Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Ebeling, Johann Justus: Andächtige Betrachtungen aus dem Buche der Natur und Schrift. Bd. 3. Hildesheim, 1747.

Bild:
<< vorherige Seite
Die wunderbahre Flucht unterschiedner Vögel.
Die
wunderbahre Flucht unter-
schiedner Vögel.
Jer. VIII. 7.
Ein Storch unter den Himmel weis seine
Zeit; eine Turteltaube, Kranich und
Schwalbe merken ihre Zeit, wenn sie
wieder kommen sollen; aber mein
Volk will das Recht des HErrn nicht
wissen.

Das wundernswürdigste, das sich an Thie-
ren zeigt,

Das über dem Begriff der weisen Men-
schen steigt,

Jst der verborgne Trieb, der in der Brust
entglimmet,

Der ihre Handelung zum weisen Zwek bestimmet.
Man seh die Schwalben Flucht, der Wachteln Bei-
spiel an,

Und auch den Krannichs Zug, woran man lesen
kan,

Daß jede seine Zeit, wie uns die Schrifft gelehret,
Jm Herbst und Frühling hat, da sie hin, wieder
kehret.

Wenn der bestimmte Tag, im rauhen Herbst erscheint,
Sind diese Vögelein zu ihrer Flucht vereint.
Sie
L 5
Die wunderbahre Flucht unterſchiedner Voͤgel.
Die
wunderbahre Flucht unter-
ſchiedner Voͤgel.
Jer. VIII. 7.
Ein Storch unter den Himmel weis ſeine
Zeit; eine Turteltaube, Kranich und
Schwalbe merken ihre Zeit, wenn ſie
wieder kommen ſollen; aber mein
Volk will das Recht des HErrn nicht
wiſſen.

Das wundernswuͤrdigſte, das ſich an Thie-
ren zeigt,

Das uͤber dem Begriff der weiſen Men-
ſchen ſteigt,

Jſt der verborgne Trieb, der in der Bruſt
entglimmet,

Der ihre Handelung zum weiſen Zwek beſtimmet.
Man ſeh die Schwalben Flucht, der Wachteln Bei-
ſpiel an,

Und auch den Krannichs Zug, woran man leſen
kan,

Daß jede ſeine Zeit, wie uns die Schrifft gelehret,
Jm Herbſt und Fruͤhling hat, da ſie hin, wieder
kehret.

Wenn der beſtimmte Tag, im rauhen Herbſt erſcheint,
Sind dieſe Voͤgelein zu ihrer Flucht vereint.
Sie
L 5
<TEI>
  <text>
    <body>
      <pb facs="#f0181" n="169"/>
      <fw place="top" type="header">Die wunderbahre Flucht unter&#x017F;chiedner Vo&#x0364;gel.</fw><lb/>
      <div n="1">
        <head> <hi rendition="#b">Die<lb/>
wunderbahre Flucht unter-<lb/>
&#x017F;chiedner Vo&#x0364;gel.</hi> </head><lb/>
        <cit>
          <bibl> <hi rendition="#c">Jer. <hi rendition="#aq">VIII.</hi> 7.</hi> </bibl><lb/>
          <quote> <hi rendition="#b">Ein Storch unter den Himmel weis &#x017F;eine<lb/><hi rendition="#et">Zeit; eine Turteltaube, Kranich und<lb/>
Schwalbe merken ihre Zeit, wenn &#x017F;ie<lb/>
wieder kommen &#x017F;ollen; aber mein<lb/>
Volk will das Recht des HErrn nicht<lb/>
wi&#x017F;&#x017F;en.</hi></hi> </quote>
        </cit><lb/>
        <lg type="poem">
          <l><hi rendition="#in">D</hi>as wundernswu&#x0364;rdig&#x017F;te, das &#x017F;ich an Thie-<lb/><hi rendition="#et">ren zeigt,</hi></l><lb/>
          <l>Das u&#x0364;ber dem Begriff der wei&#x017F;en Men-<lb/><hi rendition="#et">&#x017F;chen &#x017F;teigt,</hi></l><lb/>
          <l>J&#x017F;t der verborgne Trieb, der in der Bru&#x017F;t<lb/><hi rendition="#et">entglimmet,</hi></l><lb/>
          <l>Der ihre Handelung zum wei&#x017F;en Zwek be&#x017F;timmet.</l><lb/>
          <l>Man &#x017F;eh die Schwalben Flucht, der Wachteln Bei-<lb/><hi rendition="#et">&#x017F;piel an,</hi></l><lb/>
          <l>Und auch den Krannichs Zug, woran man le&#x017F;en<lb/><hi rendition="#et">kan,</hi></l><lb/>
          <l>Daß jede &#x017F;eine Zeit, wie uns die Schrifft gelehret,</l><lb/>
          <l>Jm Herb&#x017F;t und Fru&#x0364;hling hat, da &#x017F;ie hin, wieder<lb/><hi rendition="#et">kehret.</hi></l><lb/>
          <l>Wenn der be&#x017F;timmte Tag, im rauhen Herb&#x017F;t er&#x017F;cheint,</l><lb/>
          <l>Sind die&#x017F;e Vo&#x0364;gelein zu ihrer Flucht vereint.</l><lb/>
          <fw place="bottom" type="sig">L 5</fw>
          <fw place="bottom" type="catch">Sie</fw><lb/>
        </lg>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[169/0181] Die wunderbahre Flucht unterſchiedner Voͤgel. Die wunderbahre Flucht unter- ſchiedner Voͤgel. Jer. VIII. 7. Ein Storch unter den Himmel weis ſeine Zeit; eine Turteltaube, Kranich und Schwalbe merken ihre Zeit, wenn ſie wieder kommen ſollen; aber mein Volk will das Recht des HErrn nicht wiſſen. Das wundernswuͤrdigſte, das ſich an Thie- ren zeigt, Das uͤber dem Begriff der weiſen Men- ſchen ſteigt, Jſt der verborgne Trieb, der in der Bruſt entglimmet, Der ihre Handelung zum weiſen Zwek beſtimmet. Man ſeh die Schwalben Flucht, der Wachteln Bei- ſpiel an, Und auch den Krannichs Zug, woran man leſen kan, Daß jede ſeine Zeit, wie uns die Schrifft gelehret, Jm Herbſt und Fruͤhling hat, da ſie hin, wieder kehret. Wenn der beſtimmte Tag, im rauhen Herbſt erſcheint, Sind dieſe Voͤgelein zu ihrer Flucht vereint. Sie L 5

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/ebeling_betrachtungen03_1747
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/ebeling_betrachtungen03_1747/181
Zitationshilfe: Ebeling, Johann Justus: Andächtige Betrachtungen aus dem Buche der Natur und Schrift. Bd. 3. Hildesheim, 1747, S. 169. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/ebeling_betrachtungen03_1747/181>, abgerufen am 06.05.2021.