Nun denn, so müßten jeglicher Gerechtigkeit zur Folge alle Gesetze, Jnstitutionen, Maßnahmen dem weiblichen Geschlechtscharakter als dem in der Majorität sich befindenden angepaßt werden (statistischen Angaben zufolge übersteigt in Europa die Zahl der Frauen die der Männer).
Das sympathetische, sentimentale Element (wie die Herren sich ausdrücken) müßte in der Gesetzgebung vor- herrschen, denn nach konstitutionellen Grundsätzen herrscht die Majorität, gleichviel, ob sie die höhere oder niedere Richtung vertritt.
So zog die Schweizer Regierung ihre erleuchtete Ver- fassungsrevision ohne Widerrede zurück, als eine unter- geordnete Majorität sie verwarf.
Bisher hat der Mann unumschränkt geherrscht. Und das Resultat? Schlagen wir ein beliebiges Blatt der Geschichte auf:
Kampf und Blut, Aberglauben und sittliche Ver- kommenheit, sociales Chaos.
Jst es wahr, was die Männer so gern behaupten, daß sie ein wildes und kampfbegieriges, ein thaten- durstiges, grausames, zu Rohheit und Lastern neigendes Geschlecht seien, während die Frauen vorzugsweise Tu- gend, Sanftmuth und Jdealität destilliren, nun, so sehe
Dohm, Der Jesuitismus im Hausstande. 14
Selbstverständlich.
Nun denn, so müßten jeglicher Gerechtigkeit zur Folge alle Gesetze, Jnstitutionen, Maßnahmen dem weiblichen Geschlechtscharakter als dem in der Majorität sich befindenden angepaßt werden (statistischen Angaben zufolge übersteigt in Europa die Zahl der Frauen die der Männer).
Das sympathetische, sentimentale Element (wie die Herren sich ausdrücken) müßte in der Gesetzgebung vor- herrschen, denn nach konstitutionellen Grundsätzen herrscht die Majorität, gleichviel, ob sie die höhere oder niedere Richtung vertritt.
So zog die Schweizer Regierung ihre erleuchtete Ver- fassungsrevision ohne Widerrede zurück, als eine unter- geordnete Majorität sie verwarf.
Bisher hat der Mann unumschränkt geherrscht. Und das Resultat? Schlagen wir ein beliebiges Blatt der Geschichte auf:
Kampf und Blut, Aberglauben und sittliche Ver- kommenheit, sociales Chaos.
Jst es wahr, was die Männer so gern behaupten, daß sie ein wildes und kampfbegieriges, ein thaten- durstiges, grausames, zu Rohheit und Lastern neigendes Geschlecht seien, während die Frauen vorzugsweise Tu- gend, Sanftmuth und Jdealität destilliren, nun, so sehe
Dohm, Der Jesuitismus im Hausstande. 14
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Selbstverständlich.
Nun denn, so müßten jeglicher Gerechtigkeit zur
Folge alle Gesetze, Jnstitutionen, Maßnahmen dem
weiblichen Geschlechtscharakter als dem in der Majorität
sich befindenden angepaßt werden (statistischen Angaben
zufolge übersteigt in Europa die Zahl der Frauen
die der Männer).
Das sympathetische, sentimentale Element (wie die
Herren sich ausdrücken) müßte in der Gesetzgebung vor-
herrschen, denn nach konstitutionellen Grundsätzen herrscht
die Majorität, gleichviel, ob sie die höhere oder niedere
Richtung vertritt.
So zog die Schweizer Regierung ihre erleuchtete Ver-
fassungsrevision ohne Widerrede zurück, als eine unter-
geordnete Majorität sie verwarf.
Bisher hat der Mann unumschränkt geherrscht. Und
das Resultat? Schlagen wir ein beliebiges Blatt der
Geschichte auf:
Kampf und Blut, Aberglauben und sittliche Ver-
kommenheit, sociales Chaos.
Jst es wahr, was die Männer so gern behaupten,
daß sie ein wildes und kampfbegieriges, ein thaten-
durstiges, grausames, zu Rohheit und Lastern neigendes
Geschlecht seien, während die Frauen vorzugsweise Tu-
gend, Sanftmuth und Jdealität destilliren, nun, so sehe
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Dohm, Hedwig: Der Jesuitismus im Hausstande. Berlin, 1873, S. 209. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/dohm_jesuitismus_1873/217>, abgerufen am 10.08.2024.
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