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Eichendorff, Joseph von: Gedichte. Berlin, 1837.

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Der Geist.
Nächtlich dehnen sich die Stunden,
Unschuld schläft in stiller Bucht,
Fern ab ist die Welt verschwunden,
Die das Herz in Träumen sucht.
Und der Geist tritt auf die Zinne,
Und noch stiller wird's umher,
Schauet mit dem starren Sinne
In das wesenlose Meer.
Wer ihn sah bei Wetterblicken
Steh'n in seiner Rüstung blank:
Den mag nimmermehr erquicken
Reichen Lebens frischer Drang. --
Fröhlich an den öden Mauern
Schweift der Morgensonne Blick,
Da versinkt das Bild mit Schauern
Einsam in sich selbst zurück.

Der Geiſt.
Naͤchtlich dehnen ſich die Stunden,
Unſchuld ſchlaͤft in ſtiller Bucht,
Fern ab iſt die Welt verſchwunden,
Die das Herz in Traͤumen ſucht.
Und der Geiſt tritt auf die Zinne,
Und noch ſtiller wird's umher,
Schauet mit dem ſtarren Sinne
In das weſenloſe Meer.
Wer ihn ſah bei Wetterblicken
Steh'n in ſeiner Ruͤſtung blank:
Den mag nimmermehr erquicken
Reichen Lebens friſcher Drang. —
Froͤhlich an den oͤden Mauern
Schweift der Morgenſonne Blick,
Da verſinkt das Bild mit Schauern
Einſam in ſich ſelbſt zuruͤck.

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[144/0162] Der Geiſt. Naͤchtlich dehnen ſich die Stunden, Unſchuld ſchlaͤft in ſtiller Bucht, Fern ab iſt die Welt verſchwunden, Die das Herz in Traͤumen ſucht. Und der Geiſt tritt auf die Zinne, Und noch ſtiller wird's umher, Schauet mit dem ſtarren Sinne In das weſenloſe Meer. Wer ihn ſah bei Wetterblicken Steh'n in ſeiner Ruͤſtung blank: Den mag nimmermehr erquicken Reichen Lebens friſcher Drang. — Froͤhlich an den oͤden Mauern Schweift der Morgenſonne Blick, Da verſinkt das Bild mit Schauern Einſam in ſich ſelbſt zuruͤck.

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Zitationshilfe: Eichendorff, Joseph von: Gedichte. Berlin, 1837, S. 144. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/eichendorff_gedichte_1837/162>, abgerufen am 17.04.2021.