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Ebeling, Johann Justus: Andächtige Betrachtungen aus dem Buche der Natur und Schrift. Bd. 2. Hildesheim, 1747.

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Die Thautropfen des Feldes,

So rührt O! Schöpfer deine Güt,
Die unser Feld mit Perlen nähret,
Daß uns denn Speiß und Trank bescheret,
Mein dankbegieriges Gemüt.

Man wünscht sich oft vor seine Lüste,
Das Manna, das in jener Wüste
Wie Thau aufs ganze Lager floß
Und Jsrael als Brod genoß:
Wir sehen noch die Seegens-Wunder,
Es thauet noch die Luft jetzunder
Daß was sich in die Früchte senkt,
Wodurch uns GOtt nach alter Weise
Vom Himmel Brodt gibt zu der Speise,
Und Nahrung, die uns labend tränkt.
Laß stets o! GOtt durch Thaucristallen
Als wie durch Zündungs-Spiegel fallen,
Jn mein Gemüt den Andachtsstrahl,
Damit ich künftig allemahl,
Dadurch entzünde in dem Herzen,
Der Seufzer heilge Räucher-Kerzen,
Und seh ich deinen Seegen thaun,
So laß mich auch dabei bemerken,
Wie du zwar groß in deinen Werken,
Doch vollenkommen nie zu schaun.
Bist du so schön in kleinen Spiegeln,
Was werden wir auf Salems Hügeln,
Jn jener Ewigkeit gewahr,
Da du uns stellst dein Antliz dar.
Du glänzest schön im Sonnen-Lichte
Wie herrlich mag dein Angesichte
Auf

Die Thautropfen des Feldes,

So ruͤhrt O! Schoͤpfer deine Guͤt,
Die unſer Feld mit Perlen naͤhret,
Daß uns denn Speiß und Trank beſcheret,
Mein dankbegieriges Gemuͤt.

Man wuͤnſcht ſich oft vor ſeine Luͤſte,
Das Manna, das in jener Wuͤſte
Wie Thau aufs ganze Lager floß
Und Jſrael als Brod genoß:
Wir ſehen noch die Seegens-Wunder,
Es thauet noch die Luft jetzunder
Daß was ſich in die Fruͤchte ſenkt,
Wodurch uns GOtt nach alter Weiſe
Vom Himmel Brodt gibt zu der Speiſe,
Und Nahrung, die uns labend traͤnkt.
Laß ſtets o! GOtt durch Thaucriſtallen
Als wie durch Zuͤndungs-Spiegel fallen,
Jn mein Gemuͤt den Andachtsſtrahl,
Damit ich kuͤnftig allemahl,
Dadurch entzuͤnde in dem Herzen,
Der Seufzer heilge Raͤucher-Kerzen,
Und ſeh ich deinen Seegen thaun,
So laß mich auch dabei bemerken,
Wie du zwar groß in deinen Werken,
Doch vollenkommen nie zu ſchaun.
Biſt du ſo ſchoͤn in kleinen Spiegeln,
Was werden wir auf Salems Huͤgeln,
Jn jener Ewigkeit gewahr,
Da du uns ſtellſt dein Antliz dar.
Du glaͤnzeſt ſchoͤn im Sonnen-Lichte
Wie herrlich mag dein Angeſichte
Auf
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[110/0122] Die Thautropfen des Feldes, So ruͤhrt O! Schoͤpfer deine Guͤt, Die unſer Feld mit Perlen naͤhret, Daß uns denn Speiß und Trank beſcheret, Mein dankbegieriges Gemuͤt. Man wuͤnſcht ſich oft vor ſeine Luͤſte, Das Manna, das in jener Wuͤſte Wie Thau aufs ganze Lager floß Und Jſrael als Brod genoß: Wir ſehen noch die Seegens-Wunder, Es thauet noch die Luft jetzunder Daß was ſich in die Fruͤchte ſenkt, Wodurch uns GOtt nach alter Weiſe Vom Himmel Brodt gibt zu der Speiſe, Und Nahrung, die uns labend traͤnkt. Laß ſtets o! GOtt durch Thaucriſtallen Als wie durch Zuͤndungs-Spiegel fallen, Jn mein Gemuͤt den Andachtsſtrahl, Damit ich kuͤnftig allemahl, Dadurch entzuͤnde in dem Herzen, Der Seufzer heilge Raͤucher-Kerzen, Und ſeh ich deinen Seegen thaun, So laß mich auch dabei bemerken, Wie du zwar groß in deinen Werken, Doch vollenkommen nie zu ſchaun. Biſt du ſo ſchoͤn in kleinen Spiegeln, Was werden wir auf Salems Huͤgeln, Jn jener Ewigkeit gewahr, Da du uns ſtellſt dein Antliz dar. Du glaͤnzeſt ſchoͤn im Sonnen-Lichte Wie herrlich mag dein Angeſichte Auf

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Zitationshilfe: Ebeling, Johann Justus: Andächtige Betrachtungen aus dem Buche der Natur und Schrift. Bd. 2. Hildesheim, 1747, S. 110. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/ebeling_betrachtungen02_1747/122>, abgerufen am 11.05.2021.