Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Falke, Jakob von: Die deutsche Trachten- und Modenwelt. Ein Beitrag zur deutschen Culturgeschichte. Bd. 1. Leipzig, 1858.

Bild:
<< vorherige Seite

I. Aelteste Zeit bis zu den Kreuzzügen.
Schlangen. Heranwachsend übte er sich in den Waffen, im Reiten
und Schwimmen, und Rigr lehrte ihn die Runen und hieß ihn
Erb und Eigen und Ahnenschlösser besitzen. Darauf gewann er
im siegreichen Krieg Ruhm und Herrschaft. In achtzehn Hallen
herrschte er nun.

"Vertheilte die Güter, alle begabend
Mit Schmuck und Geschmeide und schlanken Pferden,
Er spendete Ringe, hieb Spangen entzwei."

Dann führten ihm die Edlen die Braut zu, in feines Lin-
nen gekleidet, die Gürtelschlanke, die Adlige, Artige. Von diesen
beiden stammen die Fürstensöhne, gewandt in ritterlichen Uebun-
gen, ergeben dem Würfelspiel, aber auch kundig der Runen. --


I. Aelteſte Zeit bis zu den Kreuzzügen.
Schlangen. Heranwachſend übte er ſich in den Waffen, im Reiten
und Schwimmen, und Rigr lehrte ihn die Runen und hieß ihn
Erb und Eigen und Ahnenſchlöſſer beſitzen. Darauf gewann er
im ſiegreichen Krieg Ruhm und Herrſchaft. In achtzehn Hallen
herrſchte er nun.

„Vertheilte die Güter, alle begabend
Mit Schmuck und Geſchmeide und ſchlanken Pferden,
Er ſpendete Ringe, hieb Spangen entzwei.“

Dann führten ihm die Edlen die Braut zu, in feines Lin-
nen gekleidet, die Gürtelſchlanke, die Adlige, Artige. Von dieſen
beiden ſtammen die Fürſtenſöhne, gewandt in ritterlichen Uebun-
gen, ergeben dem Würfelſpiel, aber auch kundig der Runen. —


<TEI>
  <text>
    <body>
      <div n="1">
        <div n="2">
          <div n="3">
            <p><pb facs="#f0070" n="52"/><fw place="top" type="header"><hi rendition="#aq">I.</hi> Aelte&#x017F;te Zeit bis zu den Kreuzzügen.</fw><lb/>
Schlangen. Heranwach&#x017F;end übte er &#x017F;ich in den Waffen, im Reiten<lb/>
und Schwimmen, und Rigr lehrte ihn die Runen und hieß ihn<lb/>
Erb und Eigen und Ahnen&#x017F;chlö&#x017F;&#x017F;er be&#x017F;itzen. Darauf gewann er<lb/>
im &#x017F;iegreichen Krieg Ruhm und Herr&#x017F;chaft. In achtzehn Hallen<lb/>
herr&#x017F;chte er nun.</p><lb/>
            <lg type="poem">
              <l>&#x201E;Vertheilte die Güter, alle begabend</l><lb/>
              <l>Mit Schmuck und Ge&#x017F;chmeide und &#x017F;chlanken Pferden,</l><lb/>
              <l>Er &#x017F;pendete Ringe, hieb Spangen entzwei.&#x201C;</l>
            </lg><lb/>
            <p>Dann führten ihm die Edlen die Braut zu, in feines Lin-<lb/>
nen gekleidet, die Gürtel&#x017F;chlanke, die Adlige, Artige. Von die&#x017F;en<lb/>
beiden &#x017F;tammen die Für&#x017F;ten&#x017F;öhne, gewandt in ritterlichen Uebun-<lb/>
gen, ergeben dem Würfel&#x017F;piel, aber auch kundig der Runen. &#x2014;</p>
          </div><lb/>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[52/0070] I. Aelteſte Zeit bis zu den Kreuzzügen. Schlangen. Heranwachſend übte er ſich in den Waffen, im Reiten und Schwimmen, und Rigr lehrte ihn die Runen und hieß ihn Erb und Eigen und Ahnenſchlöſſer beſitzen. Darauf gewann er im ſiegreichen Krieg Ruhm und Herrſchaft. In achtzehn Hallen herrſchte er nun. „Vertheilte die Güter, alle begabend Mit Schmuck und Geſchmeide und ſchlanken Pferden, Er ſpendete Ringe, hieb Spangen entzwei.“ Dann führten ihm die Edlen die Braut zu, in feines Lin- nen gekleidet, die Gürtelſchlanke, die Adlige, Artige. Von dieſen beiden ſtammen die Fürſtenſöhne, gewandt in ritterlichen Uebun- gen, ergeben dem Würfelſpiel, aber auch kundig der Runen. —

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde gemäß den DTA-Transkriptionsrichtlinien im Double-Keying-Verfahren von Nicht-Muttersprachlern erfasst und in XML/TEI P5 nach DTA-Basisformat kodiert.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/falke_trachten01_1858
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/falke_trachten01_1858/70
Zitationshilfe: Falke, Jakob von: Die deutsche Trachten- und Modenwelt. Ein Beitrag zur deutschen Culturgeschichte. Bd. 1. Leipzig, 1858, S. 52. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/falke_trachten01_1858/70>, abgerufen am 17.08.2022.