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Ebeling, Johann Justus: Andächtige Betrachtungen aus dem Buche der Natur und Schrift. Bd. 2. Hildesheim, 1747.

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Die Seele das kostbarste Kleinod der Menschen.
Die Seele
das kostbarste Kleinod der Menschen.
Matth. XVI. 26.
Was hülfe es dem Menschen, wenn er die
ganze Welt gewönne, und nähme
Schaden an seiner Seele?

[Abbildung]
Der Mensche ist im Erden-Kreise,
Das allerkünstlichste Gehäuse,
Ein sich bewegend Wunderbild,
Mit Wunderwerken angefüllt.
Aus allen Gliedern, allen Sinnen;
So wie von aussen; als von innen,
Wird seines Meisters Macht, Verstand,
Zwar gros, doch nie genug bekandt,
Jemehr wir uns nur selbst betrachten,
Je herrlicher muß man sich achten.
Des Leibes äuserlich Gebäude;
Die innre Kunst der Eingeweide,
Jst unvergleichlich, Wunderschön;
Kan ihres Schöpfers Ruhm erhöhn.
Der Augen leuchtende Cristallen,
Worin des Lichtes Strahlen fallen;
Sind Wunderspiegel der Natur;
Man seh das Ohrgehäuse nur;
So
O 4
Die Seele das koſtbarſte Kleinod der Menſchen.
Die Seele
das koſtbarſte Kleinod der Menſchen.
Matth. XVI. 26.
Was huͤlfe es dem Menſchen, wenn er die
ganze Welt gewoͤnne, und naͤhme
Schaden an ſeiner Seele?

[Abbildung]
Der Menſche iſt im Erden-Kreiſe,
Das allerkuͤnſtlichſte Gehaͤuſe,
Ein ſich bewegend Wunderbild,
Mit Wunderwerken angefuͤllt.
Aus allen Gliedern, allen Sinnen;
So wie von auſſen; als von innen,
Wird ſeines Meiſters Macht, Verſtand,
Zwar gros, doch nie genug bekandt,
Jemehr wir uns nur ſelbſt betrachten,
Je herrlicher muß man ſich achten.
Des Leibes aͤuſerlich Gebaͤude;
Die innre Kunſt der Eingeweide,
Jſt unvergleichlich, Wunderſchoͤn;
Kan ihres Schoͤpfers Ruhm erhoͤhn.
Der Augen leuchtende Criſtallen,
Worin des Lichtes Strahlen fallen;
Sind Wunderſpiegel der Natur;
Man ſeh das Ohrgehaͤuſe nur;
So
O 4
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[215/0227] Die Seele das koſtbarſte Kleinod der Menſchen. Die Seele das koſtbarſte Kleinod der Menſchen. Matth. XVI. 26. Was huͤlfe es dem Menſchen, wenn er die ganze Welt gewoͤnne, und naͤhme Schaden an ſeiner Seele? [Abbildung] Der Menſche iſt im Erden-Kreiſe, Das allerkuͤnſtlichſte Gehaͤuſe, Ein ſich bewegend Wunderbild, Mit Wunderwerken angefuͤllt. Aus allen Gliedern, allen Sinnen; So wie von auſſen; als von innen, Wird ſeines Meiſters Macht, Verſtand, Zwar gros, doch nie genug bekandt, Jemehr wir uns nur ſelbſt betrachten, Je herrlicher muß man ſich achten. Des Leibes aͤuſerlich Gebaͤude; Die innre Kunſt der Eingeweide, Jſt unvergleichlich, Wunderſchoͤn; Kan ihres Schoͤpfers Ruhm erhoͤhn. Der Augen leuchtende Criſtallen, Worin des Lichtes Strahlen fallen; Sind Wunderſpiegel der Natur; Man ſeh das Ohrgehaͤuſe nur; So O 4

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Zitationshilfe: Ebeling, Johann Justus: Andächtige Betrachtungen aus dem Buche der Natur und Schrift. Bd. 2. Hildesheim, 1747, S. 215. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/ebeling_betrachtungen02_1747/227>, abgerufen am 15.04.2021.