Bürger, Gottfried August: Gedichte. Göttingen, 1778.Risch auf und fort! "-- Wie Sporen trieb Des Ritters Wort die Dirne. Tief holt' er wieder Luft und rieb Sich's klar vor Aug und Stirne. Dann schwenkt' er hin und her sein Ros, Daß ihm der Schweis vom Buge flos, Bis er sich Rath ersonnen Und den Entschlus gewonnen. Drauf lies er heim sein Silberhorn Von Dach und Zinnen schallen. Herangesprengt, durch Korn und Dorn, Kam straks ein Heer Vasallen. Draus zog er Man bei Man hervor, Und raunt' ihm heimlich Ding ins Ohr: -- "Wolauf! Wolan! Seyd fertig, Und meines Horns gewärtig!" -- Als U 3
Riſch auf und fort! „— Wie Sporen trieb Des Ritters Wort die Dirne. Tief holt’ er wieder Luft und rieb Sich’s klar vor Aug und Stirne. Dann ſchwenkt’ er hin und her ſein Ros, Daß ihm der Schweis vom Buge flos, Bis er ſich Rath erſonnen Und den Entſchlus gewonnen. Drauf lies er heim ſein Silberhorn Von Dach und Zinnen ſchallen. Herangeſprengt, durch Korn und Dorn, Kam ſtraks ein Heer Vaſallen. Draus zog er Man bei Man hervor, Und raunt’ ihm heimlich Ding ins Ohr: — „Wolauf! Wolan! Seyd fertig, Und meines Horns gewaͤrtig!„ — Als U 3
<TEI> <text> <body> <div n="1"> <div n="2"> <lg type="poem"> <l> <pb facs="#f0388" n="309"/> </l> <lg n="10"> <l>Riſch auf und fort! „— Wie Sporen trieb</l><lb/> <l>Des Ritters Wort die Dirne.</l><lb/> <l>Tief holt’ er wieder Luft und rieb</l><lb/> <l>Sich’s klar vor Aug und Stirne.</l><lb/> <l>Dann ſchwenkt’ er hin und her ſein Ros,</l><lb/> <l>Daß ihm der Schweis vom Buge flos,</l><lb/> <l>Bis er ſich Rath erſonnen</l><lb/> <l>Und den Entſchlus gewonnen.</l> </lg><lb/> <lg n="11"> <l>Drauf lies er heim ſein Silberhorn</l><lb/> <l>Von Dach und Zinnen ſchallen.</l><lb/> <l>Herangeſprengt, durch Korn und Dorn,</l><lb/> <l>Kam ſtraks ein Heer Vaſallen.</l><lb/> <l>Draus zog er Man bei Man hervor,</l><lb/> <l>Und raunt’ ihm heimlich Ding ins Ohr: —</l><lb/> <l>„Wolauf! Wolan! Seyd fertig,</l><lb/> <l>Und meines Horns gewaͤrtig!„ —</l> </lg><lb/> <fw place="bottom" type="sig">U 3</fw> <fw place="bottom" type="catch">Als</fw><lb/> <l> </l> </lg> </div> </div> </body> </text> </TEI> [309/0388]
Riſch auf und fort! „— Wie Sporen trieb
Des Ritters Wort die Dirne.
Tief holt’ er wieder Luft und rieb
Sich’s klar vor Aug und Stirne.
Dann ſchwenkt’ er hin und her ſein Ros,
Daß ihm der Schweis vom Buge flos,
Bis er ſich Rath erſonnen
Und den Entſchlus gewonnen.
Drauf lies er heim ſein Silberhorn
Von Dach und Zinnen ſchallen.
Herangeſprengt, durch Korn und Dorn,
Kam ſtraks ein Heer Vaſallen.
Draus zog er Man bei Man hervor,
Und raunt’ ihm heimlich Ding ins Ohr: —
„Wolauf! Wolan! Seyd fertig,
Und meines Horns gewaͤrtig!„ —
Als
U 3
Suche im WerkInformationen zum Werk
Download dieses Werks
XML (TEI P5) ·
HTML ·
Text Metadaten zum WerkTEI-Header · CMDI · Dublin Core Ansichten dieser Seite
Voyant Tools
|
| URL zu diesem Werk: | https://www.deutschestextarchiv.de/buerger_gedichte_1778 |
| URL zu dieser Seite: | https://www.deutschestextarchiv.de/buerger_gedichte_1778/388 |
| Zitationshilfe: | Bürger, Gottfried August: Gedichte. Göttingen, 1778, S. 309. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/buerger_gedichte_1778/388>, abgerufen am 15.09.2024. |


