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Finen, Eberhard: Der Gläubigen Nicht untergehende Lebens-Sonne. Braunschweig, 1710.

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diget / so haben wir einen Fürsprecher bey dem Vater / JEsum CHrist / der gerecht ist / und derselbige ist die Versöhnung für unsre Sünde / nicht allein für die unsere / sondern der gantzen Welt Sünde / und 1. Tim. II, 5. Es ist ein GOtt und ein Mittler zwischen GOtt und den Menschen / nemlich der Mensch Christus JEsus. So kommen wir denn durch CHristum zum Vater / durch CHristum eignen wir uns zu die Liebe GOttes / und getrösten uns seiner Barmhertzigkeit. Nun dieser Glaube wenn er rechter Art / so führet er mit sich ein geistliches Leben in Christo JEsu / welches alle todte Sünden-Wercke ausschließt / und mit Christo JEsu allbereit hier auf Erden durch himmlisch-gesinnete Gottseeligkeit / in ein himmlisches Wesen versetzet. Darauf denn folget die gewisse Versicherung / daß / wo der Gläubige beharret biß ans Ende Matth. XXIV, 13. Getreu bleibet biß in den Tod / Apoc. II, 10. ihm die Krone des Lebens / das ist / das ewige Leben / welches Kron und Herrschafft über alles Widerwärtige mit sich bringet / solle gegeben werden.

Hier scheinet etwas im Wege zu seyn / und die Hoffnung wanckend zu machen; ich meyne das Sterben / dessen sich auch die Gläubigen nicht entbrechen können. Sie wolten zwar lieber nicht entkleidet sondern überkleidet werden / auf daß das Sterbliche würde verschlungen von dem Leben 2. Cor. V, 4. Allein / es muß gestorben seyn. Wo ist jemand der da lebet und den Tod nicht sehe Ps. LXXXIX, 49. Das Band zwischen Leib und Seele muß getrennet werden; Weil aber die Seele durch den Glauben auch mit dem lebendige JEsu verbunden / so kan dieselbe von JEsu sich nicht trennen; Weil sie ein Glied an dem Leibe JESU / so heist es recht: Lässet auch ein Haupt sein Glied / daß er es nicht nach sich zieht. Paulus macht hiervon einen richtigen Schluß Rom. VIII, 11. So der Geist / der JEsum auferwecket hat / in euch wohnet / so wird auch derselbige / der Christum von den Todten auferwecket hat eure sterbliche Leiber lebendig machen um des willen / daß sein Geist in euch wohnet. So hats seine Richtigkeit mit der Gläubigen Leben nach dem Sterben / ihre Lebens-Sonne / ob sie gleich untergehet / soll sie doch nicht gantz unter / sondern dermahleins wieder aufgehen. Ihr Leib soll an jenem Tage mit allen seinen Gliedmassen wieder auf-

diget / so haben wir einen Fürsprecher bey dem Vater / JEsum CHrist / der gerecht ist / und derselbige ist die Versöhnung für unsre Sünde / nicht allein für die unsere / sondern der gantzen Welt Sünde / und 1. Tim. II, 5. Es ist ein GOtt und ein Mittler zwischen GOtt und den Menschen / nemlich der Mensch Christus JEsus. So kom̃en wir denn durch CHristum zum Vater / durch CHristum eignen wir uns zu die Liebe GOttes / und getrösten uns seiner Barmhertzigkeit. Nun dieser Glaube wenn er rechter Art / so führet er mit sich ein geistliches Leben in Christo JEsu / welches alle todte Sünden-Wercke ausschließt / und mit Christo JEsu allbereit hier auf Erden durch himmlisch-gesinnete Gottseeligkeit / in ein himmlisches Wesen versetzet. Darauf denn folget die gewisse Versicherung / daß / wo der Gläubige beharret biß ans Ende Matth. XXIV, 13. Getreu bleibet biß in den Tod / Apoc. II, 10. ihm die Krone des Lebens / das ist / das ewige Leben / welches Kron und Herrschafft über alles Widerwärtige mit sich bringet / solle gegeben werden.

Hier scheinet etwas im Wege zu seyn / und die Hoffnung wanckend zu machen; ich meyne das Sterben / dessen sich auch die Gläubigen nicht entbrechen können. Sie wolten zwar lieber nicht entkleidet sondern überkleidet werden / auf daß das Sterbliche würde verschlungen von dem Leben 2. Cor. V, 4. Allein / es muß gestorben seyn. Wo ist jemand der da lebet und den Tod nicht sehe Ps. LXXXIX, 49. Das Band zwischen Leib und Seele muß getrennet werden; Weil aber die Seele durch den Glauben auch mit dem lebendige JEsu verbunden / so kan dieselbe von JEsu sich nicht trennen; Weil sie ein Glied an dem Leibe JESU / so heist es recht: Lässet auch ein Haupt sein Glied / daß er es nicht nach sich zieht. Paulus macht hiervon einen richtigen Schluß Rom. VIII, 11. So der Geist / der JEsum auferwecket hat / in euch wohnet / so wird auch derselbige / der Christum von den Todten auferwecket hat eure sterbliche Leiber lebendig machen um des willen / daß sein Geist in euch wohnet. So hats seine Richtigkeit mit der Gläubigen Leben nach dem Sterben / ihre Lebens-Sonne / ob sie gleich untergehet / soll sie doch nicht gantz unter / sondern dermahleins wieder aufgehen. Ihr Leib soll an jenem Tage mit allen seinen Gliedmassen wieder auf-

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                     Leben in Christo JEsu / welches alle todte Sünden-Wercke ausschließt / und mit
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                     wolten zwar lieber nicht entkleidet sondern überkleidet werden / auf daß das
                     Sterbliche würde verschlungen von dem Leben 2. Cor. V, 4. Allein / es muß
                     gestorben seyn. Wo ist jemand der da lebet und den Tod nicht sehe Ps. LXXXIX,
                     49. Das Band zwischen Leib und Seele muß getrennet werden; Weil aber die Seele
                     durch den Glauben auch mit dem lebendige JEsu verbunden / so kan dieselbe von
                     JEsu sich nicht trennen; Weil sie ein Glied an dem Leibe JESU / so heist es
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[10/0014] diget / so haben wir einen Fürsprecher bey dem Vater / JEsum CHrist / der gerecht ist / und derselbige ist die Versöhnung für unsre Sünde / nicht allein für die unsere / sondern der gantzen Welt Sünde / und 1. Tim. II, 5. Es ist ein GOtt und ein Mittler zwischen GOtt und den Menschen / nemlich der Mensch Christus JEsus. So kom̃en wir denn durch CHristum zum Vater / durch CHristum eignen wir uns zu die Liebe GOttes / und getrösten uns seiner Barmhertzigkeit. Nun dieser Glaube wenn er rechter Art / so führet er mit sich ein geistliches Leben in Christo JEsu / welches alle todte Sünden-Wercke ausschließt / und mit Christo JEsu allbereit hier auf Erden durch himmlisch-gesinnete Gottseeligkeit / in ein himmlisches Wesen versetzet. Darauf denn folget die gewisse Versicherung / daß / wo der Gläubige beharret biß ans Ende Matth. XXIV, 13. Getreu bleibet biß in den Tod / Apoc. II, 10. ihm die Krone des Lebens / das ist / das ewige Leben / welches Kron und Herrschafft über alles Widerwärtige mit sich bringet / solle gegeben werden. Hier scheinet etwas im Wege zu seyn / und die Hoffnung wanckend zu machen; ich meyne das Sterben / dessen sich auch die Gläubigen nicht entbrechen können. Sie wolten zwar lieber nicht entkleidet sondern überkleidet werden / auf daß das Sterbliche würde verschlungen von dem Leben 2. Cor. V, 4. Allein / es muß gestorben seyn. Wo ist jemand der da lebet und den Tod nicht sehe Ps. LXXXIX, 49. Das Band zwischen Leib und Seele muß getrennet werden; Weil aber die Seele durch den Glauben auch mit dem lebendige JEsu verbunden / so kan dieselbe von JEsu sich nicht trennen; Weil sie ein Glied an dem Leibe JESU / so heist es recht: Lässet auch ein Haupt sein Glied / daß er es nicht nach sich zieht. Paulus macht hiervon einen richtigen Schluß Rom. VIII, 11. So der Geist / der JEsum auferwecket hat / in euch wohnet / so wird auch derselbige / der Christum von den Todten auferwecket hat eure sterbliche Leiber lebendig machen um des willen / daß sein Geist in euch wohnet. So hats seine Richtigkeit mit der Gläubigen Leben nach dem Sterben / ihre Lebens-Sonne / ob sie gleich untergehet / soll sie doch nicht gantz unter / sondern dermahleins wieder aufgehen. Ihr Leib soll an jenem Tage mit allen seinen Gliedmassen wieder auf-

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Zitationshilfe: Finen, Eberhard: Der Gläubigen Nicht untergehende Lebens-Sonne. Braunschweig, 1710, S. 10. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/finen_lebenssonne_1710/14>, abgerufen am 07.05.2021.