Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Cramer, Wilhelm: Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll. Nebst einem Anhange von Gebeten für denselben. Dülmen, 1874.

Bild:
<< vorherige Seite
Ausführung des Bildes.

Sind die gedachten Schwierigkeiten und Gefah-
ren unüberwindlich? Wir erwiedern: Es gibt -
dem Herrn sei Dank - recht viele Väter, welche,
obwohl den gedachten Schwierigkeiten und Gefahren,
sogar in hohem Grade, ausgesetzt, dennoch wahrhaft
christliche Väter genannt werden dürfen. - Es kommt
hier, wie am Ende stets und überall, wenn man ein
wahrhaft christliches, zum Heile bringendes Leben
führen will, nur darauf an, daß man ernsten und
festen guten Willen habe; dann lassen sich mit Got-
tes Gnade Gefahr und Schwierigkeit überwinden.
Also, was zu thun?

Mehre nicht ohne Noth die Schwierigkeiten.

Vielleicht führen Noth und - unabweisbare Ver-
anlassungen für manchen Vater, ohne daß er's än-
dern kann, Arbeiten, Geschäfte, Sorgen und Zerstreu-
ungen so vielfältig herbei, daß ihm kaum Zeit und
Ruhe bleibt, sich den Kindern und ihrer Erziehung
in erwünschter Weise zu widmen. So sehr das zu
bedauern steht, so darf dennoch mit Grund gehofft
werden, daß für den Fall, wo die Noth Solches mit
sich bringt und es sich nicht wohl ändern läßt, der
Herr selbst durch die Wirkungen Seiner Gnade Er-
satz leisten und an den Kindern das, was ihnen von
den Vätern abgeht, ausgleichen werde.

Aber das läßt sich nicht mit Grund für den Fall
hoffen, wenn der Vater ohne Noth und ohne ent-
sprechend wichtige Ursachen gewissermaßen muthwilliger

Ausführung des Bildes.

Sind die gedachten Schwierigkeiten und Gefah-
ren unüberwindlich? Wir erwiedern: Es gibt -
dem Herrn sei Dank – recht viele Väter, welche,
obwohl den gedachten Schwierigkeiten und Gefahren,
sogar in hohem Grade, ausgesetzt, dennoch wahrhaft
christliche Väter genannt werden dürfen. – Es kommt
hier, wie am Ende stets und überall, wenn man ein
wahrhaft christliches, zum Heile bringendes Leben
führen will, nur darauf an, daß man ernsten und
festen guten Willen habe; dann lassen sich mit Got-
tes Gnade Gefahr und Schwierigkeit überwinden.
Also, was zu thun?

Mehre nicht ohne Noth die Schwierigkeiten.

Vielleicht führen Noth und – unabweisbare Ver-
anlassungen für manchen Vater, ohne daß er's än-
dern kann, Arbeiten, Geschäfte, Sorgen und Zerstreu-
ungen so vielfältig herbei, daß ihm kaum Zeit und
Ruhe bleibt, sich den Kindern und ihrer Erziehung
in erwünschter Weise zu widmen. So sehr das zu
bedauern steht, so darf dennoch mit Grund gehofft
werden, daß für den Fall, wo die Noth Solches mit
sich bringt und es sich nicht wohl ändern läßt, der
Herr selbst durch die Wirkungen Seiner Gnade Er-
satz leisten und an den Kindern das, was ihnen von
den Vätern abgeht, ausgleichen werde.

Aber das läßt sich nicht mit Grund für den Fall
hoffen, wenn der Vater ohne Noth und ohne ent-
sprechend wichtige Ursachen gewissermaßen muthwilliger

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <pb facs="#f0062" xml:id="C889V3_001_1874_pb0059_0001" n="59"/>
        <head rendition="#c">Ausführung des Bildes.</head><lb/>
        <p>Sind die gedachten Schwierigkeiten und Gefah-<lb/>
ren unüberwindlich? Wir erwiedern: Es gibt -<lb/>
dem Herrn sei Dank &#x2013; recht viele Väter, welche,<lb/>
obwohl den gedachten Schwierigkeiten und Gefahren,<lb/>
sogar in hohem Grade, ausgesetzt, dennoch wahrhaft<lb/>
christliche Väter genannt werden dürfen. &#x2013; Es kommt<lb/>
hier, wie am Ende stets und überall, wenn man ein<lb/>
wahrhaft christliches, zum Heile bringendes Leben<lb/>
führen will, nur darauf an, daß man ernsten und<lb/>
festen guten Willen habe; dann lassen sich mit Got-<lb/>
tes Gnade Gefahr und Schwierigkeit überwinden.<lb/>
Also, was zu thun?</p>
        <div>
          <head rendition="#c">Mehre nicht ohne Noth die Schwierigkeiten.</head><lb/>
          <p>Vielleicht führen Noth und &#x2013; unabweisbare Ver-<lb/>
anlassungen für manchen Vater, ohne daß er's än-<lb/>
dern kann, Arbeiten, Geschäfte, Sorgen und Zerstreu-<lb/>
ungen so vielfältig herbei, daß ihm kaum Zeit und<lb/>
Ruhe bleibt, sich den Kindern und ihrer Erziehung<lb/>
in erwünschter Weise zu widmen. So sehr das zu<lb/>
bedauern steht, so darf dennoch mit Grund gehofft<lb/>
werden, daß für den Fall, wo die Noth Solches mit<lb/>
sich bringt und es sich nicht wohl ändern läßt, der<lb/>
Herr selbst durch die Wirkungen Seiner Gnade Er-<lb/>
satz leisten und an den Kindern das, was ihnen von<lb/>
den Vätern abgeht, ausgleichen werde.</p>
          <p>Aber das läßt sich nicht mit Grund für den Fall<lb/>
hoffen, wenn der Vater ohne Noth und ohne ent-<lb/>
sprechend wichtige Ursachen gewissermaßen muthwilliger<lb/></p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[59/0062] Ausführung des Bildes. Sind die gedachten Schwierigkeiten und Gefah- ren unüberwindlich? Wir erwiedern: Es gibt - dem Herrn sei Dank – recht viele Väter, welche, obwohl den gedachten Schwierigkeiten und Gefahren, sogar in hohem Grade, ausgesetzt, dennoch wahrhaft christliche Väter genannt werden dürfen. – Es kommt hier, wie am Ende stets und überall, wenn man ein wahrhaft christliches, zum Heile bringendes Leben führen will, nur darauf an, daß man ernsten und festen guten Willen habe; dann lassen sich mit Got- tes Gnade Gefahr und Schwierigkeit überwinden. Also, was zu thun? Mehre nicht ohne Noth die Schwierigkeiten. Vielleicht führen Noth und – unabweisbare Ver- anlassungen für manchen Vater, ohne daß er's än- dern kann, Arbeiten, Geschäfte, Sorgen und Zerstreu- ungen so vielfältig herbei, daß ihm kaum Zeit und Ruhe bleibt, sich den Kindern und ihrer Erziehung in erwünschter Weise zu widmen. So sehr das zu bedauern steht, so darf dennoch mit Grund gehofft werden, daß für den Fall, wo die Noth Solches mit sich bringt und es sich nicht wohl ändern läßt, der Herr selbst durch die Wirkungen Seiner Gnade Er- satz leisten und an den Kindern das, was ihnen von den Vätern abgeht, ausgleichen werde. Aber das läßt sich nicht mit Grund für den Fall hoffen, wenn der Vater ohne Noth und ohne ent- sprechend wichtige Ursachen gewissermaßen muthwilliger

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Weitere Informationen:

Dieses Werk stammt vom Projekt Digitization Lifecycle am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

Anmerkungen zur Transkription:

Bei der Zeichenerkennung wurde nach Vorgabe des DLC modernisiert.

In Absprache mit dem MPI wurden die folgenden Aspekte der Vorlage nicht erfasst:

  • Bogensignaturen und Kustoden
  • Kolumnentitel
  • Auf Titelblättern wurde auf die Auszeichnung der Schriftgrößenunterscheide zugunsten der Identifizierung von titleParts verzichtet.
  • Bei Textpassagen, die als Abschnittsüberschrift ausgeweisen werden können, wird auf die zusätzliche Auszeichnung des Layouts verzichtet.
  • Keine Auszeichnung der Initialbuchstaben am Kapitelanfang.

Es wurden alle Anführungszeichen übernommen und die Zitate zusätzlich mit q ausgezeichnet.

Weiche und harte Zeilentrennungen werden identisch als 002D übernommen. Der Zeilenumbruch selbst über lb ausgezeichnet.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/cramer_mutter_1874
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/cramer_mutter_1874/62
Zitationshilfe: Cramer, Wilhelm: Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll. Nebst einem Anhange von Gebeten für denselben. Dülmen, 1874, S. 59. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/cramer_mutter_1874/62>, abgerufen am 26.05.2022.