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Finen, Eberhard: Der Gott-begierige David Und Gott-begierige Christe. Braunschweig, 1715.

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ist dasselbe so brünstig / daß sie darüber fast nicht recht ausschlaffen können / sondern bey früher Morgens-Zeit / ermuntert sich der von GOtt erweckte und zu GOtt gerichtete Geist / und wenn gleich der Tag erst in der Demmerung / so scheinet schon die Sonne der Gnaden in ihrer Seelen / und bringt dieselbe in neue Liebes-Flammen / zu neuen Wündschen / Begehren und Verlangen nach dem höchsten Gut.

Daß also dieses Frühe wachen wird entgegen gesetzet / der Schläffrigkeit / der Nachläßigkeit und Vergessenheit derer / welche / wenn gleich die äusserlichen Sinnen wieder ermuntert werden / und in ihre Action und Bewegung kommen / dennoch die Seele und den Geist / die Gedancken und Neigungen nicht in GOTT ermuntern noch zu GOTT richten / sondern auf die Tages-Geschäffte / und auf das Wesen dieser Welt auf eitles Tichten und Trachten wenden; Und bedeutet nun zuforderst eine Uberlegung des Guten / welches sie des Nachts herdurch von dem Hüter Israels der nicht schläffert noch schlummert genossen / mithin ein danckbahres Loben und Dancken vor solche Wolthaten / mit dem sehnlichen Wundsch und andächtigen Seufftzen / des lieben GOttes / und seiner Güte den angehenden Tag ferner theilhafftig zu werden und zu bleiben / und zugleich den Heil. Vorsatz alle Geschäffte / alles Unternehmen so zu fassen / daß man GOTT dabey behalten / und in seiner Gemeinschafft und Vereinigung ungehemmet wandeln wolle.

Nun M. A. diß ist die Abend und Morgen-Andacht der Gläubigen wie sie Jesaias beschrieben / wie sie von allen Gläubigen und Frommen nach der Gnade die GOTT darreicht auch geübet wird. Wir sehen aber wohl / daß eine heilige sehnliche GOttes-Begierde das vornehmste in solcher Andacht sey / als womit die Frommen zu

ist dasselbe so brünstig / daß sie darüber fast nicht recht ausschlaffen können / sondern bey früher Morgens-Zeit / ermuntert sich der von GOtt erweckte und zu GOtt gerichtete Geist / und wenn gleich der Tag erst in der Demmerung / so scheinet schon die Sonne der Gnaden in ihrer Seelen / und bringt dieselbe in neue Liebes-Flammen / zu neuen Wündschen / Begehren und Verlangen nach dem höchsten Gut.

Daß also dieses Frühe wachen wird entgegen gesetzet / der Schläffrigkeit / der Nachläßigkeit und Vergessenheit derer / welche / wenn gleich die äusserlichen Sinnen wieder ermuntert werden / und in ihre Action und Bewegung kommen / dennoch die Seele und den Geist / die Gedancken und Neigungen nicht in GOTT ermuntern noch zu GOTT richten / sondern auf die Tages-Geschäffte / und auf das Wesen dieser Welt auf eitles Tichten und Trachten wenden; Und bedeutet nun zuforderst eine Uberlegung des Guten / welches sie des Nachts herdurch von dem Hüter Israels der nicht schläffert noch schlummert genossen / mithin ein danckbahres Loben und Dancken vor solche Wolthaten / mit dem sehnlichen Wundsch und andächtigen Seufftzen / des lieben GOttes / und seiner Güte den angehenden Tag ferner theilhafftig zu werden und zu bleiben / und zugleich den Heil. Vorsatz alle Geschäffte / alles Unternehmen so zu fassen / daß man GOTT dabey behalten / und in seiner Gemeinschafft und Vereinigung ungehemmet wandeln wolle.

Nun M. A. diß ist die Abend und Morgen-Andacht der Gläubigen wie sie Jesaias beschrieben / wie sie von allen Gläubigen und Frommen nach der Gnade die GOTT darreicht auch geübet wird. Wir sehen aber wohl / daß eine heilige sehnliche GOttes-Begierde das vornehmste in solcher Andacht sey / als womit die Frommen zu

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[8/0014] ist dasselbe so brünstig / daß sie darüber fast nicht recht ausschlaffen können / sondern bey früher Morgens-Zeit / ermuntert sich der von GOtt erweckte und zu GOtt gerichtete Geist / und wenn gleich der Tag erst in der Demmerung / so scheinet schon die Sonne der Gnaden in ihrer Seelen / und bringt dieselbe in neue Liebes-Flammen / zu neuen Wündschen / Begehren und Verlangen nach dem höchsten Gut. Daß also dieses Frühe wachen wird entgegen gesetzet / der Schläffrigkeit / der Nachläßigkeit und Vergessenheit derer / welche / wenn gleich die äusserlichen Sinnen wieder ermuntert werden / und in ihre Action und Bewegung kommen / dennoch die Seele und den Geist / die Gedancken und Neigungen nicht in GOTT ermuntern noch zu GOTT richten / sondern auf die Tages-Geschäffte / und auf das Wesen dieser Welt auf eitles Tichten und Trachten wenden; Und bedeutet nun zuforderst eine Uberlegung des Guten / welches sie des Nachts herdurch von dem Hüter Israels der nicht schläffert noch schlummert genossen / mithin ein danckbahres Loben und Dancken vor solche Wolthaten / mit dem sehnlichen Wundsch und andächtigen Seufftzen / des lieben GOttes / und seiner Güte den angehenden Tag ferner theilhafftig zu werden und zu bleiben / und zugleich den Heil. Vorsatz alle Geschäffte / alles Unternehmen so zu fassen / daß man GOTT dabey behalten / und in seiner Gemeinschafft und Vereinigung ungehemmet wandeln wolle. Nun M. A. diß ist die Abend und Morgen-Andacht der Gläubigen wie sie Jesaias beschrieben / wie sie von allen Gläubigen und Frommen nach der Gnade die GOTT darreicht auch geübet wird. Wir sehen aber wohl / daß eine heilige sehnliche GOttes-Begierde das vornehmste in solcher Andacht sey / als womit die Frommen zu

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  • Übergeschriebenes „e“ über „a“, „o“ und „u“ wird als „ä“, „ö“, „ü“ transkribiert.
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Zitationshilfe: Finen, Eberhard: Der Gott-begierige David Und Gott-begierige Christe. Braunschweig, 1715, S. 8. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/finen_david_1715/14>, abgerufen am 29.09.2022.