Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Erbkam, Georg Gustav: Tagebuch meiner egyptischen Reise. Teil 1. Ägypten, 1842-1843.

Bild:
<< vorherige Seite

Dann kam die Gesundheit Lepsius mit 3maligem Lebehoch, endlich die all der Unsrigen Lieben daheim. Es ward dann im Chor: Heil dir im Siegerkranz etc. gesungen, sowie Rule Britannia pp., und wir waren wohl eine Stunde sehr vergnügt; dann dachten wir an den Heimgang; Jeder schnitt sich einen Palmzweig ab und mit diesem in einer, und der Kerze in der andern Hand krochen wir die mühsamen und beschwerlichen Gänge abwärts und aufwärts durch in unsäglichem Staube, der mir fast den Athem versetzte, und mich draußten noch 1 Stunde lang husten machte. In Procession ging es dann nach den Zelten, wo die Fahne geschwenkt und dem Wohle der Expedition ein 3 maliges Hurrah gebracht wurde. -

Dienstag den 27ten December 1842. Die Nacht war still und ich schlief sehr gut; Am Vormittag, der zum ersten Mal wieder warm war, nahm ich die hintersten Gräber vollständig auf, kehrte um 1/2 1 nach Hause zurück, zeichnete die Charte fertig, und am Abend besah ich Abekens [Posterschen] Theodolithen. - -

Mittwoch den 28ten December 1842. Die Nacht war still und schön; der heutige Tag unvergleichlich, klar sonnig, warm, ja, heiß. Ich arbeite am Auftragen meiner ausgemessenen Gräber weiter; nehme meine Instrumente hervor und bestimme die Richtungslinien von der Mitte der 2ten Pyramide, weil der Sphinx auf der Wilkinson'schen Karte falsch angegeben zu sein scheint. - Am Abend schreibe ich meine Briefe an die Mutter und Geschwister beinah fertig. - Bonomi macht heut sein Panorama von der 2ten Pyramide aus. -

Donnerstag den 29ten December 1842. Das Wetter ist heut wieder ausgezeichnet, warm, klar, stille, ein wahrer Sommertag. Ich komme aber nicht von unsren Zelten fort, sondern zeichne eifrig an niedern

Dann kam die Gesundheit Lepsius mit 3maligem Lebehoch, endlich die all der Unsrigen Lieben daheim. Es ward dann im Chor: Heil dir im Siegerkranz etc. gesungen, sowie Rule Britannia pp., und wir waren wohl eine Stunde sehr vergnügt; dann dachten wir an den Heimgang; Jeder schnitt sich einen Palmzweig ab und mit diesem in einer, und der Kerze in der andern Hand krochen wir die mühsamen und beschwerlichen Gänge abwärts und aufwärts durch in unsäglichem Staube, der mir fast den Athem versetzte, und mich draußten noch 1 Stunde lang husten machte. In Procession ging es dann nach den Zelten, wo die Fahne geschwenkt und dem Wohle der Expedition ein 3 maliges Hurrah gebracht wurde. -

Dienstag den 27ten December 1842. Die Nacht war still und ich schlief sehr gut; Am Vormittag, der zum ersten Mal wieder warm war, nahm ich die hintersten Gräber vollständig auf, kehrte um ½ 1 nach Hause zurück, zeichnete die Charte fertig, und am Abend besah ich Abekens [Posterschen] Theodolithen. - -

Mittwoch den 28ten December 1842. Die Nacht war still und schön; der heutige Tag unvergleichlich, klar sonnig, warm, ja, heiß. Ich arbeite am Auftragen meiner ausgemessenen Gräber weiter; nehme meine Instrumente hervor und bestimme die Richtungslinien von der Mitte der 2ten Pyramide, weil der Sphinx auf der Wilkinson’schen Karte falsch angegeben zu sein scheint. - Am Abend schreibe ich meine Briefe an die Mutter und Geschwister beinah fertig. - Bonomi macht heut sein Panorama von der 2ten Pyramide aus. -

Donnerstag den 29ten December 1842. Das Wetter ist heut wieder ausgezeichnet, warm, klar, stille, ein wahrer Sommertag. Ich komme aber nicht von unsren Zelten fort, sondern zeichne eifrig an niedern

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <p><pb facs="#f0121" n="120"/>
Dann kam <choice><abbr>d</abbr><expan>die</expan></choice> Gesundheit <persName>Lepsius</persName> mit 3maligem Lebehoch, endlich die all der Unsrigen Lieben daheim. Es ward dann im Chor: Heil dir im Siegerkranz etc. gesungen, sowie Rule Britannia pp., <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> wir waren wohl eine Stunde sehr vergnügt; dann dachten wir an <choice><abbr>d</abbr><expan>den</expan></choice> Heimgang; Jeder schnitt sich <choice><abbr>e</abbr><expan>einen</expan></choice> Palmzweig ab <choice><sic>nd</sic><corr>und</corr></choice> mit diesem in einer, <choice><sic>nd</sic><corr>und</corr></choice> <choice><abbr>d</abbr><expan>der</expan></choice> Kerze in <choice><abbr>d</abbr><expan>der</expan></choice> andern Hand krochen wir die mühsamen <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice>  beschwerlichen Gänge abwärts <choice><sic>nd</sic><corr>und</corr></choice> aufwärts durch in unsäglichem Staube, der mir fast <choice><abbr>d</abbr><expan>den</expan></choice> Athem versetzte, <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> mich draußten noch 1 Stunde lang husten machte. In Procession ging es dann nach <choice><abbr>d</abbr><expan>den</expan></choice> Zelten, wo die Fahne geschwenkt <choice><sic>nd</sic><corr>und</corr></choice> dem Wohle <choice><abbr>d</abbr><expan>der</expan></choice> <choice><abbr>Exped</abbr><expan>Expedition</expan></choice> ein 3 <choice><abbr>mal</abbr><expan>maliges</expan></choice> Hurrah gebracht wurde. -
</p>
        </div>
        <div n="2">
          <p><date when="1842-12-27"><hi rendition="#u">Dienstag <choice><abbr>d</abbr><expan>den</expan></choice> 27ten <choice><abbr>Dec</abbr><expan>December</expan></choice> 1842</hi></date>. Die Nacht war still <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> ich schlief sehr gut; Am Vormittag, der <choice><abbr>z</abbr><expan>zum</expan></choice> ersten Mal wieder warm war, nahm ich die hintersten Gräber vollständig auf, kehrte um ½ 1 nach Hause zurück, zeichnete <choice><abbr>d</abbr><expan>die</expan></choice> Charte fertig, <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> am Abend besah ich <persName>Abeken</persName>s <supplied>Posterschen</supplied> Theodolithen. - -
</p>
        </div>
        <div n="2">
          <p><date when="1842-12-28"><hi rendition="#u">Mittwoch <choice><abbr>d</abbr><expan>den</expan></choice> 28ten <choice><abbr>Dec</abbr><expan>December</expan></choice> 1842</hi></date>. Die Nacht war still <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> schön; der heutige Tag unvergleichlich, klar sonnig, warm, ja, heiß. Ich arbeite am Auftragen meiner ausgemessenen Gräber weiter; nehme meine Instrumente hervor <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> <choice><sic>bestimmen</sic><corr>bestimme</corr></choice> die Richtungslinien von der Mitte <choice><abbr>d</abbr><expan>der</expan></choice> <placeName>2ten <choice><abbr>Pyr</abbr><expan>Pyramide</expan></choice></placeName>, weil <choice><abbr>d</abbr><expan>der</expan></choice> <placeName>Sphinx</placeName> auf <choice><abbr>d</abbr><expan>der</expan></choice> Wilkinson&#x2019;schen Karte falsch angegeben zu sein scheint. - Am Abend schreibe ich meine Briefe an <choice><abbr>d</abbr><expan>die</expan></choice> Mutter <choice><abbr>d</abbr><expan>und</expan></choice> Geschwister beinah fertig. - <persName>Bonomi</persName> macht heut sein Panorama <choice><abbr>v</abbr><expan>von</expan></choice> <choice><abbr>d</abbr><expan>der</expan></choice> <placeName><choice><abbr>2</abbr><expan>2ten</expan></choice><choice><abbr>Pyr</abbr><expan>Pyramide</expan></choice></placeName> aus. -
</p>
        </div>
        <div n="2">
          <p><date when="1842-12-29"><hi rendition="#u">Donnerstag <choice><abbr>d</abbr><expan>den</expan></choice> 29ten <choice><abbr>Dec</abbr><expan>December</expan></choice> 1842</hi></date>. Das Wetter ist heut wieder ausgezeichnet, warm, klar, stille, ein wahrer Sommertag. Ich komme aber nicht von unsren Zelten fort, <choice><abbr>sond</abbr><expan>sondern</expan></choice> zeichne eifrig an niedern
</p>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[120/0121] Dann kam d Gesundheit Lepsius mit 3maligem Lebehoch, endlich die all der Unsrigen Lieben daheim. Es ward dann im Chor: Heil dir im Siegerkranz etc. gesungen, sowie Rule Britannia pp., d wir waren wohl eine Stunde sehr vergnügt; dann dachten wir an d Heimgang; Jeder schnitt sich e Palmzweig ab und mit diesem in einer, und d Kerze in d andern Hand krochen wir die mühsamen d beschwerlichen Gänge abwärts und aufwärts durch in unsäglichem Staube, der mir fast d Athem versetzte, d mich draußten noch 1 Stunde lang husten machte. In Procession ging es dann nach d Zelten, wo die Fahne geschwenkt und dem Wohle d Exped ein 3 mal Hurrah gebracht wurde. - Dienstag d 27ten Dec 1842. Die Nacht war still d ich schlief sehr gut; Am Vormittag, der z ersten Mal wieder warm war, nahm ich die hintersten Gräber vollständig auf, kehrte um ½ 1 nach Hause zurück, zeichnete d Charte fertig, d am Abend besah ich Abekens Posterschen Theodolithen. - - Mittwoch d 28ten Dec 1842. Die Nacht war still d schön; der heutige Tag unvergleichlich, klar sonnig, warm, ja, heiß. Ich arbeite am Auftragen meiner ausgemessenen Gräber weiter; nehme meine Instrumente hervor d bestimme die Richtungslinien von der Mitte d 2ten Pyr, weil d Sphinx auf d Wilkinson’schen Karte falsch angegeben zu sein scheint. - Am Abend schreibe ich meine Briefe an d Mutter d Geschwister beinah fertig. - Bonomi macht heut sein Panorama v d 2 Pyr aus. - Donnerstag d 29ten Dec 1842. Das Wetter ist heut wieder ausgezeichnet, warm, klar, stille, ein wahrer Sommertag. Ich komme aber nicht von unsren Zelten fort, sond zeichne eifrig an niedern

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW): Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in XML. (2013-04-11T11:54:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme aus der Quelle entsprechen muss.
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften (BBAW): Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-04-11T11:54:31Z)
: Transkription des Originals. (2013-04-11T11:54:31Z)
Frederike Neuber: Konvertierung nach XML/TEI gemäß DTA-Basisformat. (2013-04-11T11:54:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Zeilenumbrüche wurden nicht markiert.
  • Seitenumbrüche wurden beibehalten
  • Tilgungen und Einfügungen wurden nicht markiert.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/erbkam_tagebuch01_1842
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/erbkam_tagebuch01_1842/121
Zitationshilfe: Erbkam, Georg Gustav: Tagebuch meiner egyptischen Reise. Teil 1. Ägypten, 1842-1843, S. 120. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/erbkam_tagebuch01_1842/121>, abgerufen am 23.05.2022.