p2c_551.001 die einzelne Gedankenreihe bestimmt, als umgekehrt p2c_551.002 die objektive Gedankenreihe die Gemüthsstimmung, so p2c_551.003 ist auch der Plan der Hymne frey und lyrischen p2c_551.004 Unordnungen unterworfen. Da aber die Hymnep2c_551.005 zugleich die Liederform hat, folglich auf mehrere p2c_551.006 Menschen berechnet ist, und mehrere Menschen, zumal p2c_551.007 bey feyerlicher Veranlassung, nicht so leicht von einem p2c_551.008 Gedanken auf den andern übergehen, so bleibt hinwiederum p2c_551.009 der Hymnendichter dem Gegenstande, der ihm p2c_551.010 Veranlassung zum Gedicht giebt, mehr getreu, als p2c_551.011 der Odendichter.
p2c_551.012 Anmerk. Die historischen Hymnen der Alten enthalten p2c_551.013 mehrentheils die Thaten eines Gottes. Diesem Gegenstande p2c_551.014 bleiben die Dichter getreu. Diese Hymnen sind p2c_551.015 hier jedoch weniger anzuführen, weil sie schon mehr darstellendep2c_551.016 Poesie sind. Davids Hymnen (s. oben) p2c_551.017 enthalten das Lob Jehovas, aber er nimmt seine Bilder ohne p2c_551.018 gezwungene Ordnung aus der ganzen Natur. Daß es bey p2c_551.019 Zeiten christliche Hymnen gegeben, beweist die Stelle beym p2c_551.020 Plinius Epp. Lib. X. 97. quod essent soliti carmen p2c_551.021 Christo, quasi Deo dicere secum invicem. Die Thaten p2c_551.022 Christi sind auch hier der Hauptgegenstand, wie wir aus p2c_551.023 den katholischen Messen sehen. Doch bestimmt ein einzelner p2c_551.024 meist die Empfindung der Gedankenreihe. Die meisten p2c_551.025 Hymnen des Prudentius sind in Ansehung der Gedankenreihe p2c_551.026 lyrisch, z. B. Cathemerinon liber. Auch von Augustin
p2c_551.001 die einzelne Gedankenreihe bestimmt, als umgekehrt p2c_551.002 die objektive Gedankenreihe die Gemüthsstimmung, so p2c_551.003 ist auch der Plan der Hymne frey und lyrischen p2c_551.004 Unordnungen unterworfen. Da aber die Hymnep2c_551.005 zugleich die Liederform hat, folglich auf mehrere p2c_551.006 Menschen berechnet ist, und mehrere Menschen, zumal p2c_551.007 bey feyerlicher Veranlassung, nicht so leicht von einem p2c_551.008 Gedanken auf den andern übergehen, so bleibt hinwiederum p2c_551.009 der Hymnendichter dem Gegenstande, der ihm p2c_551.010 Veranlassung zum Gedicht giebt, mehr getreu, als p2c_551.011 der Odendichter.
p2c_551.012 Anmerk. Die historischen Hymnen der Alten enthalten p2c_551.013 mehrentheils die Thaten eines Gottes. Diesem Gegenstande p2c_551.014 bleiben die Dichter getreu. Diese Hymnen sind p2c_551.015 hier jedoch weniger anzuführen, weil sie schon mehr darstellendep2c_551.016 Poesie sind. Davids Hymnen (s. oben) p2c_551.017 enthalten das Lob Jehovas, aber er nimmt seine Bilder ohne p2c_551.018 gezwungene Ordnung aus der ganzen Natur. Daß es bey p2c_551.019 Zeiten christliche Hymnen gegeben, beweist die Stelle beym p2c_551.020 Plinius Epp. Lib. X. 97. quod essent soliti carmen p2c_551.021 Christo, quasi Deo dicere secum invicem. Die Thaten p2c_551.022 Christi sind auch hier der Hauptgegenstand, wie wir aus p2c_551.023 den katholischen Messen sehen. Doch bestimmt ein einzelner p2c_551.024 meist die Empfindung der Gedankenreihe. Die meisten p2c_551.025 Hymnen des Prudentius sind in Ansehung der Gedankenreihe p2c_551.026 lyrisch, z. B. Cathemerinon liber. Auch von Augustin
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Clodius, Christian August Heinrich: Entwurf einer systematischen Poetik nebst Collectaneen zu ihrer Ausführung. Zweiter Theil. Leipzig, 1804, S. 551. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/clodius_poetik02_1804/75>, abgerufen am 10.08.2024.
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