Doch wann's Matthä' am lezten ist, Troz Rathen, Thun und Beten, So rettet oft noch Weiberlist Aus Aengsten und aus Nöten. Denn Pfaffentrug und Weiberlist Gehn über alles, wie ihr wist.
Ein junges Weibchen Lobesan, Seit gestern erst getrauet, Giebt einen klugen Einfal an, Der alles Volk erbauet; Den ihr, sofern ihr anders wolt, Belachen und beklatschen solt.
Zur Zeit der stillen Mitternacht Die schönste Ambassade Von Weibern sich ins Lager macht, Und bettelt dort um Gnade. Sie bettelt sanft, sie bettelt füs, Erhält doch aber nichts, als dies:
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Doch wann’s Matthaͤ’ am lezten iſt, Troz Rathen, Thun und Beten, So rettet oft noch Weiberliſt Aus Aengſten und aus Noͤten. Denn Pfaffentrug und Weiberliſt Gehn uͤber alles, wie ihr wiſt.
Ein junges Weibchen Lobeſan, Seit geſtern erſt getrauet, Giebt einen klugen Einfal an, Der alles Volk erbauet; Den ihr, ſofern ihr anders wolt, Belachen und beklatſchen ſolt.
Zur Zeit der ſtillen Mitternacht Die ſchoͤnſte Ambaſſade Von Weibern ſich ins Lager macht, Und bettelt dort um Gnade. Sie bettelt ſanft, ſie bettelt fuͤs, Erhaͤlt doch aber nichts, als dies:
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Doch wann’s Matthaͤ’ am lezten iſt,
Troz Rathen, Thun und Beten,
So rettet oft noch Weiberliſt
Aus Aengſten und aus Noͤten.
Denn Pfaffentrug und Weiberliſt
Gehn uͤber alles, wie ihr wiſt.
Ein junges Weibchen Lobeſan,
Seit geſtern erſt getrauet,
Giebt einen klugen Einfal an,
Der alles Volk erbauet;
Den ihr, ſofern ihr anders wolt,
Belachen und beklatſchen ſolt.
Zur Zeit der ſtillen Mitternacht
Die ſchoͤnſte Ambaſſade
Von Weibern ſich ins Lager macht,
Und bettelt dort um Gnade.
Sie bettelt ſanft, ſie bettelt fuͤs,
Erhaͤlt doch aber nichts, als dies:
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Bürger, Gottfried August: Gedichte. Göttingen, 1778, S. 161. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/buerger_gedichte_1778/232>, abgerufen am 15.09.2024.
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