Existenz durch den Jahrtausende währenden Glauben aller Völker der Erde genugsam erwiesen sei, sei ein Naturgesetz, aus das allein alle philosophischen Argu- mente und logischen Beweise zu gründen seien. Sie würden ihn für einen Blödsinnigen erklären.
Die Annahme aber von einem Naturgesetz, daß die Hälfte des menschlichen Geschlechts auf häusliche Ver- richtungen als ihren Beruf erweist, ist noch viel blöd- sinniger.
Der Anhänger des persönlichen Gottes konnte sich wenigstens darauf berufen, daß das Gegentheil, der "nicht existirende Gott", unbewiesen sei, während die Anhänger jenes anderen Naturgesetzes ihre Sinne und ihre Ge- schichtskenntnisse verleugnen müssen, um dasselbe aufrecht zu erhalten.
Wir wollen von unseren Gegnern nicht verlangen, daß sie die Seelen der lebendigen Frauen an dem Ge- setze prüfen mögen. Dazu fehlt es ihnen an Zeit, Lust und Talent.
Daß aber können wir verlangen, daß sie wenigstens einen flüchtigen Blick in die Geschichte werfen, daß sie heraufbeschwören aus den Erinnerungen Quartas und Tertias (wenn ihnen in spätern Jahren die Geschichts- schreiber abhanden gekommen sein sollten) jene lange Reihe von Königinnen, Regentinnen und andern Frauen,
Existenz durch den Jahrtausende währenden Glauben aller Völker der Erde genugsam erwiesen sei, sei ein Naturgesetz, aus das allein alle philosophischen Argu- mente und logischen Beweise zu gründen seien. Sie würden ihn für einen Blödsinnigen erklären.
Die Annahme aber von einem Naturgesetz, daß die Hälfte des menschlichen Geschlechts auf häusliche Ver- richtungen als ihren Beruf erweist, ist noch viel blöd- sinniger.
Der Anhänger des persönlichen Gottes konnte sich wenigstens darauf berufen, daß das Gegentheil, der „nicht existirende Gott‟, unbewiesen sei, während die Anhänger jenes anderen Naturgesetzes ihre Sinne und ihre Ge- schichtskenntnisse verleugnen müssen, um dasselbe aufrecht zu erhalten.
Wir wollen von unseren Gegnern nicht verlangen, daß sie die Seelen der lebendigen Frauen an dem Ge- setze prüfen mögen. Dazu fehlt es ihnen an Zeit, Lust und Talent.
Daß aber können wir verlangen, daß sie wenigstens einen flüchtigen Blick in die Geschichte werfen, daß sie heraufbeschwören aus den Erinnerungen Quartas und Tertias (wenn ihnen in spätern Jahren die Geschichts- schreiber abhanden gekommen sein sollten) jene lange Reihe von Königinnen, Regentinnen und andern Frauen,
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Existenz durch den Jahrtausende währenden Glauben
aller Völker der Erde genugsam erwiesen sei, sei ein
Naturgesetz, aus das allein alle philosophischen Argu-
mente und logischen Beweise zu gründen seien. Sie
würden ihn für einen Blödsinnigen erklären.
Die Annahme aber von einem Naturgesetz, daß die
Hälfte des menschlichen Geschlechts auf häusliche Ver-
richtungen als ihren Beruf erweist, ist noch viel blöd-
sinniger.
Der Anhänger des persönlichen Gottes konnte sich
wenigstens darauf berufen, daß das Gegentheil, der „nicht
existirende Gott‟, unbewiesen sei, während die Anhänger
jenes anderen Naturgesetzes ihre Sinne und ihre Ge-
schichtskenntnisse verleugnen müssen, um dasselbe aufrecht
zu erhalten.
Wir wollen von unseren Gegnern nicht verlangen,
daß sie die Seelen der lebendigen Frauen an dem Ge-
setze prüfen mögen. Dazu fehlt es ihnen an Zeit, Lust
und Talent.
Daß aber können wir verlangen, daß sie wenigstens
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Dohm, Hedwig: Der Jesuitismus im Hausstande. Berlin, 1873, S. 154. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/dohm_jesuitismus_1873/162>, abgerufen am 10.08.2024.
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