Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Cramer, Wilhelm: Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll. Nebst einem Anhange von Gebeten für denselben. Dülmen, 1874.

Bild:
<< vorherige Seite

selbe dir nicht um so wichtiger erscheinen, je mehr dein
Gott gethan hat, um die Erfüllung derselben zu sichern?

Erhabenheit des väterlichen Berufs.
Strafe und Lohn.

Bedarf es noch mehr, um den Vätern ihren
Beruf werth und heilig zu machen, so können wir
hinweisen auf die Erhabenheit dieses Berufes. Oder,
was könnte Gott einem armen Menschen Kostbareres
und Besseres anvertrauen, als einen Menschen.

Einen Menschen! Hast du es schon je in seiner
Tiefe erfaßt, was denn ein Mensch ist? Der Mensch
ist das herrlichste Werk der Hand des Herrn: Alles
hatte Gott durch einen einfachen Akt Seines h. Wil-
lens in's Dasein gerufen; Er sprach: "Es werde!"
und es war da. Als Er aber den Menschen in's
Dasein rufen wollte, da traten zuvor die anbetungs-
würdigen Personen der allerheiligsten Dreieinigkeit
gewissermaßen in einen h. Rath zusammen: "Lasset
Uns den Menschen machen!"
Und so "schuf Gott
den Menschen nach Seinem Bilde, nach Seinem
Gleichnis; schuf Er ihn."
- Siehe, o Vater, dieses
herrlichste Werk Seiner Hände hat er dir anvertraut,
so vielfach, als Er dir Kinder geschenkt hat.

Und wie theuer sind Ihm deine Kinder! Sie
sind ja auch Seine Kinder, viel mehr und in viel
höherem Sinne, als sie deine Kinder sind. Er liebt
sie mehr, als du. "Mit ewiger Liebe hat Er sie
geliebt."
Er hat Seinen Sohn für sie hingegeben.
Und wie sehr liebt sie der göttliche Sohn, der große
Kinderfreund. Er hat sein Leben für sie hingegeben.
Und der h. Geist! Er hat in der heiligen Taufe
Besitz von ihnen genommen, um in ihnen als in

selbe dir nicht um so wichtiger erscheinen, je mehr dein
Gott gethan hat, um die Erfüllung derselben zu sichern?

Erhabenheit des väterlichen Berufs.
Strafe und Lohn.

Bedarf es noch mehr, um den Vätern ihren
Beruf werth und heilig zu machen, so können wir
hinweisen auf die Erhabenheit dieses Berufes. Oder,
was könnte Gott einem armen Menschen Kostbareres
und Besseres anvertrauen, als einen Menschen.

Einen Menschen! Hast du es schon je in seiner
Tiefe erfaßt, was denn ein Mensch ist? Der Mensch
ist das herrlichste Werk der Hand des Herrn: Alles
hatte Gott durch einen einfachen Akt Seines h. Wil-
lens in's Dasein gerufen; Er sprach: „Es werde!“
und es war da. Als Er aber den Menschen in's
Dasein rufen wollte, da traten zuvor die anbetungs-
würdigen Personen der allerheiligsten Dreieinigkeit
gewissermaßen in einen h. Rath zusammen: „Lasset
Uns den Menschen machen!“
Und so „schuf Gott
den Menschen nach Seinem Bilde, nach Seinem
Gleichnis; schuf Er ihn.“
– Siehe, o Vater, dieses
herrlichste Werk Seiner Hände hat er dir anvertraut,
so vielfach, als Er dir Kinder geschenkt hat.

Und wie theuer sind Ihm deine Kinder! Sie
sind ja auch Seine Kinder, viel mehr und in viel
höherem Sinne, als sie deine Kinder sind. Er liebt
sie mehr, als du. „Mit ewiger Liebe hat Er sie
geliebt.“
Er hat Seinen Sohn für sie hingegeben.
Und wie sehr liebt sie der göttliche Sohn, der große
Kinderfreund. Er hat sein Leben für sie hingegeben.
Und der h. Geist! Er hat in der heiligen Taufe
Besitz von ihnen genommen, um in ihnen als in

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <div>
          <p><pb facs="#f0026" xml:id="C889V3_001_1874_pb0023_0001" n="23"/>
selbe dir nicht um so wichtiger erscheinen, je mehr dein<lb/>
Gott gethan hat, um die Erfüllung derselben zu sichern?</p>
        </div>
        <div>
          <head rendition="#c">Erhabenheit des väterlichen Berufs.<lb/>
Strafe und Lohn.</head><lb/>
          <p>Bedarf es noch mehr, um den Vätern ihren<lb/>
Beruf werth und heilig zu machen, so können wir<lb/>
hinweisen auf die <hi rendition="#g">Erhabenheit</hi> dieses Berufes. Oder,<lb/>
was könnte Gott einem armen Menschen Kostbareres<lb/>
und Besseres anvertrauen, als einen <hi rendition="#g">Menschen</hi>.</p>
          <p>Einen Menschen! Hast du es schon je in seiner<lb/>
Tiefe erfaßt, was denn ein Mensch ist? Der Mensch<lb/>
ist das herrlichste Werk der Hand des Herrn: Alles<lb/>
hatte Gott durch einen einfachen Akt Seines h. Wil-<lb/>
lens in's Dasein gerufen; Er sprach: <q>&#x201E;Es werde!&#x201C;</q><lb/>
und es war da. Als Er aber den Menschen in's<lb/>
Dasein rufen wollte, da traten zuvor die anbetungs-<lb/>
würdigen Personen der allerheiligsten Dreieinigkeit<lb/>
gewissermaßen in einen h. Rath zusammen: <q>&#x201E;Lasset<lb/>
Uns den Menschen machen!&#x201C;</q> Und so <q>&#x201E;schuf Gott<lb/>
den Menschen nach Seinem Bilde, nach Seinem<lb/>
Gleichnis; schuf Er ihn.&#x201C;</q> &#x2013; Siehe, o Vater, dieses<lb/>
herrlichste Werk Seiner Hände hat er dir anvertraut,<lb/>
so vielfach, als Er dir Kinder geschenkt hat.</p>
          <p>Und wie theuer sind Ihm deine Kinder! Sie<lb/>
sind ja auch <hi rendition="#g">Seine</hi> Kinder, viel mehr und in viel<lb/>
höherem Sinne, als sie deine Kinder sind. Er liebt<lb/>
sie mehr, als du. <q>&#x201E;Mit ewiger Liebe hat Er sie<lb/>
geliebt.&#x201C;</q> Er hat Seinen Sohn für sie hingegeben.<lb/>
Und wie sehr liebt sie der göttliche Sohn, der große<lb/>
Kinderfreund. Er hat sein Leben für sie hingegeben.<lb/>
Und der h. Geist! Er hat in der heiligen Taufe<lb/>
Besitz von ihnen genommen, um in ihnen als in<lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[23/0026] selbe dir nicht um so wichtiger erscheinen, je mehr dein Gott gethan hat, um die Erfüllung derselben zu sichern? Erhabenheit des väterlichen Berufs. Strafe und Lohn. Bedarf es noch mehr, um den Vätern ihren Beruf werth und heilig zu machen, so können wir hinweisen auf die Erhabenheit dieses Berufes. Oder, was könnte Gott einem armen Menschen Kostbareres und Besseres anvertrauen, als einen Menschen. Einen Menschen! Hast du es schon je in seiner Tiefe erfaßt, was denn ein Mensch ist? Der Mensch ist das herrlichste Werk der Hand des Herrn: Alles hatte Gott durch einen einfachen Akt Seines h. Wil- lens in's Dasein gerufen; Er sprach: „Es werde!“ und es war da. Als Er aber den Menschen in's Dasein rufen wollte, da traten zuvor die anbetungs- würdigen Personen der allerheiligsten Dreieinigkeit gewissermaßen in einen h. Rath zusammen: „Lasset Uns den Menschen machen!“ Und so „schuf Gott den Menschen nach Seinem Bilde, nach Seinem Gleichnis; schuf Er ihn.“ – Siehe, o Vater, dieses herrlichste Werk Seiner Hände hat er dir anvertraut, so vielfach, als Er dir Kinder geschenkt hat. Und wie theuer sind Ihm deine Kinder! Sie sind ja auch Seine Kinder, viel mehr und in viel höherem Sinne, als sie deine Kinder sind. Er liebt sie mehr, als du. „Mit ewiger Liebe hat Er sie geliebt.“ Er hat Seinen Sohn für sie hingegeben. Und wie sehr liebt sie der göttliche Sohn, der große Kinderfreund. Er hat sein Leben für sie hingegeben. Und der h. Geist! Er hat in der heiligen Taufe Besitz von ihnen genommen, um in ihnen als in

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Weitere Informationen:

Dieses Werk stammt vom Projekt Digitization Lifecycle am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

Anmerkungen zur Transkription:

Bei der Zeichenerkennung wurde nach Vorgabe des DLC modernisiert.

In Absprache mit dem MPI wurden die folgenden Aspekte der Vorlage nicht erfasst:

  • Bogensignaturen und Kustoden
  • Kolumnentitel
  • Auf Titelblättern wurde auf die Auszeichnung der Schriftgrößenunterscheide zugunsten der Identifizierung von titleParts verzichtet.
  • Bei Textpassagen, die als Abschnittsüberschrift ausgeweisen werden können, wird auf die zusätzliche Auszeichnung des Layouts verzichtet.
  • Keine Auszeichnung der Initialbuchstaben am Kapitelanfang.

Es wurden alle Anführungszeichen übernommen und die Zitate zusätzlich mit q ausgezeichnet.

Weiche und harte Zeilentrennungen werden identisch als 002D übernommen. Der Zeilenumbruch selbst über lb ausgezeichnet.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/cramer_mutter_1874
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/cramer_mutter_1874/26
Zitationshilfe: Cramer, Wilhelm: Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll. Nebst einem Anhange von Gebeten für denselben. Dülmen, 1874, S. 23. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/cramer_mutter_1874/26>, abgerufen am 21.05.2022.