Diese Jnschriften lügen zuweilen, und auf dem Grab- stein mancher dieser Frauen müßte stehen, den Männern zur ewigen Gewissenspein: "Sie starb am Wirth- schaftsgelde."
Jch will dies Kapitel von der Sparsamkeit nicht schließen, ohne diejenigen guten Hausfrauen, welche in der That und in der Wahrheit ihren Männern eine pekuniäre Erleichterung verschaffen wollen, darauf auf- merksam zu machen, daß sie ihre Absicht am leichtesten erreichen, wenn sie dem Gatten ein Dienstmädchen er- sparen.
Die Erhaltung eines solchen kostet nach heutigen Einrichtungen ungefähr 150 Thaler, die Ersparniß würde sich demnach lohnen.
Also - sparsame Hausfrau - entweder entlasse Deine Köchin, und koche anstatt mit vier mit zwei Hän- den, oder, wenn Du Deine Abneigung gegen rothe Hände und Abschlachten nicht bezwingen kannst, so schreibe Dei- ner Kinderwärterin den Schein, und pflege und hüte allein, ohne jeglichen Beistand, die lieben Kindlein. Freilich wärst Du dann ans Haus gebunden und müß- test so ziemlich allen Vergnügungen entsagen, auch müß- test Du selbst Dein Kindchen spazieren tragen oder fahren.
Sie finden das unschicklich, meine Damen? Jch
Diese Jnschriften lügen zuweilen, und auf dem Grab- stein mancher dieser Frauen müßte stehen, den Männern zur ewigen Gewissenspein: „Sie starb am Wirth- schaftsgelde.‟
Jch will dies Kapitel von der Sparsamkeit nicht schließen, ohne diejenigen guten Hausfrauen, welche in der That und in der Wahrheit ihren Männern eine pekuniäre Erleichterung verschaffen wollen, darauf auf- merksam zu machen, daß sie ihre Absicht am leichtesten erreichen, wenn sie dem Gatten ein Dienstmädchen er- sparen.
Die Erhaltung eines solchen kostet nach heutigen Einrichtungen ungefähr 150 Thaler, die Ersparniß würde sich demnach lohnen.
Also – sparsame Hausfrau – entweder entlasse Deine Köchin, und koche anstatt mit vier mit zwei Hän- den, oder, wenn Du Deine Abneigung gegen rothe Hände und Abschlachten nicht bezwingen kannst, so schreibe Dei- ner Kinderwärterin den Schein, und pflege und hüte allein, ohne jeglichen Beistand, die lieben Kindlein. Freilich wärst Du dann ans Haus gebunden und müß- test so ziemlich allen Vergnügungen entsagen, auch müß- test Du selbst Dein Kindchen spazieren tragen oder fahren.
Sie finden das unschicklich, meine Damen? Jch
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Diese Jnschriften lügen zuweilen, und auf dem Grab-
stein mancher dieser Frauen müßte stehen, den Männern
zur ewigen Gewissenspein: „Sie starb am Wirth-
schaftsgelde.‟
Jch will dies Kapitel von der Sparsamkeit nicht
schließen, ohne diejenigen guten Hausfrauen, welche in
der That und in der Wahrheit ihren Männern eine
pekuniäre Erleichterung verschaffen wollen, darauf auf-
merksam zu machen, daß sie ihre Absicht am leichtesten
erreichen, wenn sie dem Gatten ein Dienstmädchen er-
sparen.
Die Erhaltung eines solchen kostet nach heutigen
Einrichtungen ungefähr 150 Thaler, die Ersparniß
würde sich demnach lohnen.
Also – sparsame Hausfrau – entweder entlasse
Deine Köchin, und koche anstatt mit vier mit zwei Hän-
den, oder, wenn Du Deine Abneigung gegen rothe Hände
und Abschlachten nicht bezwingen kannst, so schreibe Dei-
ner Kinderwärterin den Schein, und pflege und hüte
allein, ohne jeglichen Beistand, die lieben Kindlein.
Freilich wärst Du dann ans Haus gebunden und müß-
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Dohm, Hedwig: Der Jesuitismus im Hausstande. Berlin, 1873, S. 118. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/dohm_jesuitismus_1873/126>, abgerufen am 10.08.2024.
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