Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Cramer, Wilhelm: Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll. Nebst einem Anhange von Gebeten für denselben. Dülmen, 1874.

Bild:
<< vorherige Seite

ein Wirthshausleben, wie das deinige bisher war,
führt gar sehr die Gefahr mit sich, dich um deinen
rechten christlichen Geist und deine Kinder um den
Segen einer christlichen Erziehung, dich und sie in's
Verderben zu bringen. Es ist deine Pflicht, dasselbe
in's rechte Geleise zurück zu führen, es handelt sich
um dein und deiner Kinder Heil. Das "braucht
Gewalt; nur die Gewalt brauchen, gewinnen's"
.

Also Folgendes stehe für dich fest: Nicht gar so
lange im Wirthshause zu verweilen, am Wenigsten
im Laufe des Tages. Halte es als des Christen
unwürdig, fast regelmäßig ganze Stunden des Tages
im Wirthshause zu versitzen. Und am Abende: Nie
in die Nacht hineinzusitzen! Nichts ist demoralisi-
render, als das. Lasse es dir angelegen sein, in
dieser Hinsicht eine gewisse Regel zu haben; eine
Regel in Betreff der Zeit: So und so lange nur
- im Wirthshause, in der Gesellschaft zu verwei-
len; nie über die Stunde hinaus! Dann und dann
sicher zu Hause zu gehen und dich durch Nichts
hallen zu lassen. - Eine Regel in Betreff des
Maßes der zu genießenden geistigen Getränke: So
und so viel! Unerbittlich nur so viel! Nie
mehr, unter keiner Bedingung, auf keine Veranlas-
sung, auf keine Zureden!

Halst du es nicht so, dann wird das Wirthshaus
und die Gesellschaft für dich nur zu leicht, ja so fast
mit Gewißheit zur Gefahr, zum Verderben - auf
die Dauer. Für dich und - du bist Vater - für
deine Kinder! Hab Erbarmen mit deinen Kindern!

c) Laß es nicht an der Uebung fehlen.

Es handelt sich um die wesentlichste Bedingung
einer rechten, den Absichten Gottes entsprechenden

ein Wirthshausleben, wie das deinige bisher war,
führt gar sehr die Gefahr mit sich, dich um deinen
rechten christlichen Geist und deine Kinder um den
Segen einer christlichen Erziehung, dich und sie in's
Verderben zu bringen. Es ist deine Pflicht, dasselbe
in's rechte Geleise zurück zu führen, es handelt sich
um dein und deiner Kinder Heil. Das „braucht
Gewalt; nur die Gewalt brauchen, gewinnen's“
.

Also Folgendes stehe für dich fest: Nicht gar so
lange im Wirthshause zu verweilen, am Wenigsten
im Laufe des Tages. Halte es als des Christen
unwürdig, fast regelmäßig ganze Stunden des Tages
im Wirthshause zu versitzen. Und am Abende: Nie
in die Nacht hineinzusitzen! Nichts ist demoralisi-
render, als das. Lasse es dir angelegen sein, in
dieser Hinsicht eine gewisse Regel zu haben; eine
Regel in Betreff der Zeit: So und so lange nur
– im Wirthshause, in der Gesellschaft zu verwei-
len; nie über die Stunde hinaus! Dann und dann
sicher zu Hause zu gehen und dich durch Nichts
hallen zu lassen. – Eine Regel in Betreff des
Maßes der zu genießenden geistigen Getränke: So
und so viel! Unerbittlich nur so viel! Nie
mehr, unter keiner Bedingung, auf keine Veranlas-
sung, auf keine Zureden!

Halst du es nicht so, dann wird das Wirthshaus
und die Gesellschaft für dich nur zu leicht, ja so fast
mit Gewißheit zur Gefahr, zum Verderben – auf
die Dauer. Für dich und – du bist Vater – für
deine Kinder! Hab Erbarmen mit deinen Kindern!

c) Laß es nicht an der Uebung fehlen.

Es handelt sich um die wesentlichste Bedingung
einer rechten, den Absichten Gottes entsprechenden

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <div>
          <div>
            <p><pb facs="#f0074" xml:id="C889V3_001_1874_pb0071_0001" n="71"/>
ein Wirthshausleben, wie das deinige bisher war,<lb/>
führt gar sehr die Gefahr mit sich, dich um deinen<lb/>
rechten christlichen Geist und deine Kinder um den<lb/>
Segen einer christlichen Erziehung, dich und sie in's<lb/>
Verderben zu bringen. Es ist deine <hi rendition="#g">Pflicht</hi>, dasselbe<lb/>
in's rechte Geleise zurück zu führen, es handelt sich<lb/>
um dein und deiner Kinder Heil. Das <q>&#x201E;braucht<lb/><hi rendition="#g">Gewalt</hi>; nur die Gewalt brauchen, gewinnen's&#x201C;</q>.</p>
            <p>Also Folgendes stehe für dich fest: Nicht gar so<lb/>
lange im Wirthshause zu verweilen, am Wenigsten<lb/>
im Laufe des Tages. Halte es als des Christen<lb/>
unwürdig, fast regelmäßig ganze Stunden des Tages<lb/>
im Wirthshause zu versitzen. Und am Abende: Nie<lb/>
in die Nacht hineinzusitzen! Nichts ist demoralisi-<lb/>
render, als das. Lasse es dir angelegen sein, in<lb/>
dieser Hinsicht eine gewisse Regel zu haben; eine<lb/>
Regel in Betreff der Zeit: So und so lange nur<lb/>
&#x2013; im Wirthshause, in der Gesellschaft zu verwei-<lb/>
len; nie über <hi rendition="#g">die</hi> Stunde hinaus! Dann und dann<lb/><hi rendition="#g">sicher</hi> zu Hause zu gehen und dich durch Nichts<lb/>
hallen zu lassen. &#x2013; Eine Regel in Betreff des<lb/>
Maßes der zu genießenden geistigen Getränke: So<lb/>
und so viel! <hi rendition="#g">Unerbittlich nur so viel! Nie</hi><lb/>
mehr, unter keiner Bedingung, auf keine Veranlas-<lb/>
sung, auf keine Zureden!</p>
            <p>Halst du es nicht so, dann wird das Wirthshaus<lb/>
und die Gesellschaft für dich nur zu leicht, ja so fast<lb/>
mit Gewißheit zur Gefahr, zum Verderben &#x2013; auf<lb/>
die Dauer. Für dich und &#x2013; du bist Vater &#x2013; für<lb/>
deine Kinder! Hab Erbarmen mit deinen Kindern!</p>
          </div>
          <div>
            <head rendition="#c">c) Laß es nicht an der Uebung fehlen.</head><lb/>
            <p>Es handelt sich um die wesentlichste Bedingung<lb/>
einer rechten, den Absichten Gottes entsprechenden<lb/></p>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[71/0074] ein Wirthshausleben, wie das deinige bisher war, führt gar sehr die Gefahr mit sich, dich um deinen rechten christlichen Geist und deine Kinder um den Segen einer christlichen Erziehung, dich und sie in's Verderben zu bringen. Es ist deine Pflicht, dasselbe in's rechte Geleise zurück zu führen, es handelt sich um dein und deiner Kinder Heil. Das „braucht Gewalt; nur die Gewalt brauchen, gewinnen's“. Also Folgendes stehe für dich fest: Nicht gar so lange im Wirthshause zu verweilen, am Wenigsten im Laufe des Tages. Halte es als des Christen unwürdig, fast regelmäßig ganze Stunden des Tages im Wirthshause zu versitzen. Und am Abende: Nie in die Nacht hineinzusitzen! Nichts ist demoralisi- render, als das. Lasse es dir angelegen sein, in dieser Hinsicht eine gewisse Regel zu haben; eine Regel in Betreff der Zeit: So und so lange nur – im Wirthshause, in der Gesellschaft zu verwei- len; nie über die Stunde hinaus! Dann und dann sicher zu Hause zu gehen und dich durch Nichts hallen zu lassen. – Eine Regel in Betreff des Maßes der zu genießenden geistigen Getränke: So und so viel! Unerbittlich nur so viel! Nie mehr, unter keiner Bedingung, auf keine Veranlas- sung, auf keine Zureden! Halst du es nicht so, dann wird das Wirthshaus und die Gesellschaft für dich nur zu leicht, ja so fast mit Gewißheit zur Gefahr, zum Verderben – auf die Dauer. Für dich und – du bist Vater – für deine Kinder! Hab Erbarmen mit deinen Kindern! c) Laß es nicht an der Uebung fehlen. Es handelt sich um die wesentlichste Bedingung einer rechten, den Absichten Gottes entsprechenden

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Weitere Informationen:

Dieses Werk stammt vom Projekt Digitization Lifecycle am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung.

Anmerkungen zur Transkription:

Bei der Zeichenerkennung wurde nach Vorgabe des DLC modernisiert.

In Absprache mit dem MPI wurden die folgenden Aspekte der Vorlage nicht erfasst:

  • Bogensignaturen und Kustoden
  • Kolumnentitel
  • Auf Titelblättern wurde auf die Auszeichnung der Schriftgrößenunterscheide zugunsten der Identifizierung von titleParts verzichtet.
  • Bei Textpassagen, die als Abschnittsüberschrift ausgeweisen werden können, wird auf die zusätzliche Auszeichnung des Layouts verzichtet.
  • Keine Auszeichnung der Initialbuchstaben am Kapitelanfang.

Es wurden alle Anführungszeichen übernommen und die Zitate zusätzlich mit q ausgezeichnet.

Weiche und harte Zeilentrennungen werden identisch als 002D übernommen. Der Zeilenumbruch selbst über lb ausgezeichnet.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/cramer_mutter_1874
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/cramer_mutter_1874/74
Zitationshilfe: Cramer, Wilhelm: Der christliche Vater wie er sein und was er thun soll. Nebst einem Anhange von Gebeten für denselben. Dülmen, 1874, S. 71. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/cramer_mutter_1874/74>, abgerufen am 29.07.2021.