einer Zeit, wo der Familienkaffee im Anzuge ist, so fragt Dich zwar die Hausfrau, ob Dir nicht ein Täßchen Kaffee gefällig wäre, sie spricht aber so gleichgültig darüber hin, oder fragt so laut und scharf, daß die einfachste Höflichkeit Dich zu einem "Nein" verpflichtet.
Mitunter bietet sie Dir den Kaffee gar nicht erst an, sondern zieht es vor, hinter irgend einem Vorwand auf einige Minuten zu verschwinden, um in entlegenen Räumen eilfertig und einsam den bräunlichen Trank zu schlürfen. Erhitzt und frohlockend ob ihrer Hinterlist kehrt sie dann zu Dir, nichtsahnender Gast, zurück.
Erscheinst Du gegen Abend als unerwartete Visite, so sitzt die Hausfrau wie auf Kohlen. Sie sieht heim- lich alle fünf Minuten nach der Uhr, und die Sorge, Du könntest zu Abend bleiben, zehrt an ihrem Herzen, und während Du mit ihr von den Göthe-Büsten oder Parlamentsgebäuden plauderst, setzt sie ihre Seele mit der Speisekammer in Rapport. Sie läßt die paar Scheiben Wurst da drinnen Revue passiren vor ihrem inneren Auge, sie brütet über einem kleinen Käserest und hängt ihre Gedanken an drei Bouletten, die, vom Mittags- tisch übrig geblieben, nicht zu verwenden sind, wenn Du bleibst.
Und das reine Tischzeug!
Endlich empfiehlst Du Dich, und siehe da, die Gute,
einer Zeit, wo der Familienkaffee im Anzuge ist, so fragt Dich zwar die Hausfrau, ob Dir nicht ein Täßchen Kaffee gefällig wäre, sie spricht aber so gleichgültig darüber hin, oder fragt so laut und scharf, daß die einfachste Höflichkeit Dich zu einem „Nein‟ verpflichtet.
Mitunter bietet sie Dir den Kaffee gar nicht erst an, sondern zieht es vor, hinter irgend einem Vorwand auf einige Minuten zu verschwinden, um in entlegenen Räumen eilfertig und einsam den bräunlichen Trank zu schlürfen. Erhitzt und frohlockend ob ihrer Hinterlist kehrt sie dann zu Dir, nichtsahnender Gast, zurück.
Erscheinst Du gegen Abend als unerwartete Visite, so sitzt die Hausfrau wie auf Kohlen. Sie sieht heim- lich alle fünf Minuten nach der Uhr, und die Sorge, Du könntest zu Abend bleiben, zehrt an ihrem Herzen, und während Du mit ihr von den Göthe-Büsten oder Parlamentsgebäuden plauderst, setzt sie ihre Seele mit der Speisekammer in Rapport. Sie läßt die paar Scheiben Wurst da drinnen Revue passiren vor ihrem inneren Auge, sie brütet über einem kleinen Käserest und hängt ihre Gedanken an drei Bouletten, die, vom Mittags- tisch übrig geblieben, nicht zu verwenden sind, wenn Du bleibst.
Und das reine Tischzeug!
Endlich empfiehlst Du Dich, und siehe da, die Gute,
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einer Zeit, wo der Familienkaffee im Anzuge ist, so
fragt Dich zwar die Hausfrau, ob Dir nicht ein Täßchen
Kaffee gefällig wäre, sie spricht aber so gleichgültig darüber
hin, oder fragt so laut und scharf, daß die einfachste
Höflichkeit Dich zu einem „Nein‟ verpflichtet.
Mitunter bietet sie Dir den Kaffee gar nicht erst
an, sondern zieht es vor, hinter irgend einem Vorwand
auf einige Minuten zu verschwinden, um in entlegenen
Räumen eilfertig und einsam den bräunlichen Trank zu
schlürfen. Erhitzt und frohlockend ob ihrer Hinterlist
kehrt sie dann zu Dir, nichtsahnender Gast, zurück.
Erscheinst Du gegen Abend als unerwartete Visite,
so sitzt die Hausfrau wie auf Kohlen. Sie sieht heim-
lich alle fünf Minuten nach der Uhr, und die Sorge,
Du könntest zu Abend bleiben, zehrt an ihrem Herzen,
und während Du mit ihr von den Göthe-Büsten oder
Parlamentsgebäuden plauderst, setzt sie ihre Seele mit
der Speisekammer in Rapport. Sie läßt die paar
Scheiben Wurst da drinnen Revue passiren vor ihrem
inneren Auge, sie brütet über einem kleinen Käserest und
hängt ihre Gedanken an drei Bouletten, die, vom Mittags-
tisch übrig geblieben, nicht zu verwenden sind, wenn Du
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Dohm, Hedwig: Der Jesuitismus im Hausstande. Berlin, 1873, S. 88. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/dohm_jesuitismus_1873/96>, abgerufen am 10.08.2024.
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