Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Faber, Ludolph: Die letzte und beste Vocation eines treuen Dieners Jesu Christi. Wolfenbüttel, [ca. 1723].

Bild:
<< vorherige Seite

ihre noch verborgene Ehre wird herrlich offenbar werden. Wir sind nun GOttes Kinder / und ist noch nicht erschienen / was wir seyn werden. Wir wissen aber / wenn es erscheinen wird / daß wir ihm gleich seyn werden / denn wir werden ihn sehen / wie er ist. (1. Joh. 3, 2.) Auf diese Ehre freuen sich auch treue Lehrer / die JEsu besondere Diener sind. GOtt gedencket dort im Gesetz eines Tagelöhners / der seinem Herrn einen zwiefältigen Dienst geleistet / und wil solches Diensts nicht vergessen haben. (Deut. 15, 18.) Treue Lehrer sinds auch / welche dem Heylande gleichsam einen zwiefältigen Dienst leisten. Einmal dienen sie JESU / als rechtschaffene Christen / da sie für sich selbst / im Glauben und in der Liebe / Ihrem HErrn zu gefallen suchen. Hernach dienen sie JESU in ihrem Amt / da sie an den Seelen der Menschen arbeiten / um dieselbe CHristo zuzubringen. Solte der treue Heyland dieses zwiefältigen Dienstes wol vergessen können? Ach nein / Er wil ihnen einen zwiefachen Gnaden-Lohn / eine gedoppelte Ehre / dafür wiederfahren lassen. Ich weiß deinen Dienst heisset es von dem Bischoff zu Thyatira. (Apoc. 2, 19.) Auf dieses Wissen folget eine gewisse Belohnung. Verachtet gleich die Welt CHristi Diener / und wil nicht erkennen / wie hoch ihr Dienst für GOTT gehalten sey / so dürffen wir uns darüber nicht verwundern / achtet doch die Welt den HErrn unsern GOtt selbst nicht / wie solte sie denn seine Diener achten? Vielweniger haben sich gottselige Lehrer darüber zu betrüben / weil ihre Ehre nicht auf die Meinung und Uebung der Welt / sondern auf des himmlischen Vaters gnädige Verheissung sich gründet / der wird sie schon zu ehren wissen. Sie sinds insonderheit / welche Brüder JEsu heissen / wie wir sehen / daß der theureste Heyland / nach seiner Auferstehung / diesen Namen besonders seinen Aposteln beyleget / (Johann. 20, 17.) folglich haben sie auch an der Ehre und Herrlichkeit des theuresten Immanuels / unsers treuesten Bruders / und Seelen-Freundes JEsu / besonders Theil. Hat der himmlische Vater JEsum geehret nach seinem Leiden / so wird er der Die-

ihre noch verborgene Ehre wird herrlich offenbar werden. Wir sind nun GOttes Kinder / und ist noch nicht erschienen / was wir seyn werden. Wir wissen aber / wenn es erscheinen wird / daß wir ihm gleich seyn werden / denn wir werden ihn sehen / wie er ist. (1. Joh. 3, 2.) Auf diese Ehre freuen sich auch treue Lehrer / die JEsu besondere Diener sind. GOtt gedencket dort im Gesetz eines Tagelöhners / der seinem Herrn einen zwiefältigen Dienst geleistet / und wil solches Diensts nicht vergessen haben. (Deut. 15, 18.) Treue Lehrer sinds auch / welche dem Heylande gleichsam einen zwiefältigen Dienst leisten. Einmal dienen sie JESU / als rechtschaffene Christen / da sie für sich selbst / im Glauben und in der Liebe / Ihrem HErrn zu gefallen suchen. Hernach dienen sie JESU in ihrem Amt / da sie an den Seelen der Menschen arbeiten / um dieselbe CHristo zuzubringen. Solte der treue Heyland dieses zwiefältigen Dienstes wol vergessen können? Ach nein / Er wil ihnen einen zwiefachen Gnaden-Lohn / eine gedoppelte Ehre / dafür wiederfahren lassen. Ich weiß deinen Dienst heisset es von dem Bischoff zu Thyatira. (Apoc. 2, 19.) Auf dieses Wissen folget eine gewisse Belohnung. Verachtet gleich die Welt CHristi Diener / und wil nicht erkennen / wie hoch ihr Dienst für GOTT gehalten sey / so dürffen wir uns darüber nicht verwundern / achtet doch die Welt den HErrn unsern GOtt selbst nicht / wie solte sie denn seine Diener achten? Vielweniger haben sich gottselige Lehrer darüber zu betrüben / weil ihre Ehre nicht auf die Meinung und Uebung der Welt / sondern auf des him̃lischen Vaters gnädige Verheissung sich gründet / der wird sie schon zu ehren wissen. Sie sinds insonderheit / welche Brüder JEsu heissen / wie wir sehen / daß der theureste Heyland / nach seiner Auferstehung / diesen Namen besonders seinen Aposteln beyleget / (Johann. 20, 17.) folglich haben sie auch an der Ehre und Herrlichkeit des theuresten Immanuels / unsers treuesten Bruders / und Seelen-Freundes JEsu / besonders Theil. Hat der him̃lische Vater JEsum geehret nach seinem Leiden / so wird er der Die-

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <p><pb facs="#f0034"/>
ihre noch verborgene Ehre wird herrlich                      offenbar werden. Wir sind nun GOttes Kinder / und ist noch nicht erschienen /                      was wir seyn werden. Wir wissen aber / wenn es erscheinen wird / daß wir ihm                      gleich seyn werden / denn wir werden ihn sehen / wie er ist. (1. Joh. 3, 2.) Auf                      diese Ehre freuen sich auch treue Lehrer / die JEsu besondere Diener sind. GOtt                      gedencket dort im Gesetz eines Tagelöhners / der seinem Herrn einen zwiefältigen                      Dienst geleistet / und wil solches Diensts nicht vergessen haben. (Deut. 15,                      18.) Treue Lehrer sinds auch / welche dem Heylande gleichsam einen zwiefältigen                      Dienst leisten. Einmal dienen sie JESU / als rechtschaffene Christen / da sie                      für sich selbst / im Glauben und in der Liebe / Ihrem HErrn zu gefallen suchen.                      Hernach dienen sie JESU in ihrem Amt / da sie an den Seelen der Menschen                      arbeiten / um dieselbe CHristo zuzubringen. Solte der treue Heyland dieses                      zwiefältigen Dienstes wol vergessen können? Ach nein / Er wil ihnen einen                      zwiefachen Gnaden-Lohn / eine gedoppelte Ehre / dafür wiederfahren lassen. Ich                      weiß deinen Dienst heisset es von dem Bischoff zu Thyatira. (Apoc. 2, 19.) Auf                      dieses Wissen folget eine gewisse Belohnung. Verachtet gleich die Welt CHristi                      Diener / und wil nicht erkennen / wie hoch ihr Dienst für GOTT gehalten sey / so                      dürffen wir uns darüber nicht verwundern / achtet doch die Welt den HErrn unsern                      GOtt selbst nicht / wie solte sie denn seine Diener achten? Vielweniger haben                      sich gottselige Lehrer darüber zu betrüben / weil ihre Ehre nicht auf die                      Meinung und Uebung der Welt / sondern auf des him&#x0303;lischen Vaters                      gnädige Verheissung sich gründet / der wird sie schon zu ehren wissen. Sie sinds                      insonderheit / welche Brüder JEsu heissen / wie wir sehen / daß der theureste                      Heyland / nach seiner Auferstehung / diesen Namen besonders seinen Aposteln                      beyleget / (Johann. 20, 17.) folglich haben sie auch an der Ehre und                      Herrlichkeit des theuresten Immanuels / unsers treuesten Bruders / und                      Seelen-Freundes JEsu / besonders Theil. Hat der him&#x0303;lische Vater                      JEsum geehret nach seinem Leiden / so wird er der Die-
</p>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[0034] ihre noch verborgene Ehre wird herrlich offenbar werden. Wir sind nun GOttes Kinder / und ist noch nicht erschienen / was wir seyn werden. Wir wissen aber / wenn es erscheinen wird / daß wir ihm gleich seyn werden / denn wir werden ihn sehen / wie er ist. (1. Joh. 3, 2.) Auf diese Ehre freuen sich auch treue Lehrer / die JEsu besondere Diener sind. GOtt gedencket dort im Gesetz eines Tagelöhners / der seinem Herrn einen zwiefältigen Dienst geleistet / und wil solches Diensts nicht vergessen haben. (Deut. 15, 18.) Treue Lehrer sinds auch / welche dem Heylande gleichsam einen zwiefältigen Dienst leisten. Einmal dienen sie JESU / als rechtschaffene Christen / da sie für sich selbst / im Glauben und in der Liebe / Ihrem HErrn zu gefallen suchen. Hernach dienen sie JESU in ihrem Amt / da sie an den Seelen der Menschen arbeiten / um dieselbe CHristo zuzubringen. Solte der treue Heyland dieses zwiefältigen Dienstes wol vergessen können? Ach nein / Er wil ihnen einen zwiefachen Gnaden-Lohn / eine gedoppelte Ehre / dafür wiederfahren lassen. Ich weiß deinen Dienst heisset es von dem Bischoff zu Thyatira. (Apoc. 2, 19.) Auf dieses Wissen folget eine gewisse Belohnung. Verachtet gleich die Welt CHristi Diener / und wil nicht erkennen / wie hoch ihr Dienst für GOTT gehalten sey / so dürffen wir uns darüber nicht verwundern / achtet doch die Welt den HErrn unsern GOtt selbst nicht / wie solte sie denn seine Diener achten? Vielweniger haben sich gottselige Lehrer darüber zu betrüben / weil ihre Ehre nicht auf die Meinung und Uebung der Welt / sondern auf des him̃lischen Vaters gnädige Verheissung sich gründet / der wird sie schon zu ehren wissen. Sie sinds insonderheit / welche Brüder JEsu heissen / wie wir sehen / daß der theureste Heyland / nach seiner Auferstehung / diesen Namen besonders seinen Aposteln beyleget / (Johann. 20, 17.) folglich haben sie auch an der Ehre und Herrlichkeit des theuresten Immanuels / unsers treuesten Bruders / und Seelen-Freundes JEsu / besonders Theil. Hat der him̃lische Vater JEsum geehret nach seinem Leiden / so wird er der Die-

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Obrigkeitskritik und Fürstenberatung: Die Oberhofprediger in Braunschweig-Wolfenbüttel 1568-1714: Bereitstellung der Texttranskription und Auszeichnung in XML/TEI. (2013-02-15T13:54:31Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme entsprechen muss.
Wolfenbütteler Digitale Bibliothek: Bereitstellung der Bilddigitalisate (2013-02-15T13:54:31Z)
Marcus Baumgarten, Frederike Neuber, Frank Wiegand: Konvertierung nach XML gemäß DTA-Basisformat, Tagging der Titelblätter, Korrekturen der Transkription. (2013-02-15T13:54:31Z)

Weitere Informationen:

Anmerkungen zur Transkription:

  • Langes s (ſ) wird als rundes s (s) wiedergegeben.
  • Rundes r (ꝛ) wird als normales r (r) wiedergegeben bzw. in der Kombination ꝛc. als et (etc.) aufgelöst.
  • Die Majuskel J im Frakturdruck wird in der Transkription je nach Lautwert als I bzw. J wiedergegeben.
  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
  • Ligaturen werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Zeilengrenzen hinweg werden aufgelöst.
  • Silbentrennungen über Seitengrenzen hinweg werden beibehalten.
  • Kolumnentitel, Bogensignaturen und Kustoden werden nicht erfasst.
  • Griechische Schrift wird nicht transkribiert, sondern im XML mit <foreign xml:lang="el"><gap reason="fm"/></foreign> vermerkt.



Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/faber_vocation_1723
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/faber_vocation_1723/34
Zitationshilfe: Faber, Ludolph: Die letzte und beste Vocation eines treuen Dieners Jesu Christi. Wolfenbüttel, [ca. 1723], S. . In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/faber_vocation_1723/34>, abgerufen am 08.05.2021.