befehl nichts dergleichen vorzunehmen.

IV. Im fall jedoch all solche verschiedene bewegliche Ermahnungen den heilsahmen effect nicht haben würden / soll der Prediger die Sache an Unser Consistorium referiren / und wie er sich dabey ferner zu verhalten habe / Verordnung suchen.

V. Wann auch eine schwere Sünde öffentlich ausbrechen solte / und der eigentliche Grund und die wahren Umstände noch unerforschet und ungewiß wären / So soll zwar der Prediger dasselbe ruchtbahr gewordene Laster ins gemein auf der Cantzel / jedoch ohne die Persohn zu indigitiren / ernstlich straffen / darneben auch an Unser Consistorium davon einen ausführlichen Bericht abstatten / Und / ob die ausgebrochene Sünde für ein Notorium zu achten sey / und wie er sich dabey ferner zu verhalten habe / nach fragen.

VI. Würde dann Unser Consistorium nach angestelleter Erkundigung das Verbrechen / bevorab wann durch Unser weltliche Gerichte durch angestellete inquisition der Ubertreter convinciret wäre / pro Notorio erkennen / und dem Prediger darauf die Abweisung von der Beicht und dem H. Abendmahl und mithin der Persohnen öffentliche Benennug auf der Cantzel anbefehlen / So hat derselbe sich darnach allerdings zu achten / sonsten aber für sich und ohn solchen Befehl nichts dergleichen vorzunehmen.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <pb facs="#f0024" n="24"/>
        <p>IV. Im fall jedoch all solche verschiedene bewegliche Ermahnungen den heilsahmen                      effect nicht haben würden / soll der Prediger die Sache an Unser Consistorium                      referiren / und wie er sich dabey ferner zu verhalten habe / Verordnung suchen.</p>
        <p>V. Wann auch eine schwere Sünde öffentlich ausbrechen solte / und der eigentliche                      Grund und die wahren Umstände noch unerforschet und ungewiß wären / So soll zwar                      der Prediger dasselbe ruchtbahr gewordene Laster ins gemein auf der Cantzel /                      jedoch ohne die Persohn zu indigitiren / ernstlich straffen / darneben auch an                      Unser Consistorium davon einen ausführlichen Bericht abstatten / Und / ob die                      ausgebrochene Sünde für ein Notorium zu achten sey / und wie er sich dabey                      ferner zu verhalten habe / nach fragen.</p>
        <p>VI. Würde dann Unser Consistorium nach angestelleter Erkundigung das Verbrechen /                      bevorab wann durch Unser weltliche Gerichte durch angestellete inquisition der                      Ubertreter convinciret wäre / pro Notorio erkennen / und dem Prediger darauf die                      Abweisung von der Beicht und dem H. Abendmahl und mithin der Persohnen                      öffentliche Benennug auf der Cantzel anbefehlen / So hat derselbe sich darnach                      allerdings zu achten / sonsten aber für sich und ohn solchen Befehl nichts                      dergleichen vorzunehmen.</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[24/0024] IV. Im fall jedoch all solche verschiedene bewegliche Ermahnungen den heilsahmen effect nicht haben würden / soll der Prediger die Sache an Unser Consistorium referiren / und wie er sich dabey ferner zu verhalten habe / Verordnung suchen. V. Wann auch eine schwere Sünde öffentlich ausbrechen solte / und der eigentliche Grund und die wahren Umstände noch unerforschet und ungewiß wären / So soll zwar der Prediger dasselbe ruchtbahr gewordene Laster ins gemein auf der Cantzel / jedoch ohne die Persohn zu indigitiren / ernstlich straffen / darneben auch an Unser Consistorium davon einen ausführlichen Bericht abstatten / Und / ob die ausgebrochene Sünde für ein Notorium zu achten sey / und wie er sich dabey ferner zu verhalten habe / nach fragen. VI. Würde dann Unser Consistorium nach angestelleter Erkundigung das Verbrechen / bevorab wann durch Unser weltliche Gerichte durch angestellete inquisition der Ubertreter convinciret wäre / pro Notorio erkennen / und dem Prediger darauf die Abweisung von der Beicht und dem H. Abendmahl und mithin der Persohnen öffentliche Benennug auf der Cantzel anbefehlen / So hat derselbe sich darnach allerdings zu achten / sonsten aber für sich und ohn solchen Befehl nichts dergleichen vorzunehmen.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Rundes r (ꝛ) wird als normales r (r) wiedergegeben bzw. in der Kombination ꝛc. als et (etc.) aufgelöst.
  • Die Majuskel J im Frakturdruck wird in der Transkription je nach Lautwert als I bzw. J wiedergegeben.
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
  • Ligaturen werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Zeilengrenzen hinweg werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Seitengrenzen hinweg werden beibehalten.
  • Kolumnentitel, Bogensignaturen und Kustoden werden nicht erfasst.
  • Griechische Schrift wird nicht transkribiert, sondern im XML mit <foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> vermerkt.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/braunschweig_kirchenordnung01_1709
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/braunschweig_kirchenordnung01_1709/24
Zitationshilfe: Braunschweig-Wolfenbüttel, Anton Ulrich von: Erneuerte Kirchen-Ordnung Unser von Gottes Gnaden Anthon Ulrichs Hertzogen zu Braunschweig und Lüneburg, Erster Teil. Braunschweig, 1709, S. 24. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/braunschweig_kirchenordnung01_1709/24>, abgerufen am 01.08.2021.