es mit einigen Reminiscenzen wie Schiller, Jean Paul und anderen modernen Frauenlob's nicht abgethan ist. Sie wissen, man muß einen Gegenstand kennen, ihn tief durchdacht haben, ehe man darüber schreibt.
Mit einem Wort: ihr wissenschaftliches Gewissen hindert jene Männer, schriftlich gegen die Frauenbe- wegung Parthei zu ergreifen, so sehr Jhr Gefühl dieselbe verdammen mag.
Nie wird ein Denker gegen die Befreiung des weib- lichen Geschlechts sich erheben, denn Du, Göttin der rei- nen und stolzen Vernunft, Du hast keine Argumente für unsere Gegner.
Man weise mir ein einziges, mit Geist und Ge- danken geschriebenes Buch gegen die heutigen Frauen- bestrebungen nach, und mit unablässigem, strengem Ernst will ich es studiren.
Kommen wir auf die praktische Tragweite der Frage zurück.
Es handelt sich bei dieser Frage gar nicht darum, ob die Frauen klüger oder dümmer sind als die Män- ner. Meinetwegen, wenn es zu Jhrem Glück gehört, mögen die Herren Männer annehmen, daß die Klügsten ihres Geschlechts den Klügsten des andern Geschlechts stets unendlich überlegen sein werden. Sie mögen sich von dem Bewußtsein durchdringen lassen, daß Gott der
Dohm, Der Jesuitismus im Hausstande. 11
es mit einigen Reminiscenzen wie Schiller, Jean Paul und anderen modernen Frauenlob's nicht abgethan ist. Sie wissen, man muß einen Gegenstand kennen, ihn tief durchdacht haben, ehe man darüber schreibt.
Mit einem Wort: ihr wissenschaftliches Gewissen hindert jene Männer, schriftlich gegen die Frauenbe- wegung Parthei zu ergreifen, so sehr Jhr Gefühl dieselbe verdammen mag.
Nie wird ein Denker gegen die Befreiung des weib- lichen Geschlechts sich erheben, denn Du, Göttin der rei- nen und stolzen Vernunft, Du hast keine Argumente für unsere Gegner.
Man weise mir ein einziges, mit Geist und Ge- danken geschriebenes Buch gegen die heutigen Frauen- bestrebungen nach, und mit unablässigem, strengem Ernst will ich es studiren.
Kommen wir auf die praktische Tragweite der Frage zurück.
Es handelt sich bei dieser Frage gar nicht darum, ob die Frauen klüger oder dümmer sind als die Män- ner. Meinetwegen, wenn es zu Jhrem Glück gehört, mögen die Herren Männer annehmen, daß die Klügsten ihres Geschlechts den Klügsten des andern Geschlechts stets unendlich überlegen sein werden. Sie mögen sich von dem Bewußtsein durchdringen lassen, daß Gott der
Dohm, Der Jesuitismus im Hausstande. 11
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es mit einigen Reminiscenzen wie Schiller, Jean Paul
und anderen modernen Frauenlob's nicht abgethan ist.
Sie wissen, man muß einen Gegenstand kennen, ihn
tief durchdacht haben, ehe man darüber schreibt.
Mit einem Wort: ihr wissenschaftliches Gewissen
hindert jene Männer, schriftlich gegen die Frauenbe-
wegung Parthei zu ergreifen, so sehr Jhr Gefühl dieselbe
verdammen mag.
Nie wird ein Denker gegen die Befreiung des weib-
lichen Geschlechts sich erheben, denn Du, Göttin der rei-
nen und stolzen Vernunft, Du hast keine Argumente
für unsere Gegner.
Man weise mir ein einziges, mit Geist und Ge-
danken geschriebenes Buch gegen die heutigen Frauen-
bestrebungen nach, und mit unablässigem, strengem Ernst
will ich es studiren.
Kommen wir auf die praktische Tragweite der Frage
zurück.
Es handelt sich bei dieser Frage gar nicht darum,
ob die Frauen klüger oder dümmer sind als die Män-
ner. Meinetwegen, wenn es zu Jhrem Glück gehört,
mögen die Herren Männer annehmen, daß die Klügsten
ihres Geschlechts den Klügsten des andern Geschlechts
stets unendlich überlegen sein werden. Sie mögen sich
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Dohm, Hedwig: Der Jesuitismus im Hausstande. Berlin, 1873, S. 161. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/dohm_jesuitismus_1873/169>, abgerufen am 10.08.2024.
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