Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Brunfels, Otto: Novi Herbarii. Tomus II. s. l., 1531.

Bild:
<< vorherige Seite
¶ Erenbreiß. Veronica.

Erenbreiß/ in latin Vetonica genant. den nammen jm ein künig von Frankreich geben hat/ der
[unleserliches Material - 4 Zeichen fehlen]vffetzig vnd gar übel schmacken was. Ein hyrt sein jäger ward/ der uff ein zeit gesehen hat
ein lang zeit geschädigten hirtzen/ gebisszen von eim wolff/ daruon er auch vast an eim hindern lauff
verwundt was. Der hirtz sich näheret zuo einem eychbaum/ da die wurtzel mit den kraut Erenbreiß
wuochß/ offt vnd dick der hirtz dauon essen ward/ vnd sich daran reiben/ also/ das er daruon bluoten
ward/ vnd legt sich daruff nider. Darnach über acht tag sah er aber den genanten hirtzen sich jucken
an eim andern end/ vnd sah das er gantz heyl was am bissz/ aber doch kein har. Darumb so ist es von
etlichen Teütschen über all gründ heyl genant/ darumb das es heylen ist die frischen wunden. Jst ein
kraut wächßet vff der erden hynflechtend/ in leng anderhalb spannen/ in vngebawen enden. Vnd also
macht der jäger ein kübel/ oder gölten vol saffts/ vnd was den künig betten/ ein lein kunst an ym
zuo versuchen zuo vergünnen. durch vergunst des künigs ein beyn darinn genetzt/ vnd damit geweschen/
da von dem künig das beyn wee thuon ward/ deshalb in der nacht ein lyecht gebracht ward/
das beyn zu besehen. was das bett vol ruffen. Der künig erfröwet ward/ fürbaß mit dem safft das
beyn vnd den gantzen leib reiben liessz/ bitz er heyl ward vnd zart/ als ein jung kind. Darumb der
künig jm den nammen Erenbreiß gab/ das es wol der eeren würdig was.

¶ Eniß. Anifus.

Eniß von den Kriechen/ Arabischen/ vnd in latin Anisum genant/ vnd in teütschem Eniß. Das
kraut in gestalt gar nahe gleich dem Fenchel/ sein somen gemeyngklich bekant.

¶ Epff. Apium.

Epff von den Kriechen Selinon/ vnd in latin Apium/ vnd von den Teütschen Epff/ oder Winter
epff. Des Apium geschlechts ist vil/ wild/ vnd zamm. Von den Latinischen Apium domesticum/ od
Apium hortulanum genant/ darumb das es in den gärten/ vnd an geplantzten enden wachßen ist.
Vnd sein gestalt gleicht sich dem Petterlin/ nuor allein das sein kraut höher ist.

¶ Epphew. Hedera.

Epphew das ist ein stud wachßend an eim baum/ an der muren/ oder erden. Von den Kriechen
Cissos/ vnd in latin Hedera aborea genant/ all zeit mit grünen blettern. Es ist auch ein ander geschlecht
Hedere/ wachßend allein vff der erden/ von den Latinischen Hedera terrestris/ vnd in teütscher
sprach Grund reb/ ist gemeyngklich wol bekannt.

¶ Egelkraut. Centummorbia.

Egelkraraut in latin Centummorbia genant/ wächßet vnd flychtet sich vff der erden in den flüsszen/
oder feüchten matten.

¶ Entzian. Genciana.

Entzian/ in latin Genciana/ vnd ist ein kraut mit einer breyten wurtzel/ guot im geschmeck.

¶ Eschbaum. Fraxinus.

Eschbaum/ dd baum in latin Frarinus wol bekant/ doch zweyerley eschin seind/ als Buoch Eschin/
dauon ich hye schreibe/ vnd steyn Esche/ der tragen ist ein angehangends gewechß/ wie eins vogels
zung/ von den Latinischen Lingua auis genant/ ist gleich dem baum dirdar/ das ein Esch ist/ darumb
der baum der genant ist Lingua anis/ ist der baum steyn Esch/ dd da gleich ist den baum Eschin/
allein das sein bletter lenger seind dann der Buoch Eschin.

¶ Fenchel. Feniculus.

FEnchelkraut in latin feniculus/ der geschlecht manigfaltig ist/ als wild/ vnd zamm. Der zamm gemeyngklich
bekannt ist. Aber feniculus romanus/ von den Teütschen Eniß genant/ vnd feniculus
agul/ oder feniculus porcinus/ von den Teütschen Berwurtz genant/ vnnd in latin Peucedanum.
Aber feniculus marinus/ oder feniculus montanus/ oder feniculus erraticus/ oder feniculus caballinus/
oder equinus/ von den Teütschen wilder Rossz fenchel genant.

¶ Fehdystel. Labrum Veneris.

Fehdystelkraut von den Latinischen Labrum veneris/ oder Cardo Marie genant/ von Teütschen
Fehdystel/ oder Vnser frawen dystel/ ein stechens kraut/ mit eim hohen stengel/ vnd breyt bletter/ besprengt
mit grosszen weisszen flecken.

¶ Filipendel. Filipendula.

Filipendula in latin. Dioscorides spricht/ das es hab bletter gar nah gleich dem Peterlin/ doch
mit einer kronen als der Fenchel/ von vilen/ wilde Garb in teütscher zungen genant/ darumb das
sein bletter ein wenig kleiner seind dann Peterlin. Etlich haben ein stengel daruff die kron wachßet/
als der Garben/ vnd die wurtzel knodecht/ oder druoßecht/ darumb sye offt von etlichen Teütschen
Scrofularia minor genant würt.

¶ Dreyfaltigkeit bluomen. Iacea.

Freisam kraut/ in latin Jacea/ oder herba Clauellara genat/ von etlichen Dreyfaltigkeit bluomen
genat/ vmd dreyerley farb/ gel/ blaw/ weyssz/ vnd ist wild/ vnd zamm. Die wild wachßet vff den
gebawen äckern/ die zamm geplantzet würt in gärten.

¶ Erenbreiß. Veronica.

Erenbreiß/ in latin Vetonica genant. den nammen jm ein künig von Frankreich geben hat/ der
[unleserliches Material – 4 Zeichen fehlen]vffetzig vnd gar übel schmacken was. Ein hyrt sein jaͤger ward/ der uff ein zeit gesehen hat
ein lang zeit geschaͤdigten hirtzen/ gebisszen võ eim wolff/ daruon er auch vast an eim hindern lauff
verwundt was. Der hirtz sich naͤheret zuͦ einem eychbaum/ da die wurtzel mit dẽ kraut Erenbreiß
wuͦchß/ offt vnd dick der hirtz dauon essen ward/ vnd sich daran reiben/ also/ das er daruon bluͦten
ward/ vnd legt sich daruff nider. Darnach über acht tag sah er aber den genanten hirtzen sich juckẽ
an eim andern end/ vnd sah das er gantz heyl was am bissz/ aber doch kein har. Darumb so ist es võ
etlichen Teütschen über all gründ heyl genãt/ darumb das es heylen ist die frischen wundẽ. Jst ein
kraut waͤchßet vff der erden hynflechtẽd/ in leng anderhalb spannen/ in vngebawẽ enden. Vnd also
macht der jaͤger ein kübel/ oder goͤlten vol saffts/ vnd was den künig betten/ ein lein kunst an ym
zuͦ versuchen zuͦ vergünnen. durch vergunst des künigs ein beyn dariñ genetzt/ vnd damit geweschen/
da von dem künig das beyn wee thuͦn ward/ deshalb in der nacht ein lyecht gebracht ward/
das beyn zu besehen. was das bett vol ruffen. Der künig erfroͤwet ward/ fürbaß mit dem safft das
beyn vnd den gantzen leib reiben liessz/ bitz er heyl ward vnd zart/ als ein jung kind. Darumb der
künig jm den nammen Erenbreiß gab/ das es wol der eeren würdig was.

¶ Eniß. Anifus.

Eniß von den Kriechen/ Arabischen/ vnd in latin Anisum genant/ vnd in teütschem Eniß. Das
kraut in gestalt gar nahe gleich dem Fenchel/ sein somen gemeyngklich bekant.

¶ Epff. Apium.

Epff von den Kriechen Selinon/ vnd in latin Apium/ vñ von den Teütschen Epff/ oder Winter
epff. Des Apium geschlechts ist vil/ wild/ vnd zam̃. Von den Latinischen Apium domesticum/ ođ
Apium hortulanum genant/ darumb das es in den gaͤrten/ vnd an geplantzten enden wachßen ist.
Vnd sein gestalt gleicht sich dem Petterlin/ nuͦr allein das sein kraut hoͤher ist.

¶ Epphew. Hedera.

Epphew das ist ein stud wachßend an eim baum/ an der muren/ oder erden. Von den Kriechen
Cissos/ vnd in latin Hedera aborea genant/ all zeit mit gruͤnen blettern. Es ist auch ein ander geschlecht
Hedere/ wachßend allein vff der erden/ von den Latinischen Hedera terrestris/ vñ in teütscher
sprach Grund reb/ ist gemeyngklich wol bekannt.

¶ Egelkraut. Centummorbia.

Egelkraraut in latin Centummorbia genant/ waͤchßet vñ flychtet sich vff der erdẽ in den flüsszen/
oder feüchten matten.

¶ Entzian. Genciana.

Entzian/ in latin Genciana/ vnd ist ein kraut mit einer breyten wurtzel/ guͦt im geschmeck.

¶ Eschbaum. Fraxinus.

Eschbaum/ dď baum in latin Frarinus wol bekant/ doch zweyerley eschin seind/ als Buͦch Eschin/
dauon ich hye schreibe/ vnd steyn Esche/ der tragen ist ein angehangends gewechß/ wie eins vogels
zung/ von den Latinischen Lingua auis genant/ ist gleich dem baum dirdar/ das ein Esch ist/ darumb
der baum der genãt ist Lingua anis/ ist der baum steyn Esch/ dď da gleich ist dẽ baum Eschin/
allein das sein bletter lenger seind dann der Buͦch Eschin.

¶ Fenchel. Feniculus.

FEnchelkraut in latin feniculus/ der geschlecht manigfaltig ist/ als wild/ vnd zam̃. Der zam̃ gemeyngklich
bekannt ist. Aber feniculus romanus/ von den Teütschen Eniß genant/ vnd feniculus
agul/ oder feniculus porcinus/ von den Teütschen Berwurtz genant/ vnnd in latin Peucedanum.
Aber feniculus marinus/ oder feniculus mõtanus/ oder feniculus erraticus/ oder feniculus caballinus/
oder equinus/ von den Teütschen wilder Rossz fenchel genant.

¶ Fehdystel. Labrum Veneris.

Fehdystelkraut von den Latinischen Labrum veneris/ oder Cardo Marie genant/ võ Teütschen
Fehdystel/ oder Vnser frawen dystel/ ein stechens kraut/ mit eim hohen stengel/ vnd breyt bletter/ besprengt
mit grosszen weisszen flecken.

¶ Filipendel. Filipendula.

Filipendula in latin. Dioscorides spricht/ das es hab bletter gar nah gleich dem Peterlin/ doch
mit einer kronen als der Fenchel/ von vilen/ wilde Garb in teütscher zungen genant/ darumb das
sein bletter ein wenig kleiner seind dañ Peterlin. Etlich habẽ ein stengel daruff die kron wachßet/
als der Garben/ vnd die wurtzel knodecht/ oder druͦßecht/ darumb sye offt von etlichen Teütschen
Scrofularia minor genant würt.

¶ Dreyfaltigkeit bluͦmen. Iacea.

Freisam kraut/ in latin Jacea/ oder herba Clauellara genat/ von etlichen Dreyfaltigkeit bluͦmen
genat/ vmd dreyerley farb/ gel/ blaw/ weyssz/ vnd ist wild/ vnd zam̃. Die wild wachßet vff den
gebawen aͤckern/ die zam̃ geplantzet würt in gaͤrten.

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <pb facs="#f0007" n="188"/>
        <div n="2">
          <head>¶ Erenbreiß. <hi rendition="#aq">Veronica.</hi></head><lb/>
          <p>Erenbreiß/ in latin Vetonica genant. den nammen jm ein künig von Frankreich geben hat/ der<lb/><gap reason="illegible" unit="chars" quantity="4"/>vffetzig vnd gar übel schmacken was. Ein hyrt
 sein ja&#x0364;ger ward/ der uff ein zeit gesehen hat<lb/>
ein lang zeit gescha&#x0364;digten
 hirtzen/ gebisszen vo&#x0303; eim wolff/ daruon er auch vast an eim hindern lauff<lb/>
verwundt was.
 Der hirtz sich na&#x0364;heret zu&#x0366; einem eychbaum/ da die wurtzel mit de&#x0303; kraut
 Erenbreiß<lb/>
wu&#x0366;chß/ offt vnd dick der hirtz dauon essen ward/ vnd sich daran reiben/ also/
 das er daruon blu&#x0366;ten<lb/>
ward/ vnd legt sich daruff nider. Darnach über acht tag sah er
 aber den genanten hirtzen sich jucke&#x0303;<lb/>
an eim andern end/ vnd sah das er gantz heyl was
 am bissz/ aber doch kein har. Darumb so ist es vo&#x0303;<lb/>
etlichen Teütschen über all gründ
 heyl gena&#x0303;t/ darumb das es heylen ist die frischen wunde&#x0303;. Jst ein<lb/>
kraut
 wa&#x0364;chßet vff der erden hynflechte&#x0303;d/ in leng anderhalb spannen/ in vngebawe&#x0303;
 enden. Vnd also<lb/>
macht der ja&#x0364;ger ein kübel/ oder go&#x0364;lten vol saffts/ vnd was den
 künig betten/ ein lein kunst an ym<lb/>
zu&#x0366; versuchen zu&#x0366; vergünnen. durch vergunst
 des künigs ein beyn darin&#x0303; genetzt/ vnd damit geweschen/<lb/>
da von dem künig das beyn wee
 thu&#x0366;n ward/ deshalb in der nacht ein lyecht gebracht ward/<lb/>
das beyn zu besehen. was das
 bett vol ruffen. Der künig erfro&#x0364;wet ward/ fürbaß mit dem safft das<lb/>
beyn vnd den gantzen
 leib reiben liessz/ bitz er heyl ward vnd zart/ als ein jung kind. Darumb der<lb/>
künig jm den
 nammen Erenbreiß gab/ das es wol der eeren würdig was.</p>
        </div>
        <div n="2">
          <head>¶ Eniß. <hi rendition="#aq">Anifus.</hi></head><lb/>
          <p>Eniß von den Kriechen/ Arabischen/ vnd in latin Anisum genant/ vnd in teütschem Eniß. Das<lb/>
kraut in gestalt gar nahe gleich dem Fenchel/ sein somen gemeyngklich bekant.</p>
        </div>
        <div n="2">
          <head>¶ Epff. <hi rendition="#aq">Apium.</hi></head><lb/>
          <p>Epff von den Kriechen Selinon/ vnd in latin Apium/ vn&#x0303; von den Teütschen Epff/ oder
 Winter<lb/>
epff. Des Apium geschlechts ist vil/ wild/ vnd zam&#x0303;. Von den Latinischen Apium
 domesticum/ o&#x0111;<lb/>
Apium hortulanum genant/ darumb das es in den ga&#x0364;rten/ vnd an
 geplantzten enden wachßen ist.<lb/>
Vnd sein gestalt gleicht sich dem Petterlin/ nu&#x0366;r allein
 das sein kraut ho&#x0364;her ist.</p>
        </div>
        <div n="2">
          <head>¶ Epphew. <hi rendition="#aq">Hedera.</hi></head><lb/>
          <p>Epphew das ist ein stud wachßend an eim baum/ an der muren/ oder erden. Von den Kriechen<lb/>
Cissos/ vnd in latin Hedera aborea genant/ all zeit mit gru&#x0364;nen blettern. Es ist auch ein
 ander geschlecht<lb/>
Hedere/ wachßend allein vff der erden/ von den Latinischen Hedera terrestris/
 vn&#x0303; in teütscher<lb/>
sprach Grund reb/ ist gemeyngklich wol bekannt.</p>
        </div>
        <div n="2">
          <head>¶ Egelkraut. <hi rendition="#aq">Centummorbia.</hi></head><lb/>
          <p>Egelkraraut in latin Centummorbia genant/ wa&#x0364;chßet vn&#x0303; flychtet sich vff der
 erde&#x0303; in den flüsszen/<lb/>
oder feüchten matten.</p>
        </div>
        <div n="2">
          <head>¶ Entzian. <hi rendition="#aq">Genciana.</hi></head><lb/>
          <p>Entzian/ in latin Genciana/ vnd ist ein kraut mit einer breyten wurtzel/ gu&#x0366;t im
 geschmeck.</p>
        </div>
        <div n="2">
          <head>¶ Eschbaum. <hi rendition="#aq">Fraxinus.</hi></head><lb/>
          <p>Eschbaum/ d&#x010F; baum in latin Frarinus wol bekant/ doch zweyerley eschin seind/ als
 Bu&#x0366;ch Eschin/<lb/>
dauon ich hye schreibe/ vnd steyn Esche/ der tragen ist ein angehangends
 gewechß/ wie eins vogels<lb/>
zung/ von den Latinischen Lingua auis genant/ ist gleich dem baum
 dirdar/ das ein Esch ist/ darumb<lb/>
der baum der gena&#x0303;t ist Lingua anis/ ist der baum steyn
 Esch/ d&#x010F; da gleich ist de&#x0303; baum Eschin/<lb/>
allein das sein bletter lenger seind dann
 der Bu&#x0366;ch Eschin.</p>
        </div>
        <div n="2">
          <head>¶ Fenchel. <hi rendition="#aq">Feniculus.</hi></head><lb/>
          <p><hi rendition="#in">F</hi>Enchelkraut in latin feniculus/ der geschlecht manigfaltig ist/ als
 wild/ vnd zam&#x0303;. Der zam&#x0303; gemeyngklich<lb/>
bekannt ist. Aber feniculus romanus/ von
 den Teütschen Eniß genant/ vnd feniculus<lb/>
agul/ oder feniculus porcinus/ von den Teütschen
 Berwurtz genant/ vnnd in latin Peucedanum.<lb/>
Aber feniculus marinus/ oder feniculus
 mo&#x0303;tanus/ oder feniculus erraticus/ oder feniculus caballinus/<lb/>
oder equinus/ von den
 Teütschen wilder Rossz fenchel genant.</p>
        </div>
        <div n="2">
          <head>¶ Fehdystel. <hi rendition="#aq">Labrum Veneris.</hi></head><lb/>
          <p>Fehdystelkraut von den Latinischen Labrum veneris/ oder Cardo Marie genant/ vo&#x0303;
 Teütschen<lb/>
Fehdystel/ oder Vnser frawen dystel/ ein stechens kraut/ mit eim hohen stengel/ vnd
 breyt bletter/ besprengt<lb/>
mit grosszen weisszen flecken.</p>
        </div>
        <div n="2">
          <head>¶ Filipendel. <hi rendition="#aq">Filipendula.</hi></head><lb/>
          <p>Filipendula in latin. Dioscorides spricht/ das es hab bletter gar nah gleich dem Peterlin/
 doch<lb/>
mit einer kronen als der Fenchel/ von vilen/ wilde Garb in teütscher zungen genant/ darumb
 das<lb/>
sein bletter ein wenig kleiner seind dan&#x0303; Peterlin. Etlich habe&#x0303; ein stengel
 daruff die kron wachßet/<lb/>
als der Garben/ vnd die wurtzel knodecht/ oder dru&#x0366;ßecht/
 darumb sye offt von etlichen Teütschen<lb/>
Scrofularia minor genant würt.</p>
        </div>
        <div n="2">
          <head>¶ Dreyfaltigkeit blu&#x0366;men. <hi rendition="#aq">Iacea.</hi></head><lb/>
          <p>Freisam kraut/ in latin Jacea/ oder herba Clauellara genat/ von etlichen Dreyfaltigkeit
 blu&#x0366;men<lb/>
genat/ vmd dreyerley farb/ gel/ blaw/ weyssz/ vnd ist wild/ vnd zam&#x0303;. Die
 wild wachßet vff den<lb/>
gebawen a&#x0364;ckern/ die zam&#x0303; geplantzet würt in
 ga&#x0364;rten.</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[188/0007] ¶ Erenbreiß. Veronica. Erenbreiß/ in latin Vetonica genant. den nammen jm ein künig von Frankreich geben hat/ der ____vffetzig vnd gar übel schmacken was. Ein hyrt sein jaͤger ward/ der uff ein zeit gesehen hat ein lang zeit geschaͤdigten hirtzen/ gebisszen võ eim wolff/ daruon er auch vast an eim hindern lauff verwundt was. Der hirtz sich naͤheret zuͦ einem eychbaum/ da die wurtzel mit dẽ kraut Erenbreiß wuͦchß/ offt vnd dick der hirtz dauon essen ward/ vnd sich daran reiben/ also/ das er daruon bluͦten ward/ vnd legt sich daruff nider. Darnach über acht tag sah er aber den genanten hirtzen sich juckẽ an eim andern end/ vnd sah das er gantz heyl was am bissz/ aber doch kein har. Darumb so ist es võ etlichen Teütschen über all gründ heyl genãt/ darumb das es heylen ist die frischen wundẽ. Jst ein kraut waͤchßet vff der erden hynflechtẽd/ in leng anderhalb spannen/ in vngebawẽ enden. Vnd also macht der jaͤger ein kübel/ oder goͤlten vol saffts/ vnd was den künig betten/ ein lein kunst an ym zuͦ versuchen zuͦ vergünnen. durch vergunst des künigs ein beyn dariñ genetzt/ vnd damit geweschen/ da von dem künig das beyn wee thuͦn ward/ deshalb in der nacht ein lyecht gebracht ward/ das beyn zu besehen. was das bett vol ruffen. Der künig erfroͤwet ward/ fürbaß mit dem safft das beyn vnd den gantzen leib reiben liessz/ bitz er heyl ward vnd zart/ als ein jung kind. Darumb der künig jm den nammen Erenbreiß gab/ das es wol der eeren würdig was. ¶ Eniß. Anifus. Eniß von den Kriechen/ Arabischen/ vnd in latin Anisum genant/ vnd in teütschem Eniß. Das kraut in gestalt gar nahe gleich dem Fenchel/ sein somen gemeyngklich bekant. ¶ Epff. Apium. Epff von den Kriechen Selinon/ vnd in latin Apium/ vñ von den Teütschen Epff/ oder Winter epff. Des Apium geschlechts ist vil/ wild/ vnd zam̃. Von den Latinischen Apium domesticum/ ođ Apium hortulanum genant/ darumb das es in den gaͤrten/ vnd an geplantzten enden wachßen ist. Vnd sein gestalt gleicht sich dem Petterlin/ nuͦr allein das sein kraut hoͤher ist. ¶ Epphew. Hedera. Epphew das ist ein stud wachßend an eim baum/ an der muren/ oder erden. Von den Kriechen Cissos/ vnd in latin Hedera aborea genant/ all zeit mit gruͤnen blettern. Es ist auch ein ander geschlecht Hedere/ wachßend allein vff der erden/ von den Latinischen Hedera terrestris/ vñ in teütscher sprach Grund reb/ ist gemeyngklich wol bekannt. ¶ Egelkraut. Centummorbia. Egelkraraut in latin Centummorbia genant/ waͤchßet vñ flychtet sich vff der erdẽ in den flüsszen/ oder feüchten matten. ¶ Entzian. Genciana. Entzian/ in latin Genciana/ vnd ist ein kraut mit einer breyten wurtzel/ guͦt im geschmeck. ¶ Eschbaum. Fraxinus. Eschbaum/ dď baum in latin Frarinus wol bekant/ doch zweyerley eschin seind/ als Buͦch Eschin/ dauon ich hye schreibe/ vnd steyn Esche/ der tragen ist ein angehangends gewechß/ wie eins vogels zung/ von den Latinischen Lingua auis genant/ ist gleich dem baum dirdar/ das ein Esch ist/ darumb der baum der genãt ist Lingua anis/ ist der baum steyn Esch/ dď da gleich ist dẽ baum Eschin/ allein das sein bletter lenger seind dann der Buͦch Eschin. ¶ Fenchel. Feniculus. FEnchelkraut in latin feniculus/ der geschlecht manigfaltig ist/ als wild/ vnd zam̃. Der zam̃ gemeyngklich bekannt ist. Aber feniculus romanus/ von den Teütschen Eniß genant/ vnd feniculus agul/ oder feniculus porcinus/ von den Teütschen Berwurtz genant/ vnnd in latin Peucedanum. Aber feniculus marinus/ oder feniculus mõtanus/ oder feniculus erraticus/ oder feniculus caballinus/ oder equinus/ von den Teütschen wilder Rossz fenchel genant. ¶ Fehdystel. Labrum Veneris. Fehdystelkraut von den Latinischen Labrum veneris/ oder Cardo Marie genant/ võ Teütschen Fehdystel/ oder Vnser frawen dystel/ ein stechens kraut/ mit eim hohen stengel/ vnd breyt bletter/ besprengt mit grosszen weisszen flecken. ¶ Filipendel. Filipendula. Filipendula in latin. Dioscorides spricht/ das es hab bletter gar nah gleich dem Peterlin/ doch mit einer kronen als der Fenchel/ von vilen/ wilde Garb in teütscher zungen genant/ darumb das sein bletter ein wenig kleiner seind dañ Peterlin. Etlich habẽ ein stengel daruff die kron wachßet/ als der Garben/ vnd die wurtzel knodecht/ oder druͦßecht/ darumb sye offt von etlichen Teütschen Scrofularia minor genant würt. ¶ Dreyfaltigkeit bluͦmen. Iacea. Freisam kraut/ in latin Jacea/ oder herba Clauellara genat/ von etlichen Dreyfaltigkeit bluͦmen genat/ vmd dreyerley farb/ gel/ blaw/ weyssz/ vnd ist wild/ vnd zam̃. Die wild wachßet vff den gebawen aͤckern/ die zam̃ geplantzet würt in gaͤrten.

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Thomas Gloning, Tanja Kasten, Marc Kuse, Bastian Schmidt: Bereitstellung der Texttranskription und strukturellen Auszeichnung. (2013-05-03T12:17:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Silbentrennung wurde aufgehoben.
  • Bodensignaturen, Kolumnentitel, Kustoden, Ligaturen und Marginalien sind nicht berücksichtigt worden.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/brunfels_apodixis_1531
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/brunfels_apodixis_1531/7
Zitationshilfe: Brunfels, Otto: Novi Herbarii. Tomus II. s. l., 1531, S. 188. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/brunfels_apodixis_1531/7>, abgerufen am 23.04.2024.