Bucholtz, Andreas Heinrich: Des Christlichen Teutschen Groß-Fürsten Herkules Und der Böhmischen Königlichen Fräulein Valjska Wunder-Geschichte. Bd. 1. Braunschweig, 1659.Vierdes Buch. Kopfe nachfolgen; jedoch hatte Herkules auch einen Schramhieb über den rechten Armbekommen/ woraus gar wenig Blut floß/ welches er mit dem Finger abwischete/ und in die höhe mit diesen Worten gen Himmel warf; Ihr Götter schützet mein Blut/ so lange ich das Unkeusche zuvergiessen geneigt bin; solte ich aber zu gleicher Untugend mich verleiten lassen/ alsdann zuschmettert mit eurem Donner alles was an mir ist. Wir eileten wieder nach unsern Pferden/ setzeten uns auff/ und lieffen das Mägdlein mit dem Häupte/ welches sie offenbahr tragen muste/ allernähest hinter uns her folgen. Alle die uns begegneten ken- neten dasselbe/ und entsetzeten sich/ und da wir vor dem Groß Fürstlichen Schlosse an- langeten/ da der Groß Fürst mit seinem Gemahl und vornehmsten Hofleuten sich im grü- nen erlustigte/ stieg Herkules vom Pferde/ hieß das Mägdlein folgen/ trat vor seinen H. Vater/ und redete ihn also an: Gnädigster Herr und Vater/ wann die mächtigen Götter Land und Leute straffen/ geschihet solches wegen der Inwohner Boßheit und Untahten/ welche von der Erde schreihen und des Himmels Ungnade über schuldige und unschuldi- ge zu gleich erwecken; solches Verderben aber abzuwenden/ lässet die Obrigkeit ihr billich angelegen seyn. Nun ist leider der verfluchte Wahn bey etlichen eingerissen/ die sich ihres a- delichen Geblüts durch stolzen Pracht ihrer Schild und Helme berühmen/ daß sie meinen es stehe ihnen frey/ der armen ihnen untergebenen Bauren Töchter nach Willen zumiß- brauchen/ welches doch eine so unverantwortliche Schande ist/ die allein gnug währe/ sie aller ihrer Freyheiten und begnadigungen zu berauben; dann eben hiedurch reizen sie der teuschen Götter und des reinen unbeflekten Himmels Zorn wieder uns. Sehet mein H. Vater/ einen solchen Schandbuben habe ich ohngefehr in einem Lustwalde angetroffen/ welcher diese unschuldige Tochter gewaltsam zu schänden/ mit zween starken Knechten in bemühung wahr/ und nur bloß der Götter Barmherzigkeit ihre Ehre bewahret hat; den- selben habe ich aus rechtmässigem Eifer zu Rede gestellet/ und da er nur seine wolzugelas- sene Macht vorschützete/ ihm im gleichen Kampfe vor freier Faust den Lohn seiner Boß- heit durch der Götter Hülffe erteilet/ nicht zweifelnd/ mein gnädiger Herr und Vater wer- de solches an mir nicht straffen/ sondern mit väterlicher Huld und Gnade gewogen bleiben; fassete hiemit das abgehauene Häupt/ warfes vor des Groß Fürsten Füsse/ und sagete: So müsse es allen denen ergehen/ die durch unzüchtigen Muhtwillen ihren viehischen Begier- den folge zu leisten/ ungescheuhet sind. Alle Anwesende/ auch der Groß Fürst selber/ entset- zeten sich vor seinen feurigen Augen/ erkenneten auch/ das es des berümten Ritters Inge- vons Häupt wahr/ daher sie es groß Wunder nam/ daß der junge Herr einen Kampf wie- der ihn annehmen/ vielmehr aber/ ihn über winden können. Sein Herr Vater sahe ihn zu gleich mit freudigen und betrübeten Augen an/ und fragete nach/ ob der Entleibete/ nach dem er von Herkules zu Rede gestellet/ sich ihm wiedersetzet/ und zum Kampfe anlaß gege- ben hätte; welches ich zu beantworten scheuh trug/ und meinen Herkules reden ließ; wel- cher geradezu bekennete/ und von mir Zeugnis begehrete. Worauff sein H. Vater zu ihm sagete: Lieber Sohn/ daß du an der Unkeuscheit Abscheuh trägest/ stehet dir rühmlich an/ aber der höchsten Obrigkeit/ und des Landes Gesetze zu überschreiten/ ist so wenig dir als einem andern zugelassen. Nun weistu wol/ daß in allen meinen Ländern und Herrschaften alles Faustrecht und Außfoderung bey Straffe des Henkens ernstlich und ohn alle Bedin- gung A a a a a a
Vierdes Buch. Kopfe nachfolgen; jedoch hatte Herkules auch einen Schramhieb uͤber den rechten Armbekommen/ woraus gar wenig Blut floß/ welches er mit dem Finger abwiſchete/ und in die hoͤhe mit dieſen Worten gen Himmel warf; Ihr Goͤtter ſchützet mein Blut/ ſo lange ich das Unkeuſche zuvergieſſen geneigt bin; ſolte ich aber zu gleicher Untugend mich verleiten laſſen/ alsdann zuſchmettert mit eurem Donner alles was an mir iſt. Wir eileten wieder nach unſern Pferden/ ſetzeten uns auff/ uñ lieffen das Maͤgdlein mit dem Haͤupte/ welches ſie offenbahr tragen muſte/ allernaͤheſt hinter uns her folgen. Alle die uns begegneten ken- neten daſſelbe/ und entſetzeten ſich/ und da wir vor dem Groß Fuͤrſtlichen Schloſſe an- langeten/ da der Groß Fuͤrſt mit ſeinem Gemahl und vornehmſten Hofleuten ſich im gruͤ- nen erluſtigte/ ſtieg Herkules vom Pferde/ hieß das Maͤgdlein folgen/ trat vor ſeinen H. Vater/ und redete ihn alſo an: Gnaͤdigſter Herr und Vater/ wann die maͤchtigen Goͤtter Land und Leute ſtraffen/ geſchihet ſolches wegen der Inwohner Boßheit und Untahten/ welche von der Erde ſchreihen und des Himmels Ungnade uͤber ſchuldige und unſchuldi- ge zu gleich erwecken; ſolches Verderben aber abzuwenden/ laͤſſet die Obrigkeit ihr billich angelegen ſeyn. Nun iſt leider der verfluchte Wahn bey etlichẽ eingeriſſen/ die ſich ihres a- delichen Gebluͤts durch ſtolzen Pracht ihrer Schild uñ Helme beruͤhmen/ daß ſie meinen es ſtehe ihnen frey/ der armen ihnen untergebenen Bauren Toͤchter nach Willen zumiß- brauchen/ welches doch eine ſo unverantwortliche Schande iſt/ die allein gnug waͤhre/ ſie aller ihrer Freyheiten und begnadigungen zu berauben; dann eben hiedurch reizen ſie der teuſchen Goͤtter und des reinen unbeflekten Himmels Zorn wieder uns. Sehet mein H. Vater/ einen ſolchen Schandbuben habe ich ohngefehr in einem Luſtwalde angetroffen/ welcher dieſe unſchuldige Tochter gewaltſam zu ſchaͤnden/ mit zween ſtarken Knechten in bemuͤhung wahr/ und nur bloß der Goͤtter Barmherzigkeit ihre Ehre bewahret hat; den- ſelben habe ich aus rechtmaͤſſigem Eifer zu Rede geſtellet/ und da er nur ſeine wolzugelaſ- ſene Macht vorſchuͤtzete/ ihm im gleichen Kampfe vor freier Fauſt den Lohn ſeiner Boß- heit durch der Goͤtter Huͤlffe erteilet/ nicht zweifelnd/ mein gnaͤdiger Herr und Vater wer- de ſolches an mir nicht ſtraffen/ ſondern mit vaͤterlicher Huld uñ Gnade gewogen bleiben; faſſete hiemit das abgehauene Haͤupt/ warfes vor des Groß Fuͤrſten Fuͤſſe/ und ſagete: So muͤſſe es allen denen ergehen/ die durch unzuͤchtigen Muhtwillen ihren viehiſchen Begier- den folge zu leiſten/ ungeſcheuhet ſind. Alle Anweſende/ auch der Groß Fuͤrſt ſelber/ entſet- zeten ſich vor ſeinen feurigen Augen/ erkenneten auch/ das es des berümten Ritters Inge- vons Haͤupt wahr/ daher ſie es groß Wunder nam/ daß der junge Herr einen Kampf wie- der ihn annehmen/ vielmehr aber/ ihn uͤber winden koͤnnen. Sein Herr Vater ſahe ihn zu gleich mit freudigen und betruͤbeten Augen an/ und fragete nach/ ob der Entleibete/ nach dem er von Herkules zu Rede geſtellet/ ſich ihm wiederſetzet/ und zum Kampfe anlaß gege- ben haͤtte; welches ich zu beantworten ſcheuh trug/ und meinen Herkules reden ließ; wel- cher geradezu bekennete/ und von mir Zeugnis begehrete. Worauff ſein H. Vater zu ihm ſagete: Lieber Sohn/ daß du an der Unkeuſcheit Abſcheuh traͤgeſt/ ſtehet dir ruͤhmlich an/ aber der hoͤchſten Obrigkeit/ und des Landes Geſetze zu uͤberſchreiten/ iſt ſo wenig dir als einem andern zugelaſſen. Nun weiſtu wol/ daß in allen meinen Laͤndern und Herrſchaften alles Fauſtrecht und Außfoderung bey Straffe des Henkens ernſtlich und ohn alle Bedin- gung A a a a a a
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Vierdes Buch.
Kopfe nachfolgen; jedoch hatte Herkules auch einen Schramhieb uͤber den rechten Arm
bekommen/ woraus gar wenig Blut floß/ welches er mit dem Finger abwiſchete/ und in die
hoͤhe mit dieſen Worten gen Himmel warf; Ihr Goͤtter ſchützet mein Blut/ ſo lange ich
das Unkeuſche zuvergieſſen geneigt bin; ſolte ich aber zu gleicher Untugend mich verleiten
laſſen/ alsdann zuſchmettert mit eurem Donner alles was an mir iſt. Wir eileten wieder
nach unſern Pferden/ ſetzeten uns auff/ uñ lieffen das Maͤgdlein mit dem Haͤupte/ welches
ſie offenbahr tragen muſte/ allernaͤheſt hinter uns her folgen. Alle die uns begegneten ken-
neten daſſelbe/ und entſetzeten ſich/ und da wir vor dem Groß Fuͤrſtlichen Schloſſe an-
langeten/ da der Groß Fuͤrſt mit ſeinem Gemahl und vornehmſten Hofleuten ſich im gruͤ-
nen erluſtigte/ ſtieg Herkules vom Pferde/ hieß das Maͤgdlein folgen/ trat vor ſeinen H.
Vater/ und redete ihn alſo an: Gnaͤdigſter Herr und Vater/ wann die maͤchtigen Goͤtter
Land und Leute ſtraffen/ geſchihet ſolches wegen der Inwohner Boßheit und Untahten/
welche von der Erde ſchreihen und des Himmels Ungnade uͤber ſchuldige und unſchuldi-
ge zu gleich erwecken; ſolches Verderben aber abzuwenden/ laͤſſet die Obrigkeit ihr billich
angelegen ſeyn. Nun iſt leider der verfluchte Wahn bey etlichẽ eingeriſſen/ die ſich ihres a-
delichen Gebluͤts durch ſtolzen Pracht ihrer Schild uñ Helme beruͤhmen/ daß ſie meinen
es ſtehe ihnen frey/ der armen ihnen untergebenen Bauren Toͤchter nach Willen zumiß-
brauchen/ welches doch eine ſo unverantwortliche Schande iſt/ die allein gnug waͤhre/ ſie
aller ihrer Freyheiten und begnadigungen zu berauben; dann eben hiedurch reizen ſie der
teuſchen Goͤtter und des reinen unbeflekten Himmels Zorn wieder uns. Sehet mein H.
Vater/ einen ſolchen Schandbuben habe ich ohngefehr in einem Luſtwalde angetroffen/
welcher dieſe unſchuldige Tochter gewaltſam zu ſchaͤnden/ mit zween ſtarken Knechten in
bemuͤhung wahr/ und nur bloß der Goͤtter Barmherzigkeit ihre Ehre bewahret hat; den-
ſelben habe ich aus rechtmaͤſſigem Eifer zu Rede geſtellet/ und da er nur ſeine wolzugelaſ-
ſene Macht vorſchuͤtzete/ ihm im gleichen Kampfe vor freier Fauſt den Lohn ſeiner Boß-
heit durch der Goͤtter Huͤlffe erteilet/ nicht zweifelnd/ mein gnaͤdiger Herr und Vater wer-
de ſolches an mir nicht ſtraffen/ ſondern mit vaͤterlicher Huld uñ Gnade gewogen bleiben;
faſſete hiemit das abgehauene Haͤupt/ warfes vor des Groß Fuͤrſten Fuͤſſe/ und ſagete: So
muͤſſe es allen denen ergehen/ die durch unzuͤchtigen Muhtwillen ihren viehiſchen Begier-
den folge zu leiſten/ ungeſcheuhet ſind. Alle Anweſende/ auch der Groß Fuͤrſt ſelber/ entſet-
zeten ſich vor ſeinen feurigen Augen/ erkenneten auch/ das es des berümten Ritters Inge-
vons Haͤupt wahr/ daher ſie es groß Wunder nam/ daß der junge Herr einen Kampf wie-
der ihn annehmen/ vielmehr aber/ ihn uͤber winden koͤnnen. Sein Herr Vater ſahe ihn zu
gleich mit freudigen und betruͤbeten Augen an/ und fragete nach/ ob der Entleibete/ nach
dem er von Herkules zu Rede geſtellet/ ſich ihm wiederſetzet/ und zum Kampfe anlaß gege-
ben haͤtte; welches ich zu beantworten ſcheuh trug/ und meinen Herkules reden ließ; wel-
cher geradezu bekennete/ und von mir Zeugnis begehrete. Worauff ſein H. Vater zu ihm
ſagete: Lieber Sohn/ daß du an der Unkeuſcheit Abſcheuh traͤgeſt/ ſtehet dir ruͤhmlich an/
aber der hoͤchſten Obrigkeit/ und des Landes Geſetze zu uͤberſchreiten/ iſt ſo wenig dir als
einem andern zugelaſſen. Nun weiſtu wol/ daß in allen meinen Laͤndern und Herrſchaften
alles Fauſtrecht und Außfoderung bey Straffe des Henkens ernſtlich und ohn alle Bedin-
gung
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| Zitationshilfe: | Bucholtz, Andreas Heinrich: Des Christlichen Teutschen Groß-Fürsten Herkules Und der Böhmischen Königlichen Fräulein Valjska Wunder-Geschichte. Bd. 1. Braunschweig, 1659, S. 921. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/buchholtz_herkules01_1659/959>, abgerufen am 23.09.2024. |


