Anmelden (DTAQ) DWDS     dlexDB     CLARIN-D

Fischer, Christian August: Ueber Collegien und Collegienhefte. Bonn, 1826.

Bild:
<< vorherige Seite
Zweiter Abschnitt.


Fortsetzung.
§. 1.

Der angenommenen Ordnung gemäß, folgt nun der schildernde Vortrag, Von diesem macht ein verständiger Docent, nur nach der Natur des Gegenstandes, oder bei besonderen Veranlassungen Gebrauch. Jener muß durchaus in der Art dazu geeignet seyn, daß die Masse der Details selbst, in demselben begründet ist, und daraus unmittelbar hervorgeht. Die äußeren Veranlassungen können, auf den Docenten, in so fern einwirken, als er eine Probe seines kunstmäßigen Vortrages geben will. In der That kann sich ein tüchtiger Docent, wenn er auf den Effekt ausgeht, kaum vortheilhafter zeigen, als bei dem schildernden Vortrag. Es ist übrigens zu bemerken, daß es zwey Arten des letzteren giebt, die durch die Zeichnung, und das Colorit, etwas verschieden sind. Wir geben also ein Beyspiel von Schilderungen der niederen Haltung, und ein zweites von denen der höheren, die man beyde in ihrer Art musterhaft nennen kann.

Erstes Beyspiel.

Napoleon fühlte das Gefährliche seiner Lage, und erreichte so mit dem Reste seiner Armee die Berezyna. (Die Penultima ist kurz.) Hier ließ er am 24. Nov. 1812

Zweiter Abschnitt.


Fortsetzung.
§. 1.

Der angenommenen Ordnung gemäß, folgt nun der schildernde Vortrag, Von diesem macht ein verständiger Docent, nur nach der Natur des Gegenstandes, oder bei besonderen Veranlassungen Gebrauch. Jener muß durchaus in der Art dazu geeignet seyn, daß die Masse der Details selbst, in demselben begründet ist, und daraus unmittelbar hervorgeht. Die äußeren Veranlassungen können, auf den Docenten, in so fern einwirken, als er eine Probe seines kunstmäßigen Vortrages geben will. In der That kann sich ein tüchtiger Docent, wenn er auf den Effekt ausgeht, kaum vortheilhafter zeigen, als bei dem schildernden Vortrag. Es ist übrigens zu bemerken, daß es zwey Arten des letzteren giebt, die durch die Zeichnung, und das Colorit, etwas verschieden sind. Wir geben also ein Beyspiel von Schilderungen der niederen Haltung, und ein zweites von denen der höheren, die man beyde in ihrer Art musterhaft nennen kann.

Erstes Beyspiel.

Napoleon fühlte das Gefährliche seiner Lage, und erreichte so mit dem Reste seiner Armee die Berezyna. (Die Penultima ist kurz.) Hier ließ er am 24. Nov. 1812

<TEI>
  <text>
    <body>
      <div>
        <div>
          <div>
            <div>
              <div>
                <pb facs="#f0027" n="23"/>
              </div>
            </div>
          </div>
        </div>
        <div>
          <head><hi rendition="#g">Zweiter Abschnitt</hi>.</head><lb/>
          <milestone rendition="#hr" unit="section"/><lb/>
          <div>
            <head><hi rendition="#g">Fortsetzung</hi>.</head><lb/>
            <div>
              <head>§. 1.</head><lb/>
              <p>Der angenommenen Ordnung gemäß, folgt nun der <hi rendition="#g">schildernde</hi> Vortrag, Von diesem macht ein verständiger Docent, nur nach der Natur des Gegenstandes, oder bei besonderen Veranlassungen Gebrauch. Jener muß durchaus in der Art dazu geeignet seyn, daß die Masse der Details selbst, in demselben begründet ist, und daraus unmittelbar hervorgeht. Die äußeren Veranlassungen können, auf den Docenten, in so fern einwirken, als er eine Probe seines kunstmäßigen Vortrages geben will. In der That kann sich ein tüchtiger Docent, wenn er auf den Effekt ausgeht, kaum vortheilhafter zeigen, als bei dem schildernden Vortrag. Es ist übrigens zu bemerken, daß es zwey Arten des letzteren giebt, die durch die Zeichnung, und das Colorit, etwas verschieden sind. Wir geben also ein Beyspiel von Schilderungen der niederen Haltung, und ein zweites von denen der höheren, die man beyde in ihrer Art musterhaft nennen kann.</p><lb/>
              <div>
                <head><hi rendition="#g">Erstes Beyspiel</hi>.</head><lb/>
                <p><hi rendition="#g">Napoleon</hi> fühlte das Gefährliche seiner Lage, und erreichte so mit dem Reste seiner Armee die Berezyna. (Die Penultima ist kurz.) Hier ließ er am 24. Nov. 1812<lb/></p>
              </div>
            </div>
          </div>
        </div>
      </div>
    </body>
  </text>
</TEI>
[23/0027] Zweiter Abschnitt. Fortsetzung. §. 1. Der angenommenen Ordnung gemäß, folgt nun der schildernde Vortrag, Von diesem macht ein verständiger Docent, nur nach der Natur des Gegenstandes, oder bei besonderen Veranlassungen Gebrauch. Jener muß durchaus in der Art dazu geeignet seyn, daß die Masse der Details selbst, in demselben begründet ist, und daraus unmittelbar hervorgeht. Die äußeren Veranlassungen können, auf den Docenten, in so fern einwirken, als er eine Probe seines kunstmäßigen Vortrages geben will. In der That kann sich ein tüchtiger Docent, wenn er auf den Effekt ausgeht, kaum vortheilhafter zeigen, als bei dem schildernden Vortrag. Es ist übrigens zu bemerken, daß es zwey Arten des letzteren giebt, die durch die Zeichnung, und das Colorit, etwas verschieden sind. Wir geben also ein Beyspiel von Schilderungen der niederen Haltung, und ein zweites von denen der höheren, die man beyde in ihrer Art musterhaft nennen kann. Erstes Beyspiel. Napoleon fühlte das Gefährliche seiner Lage, und erreichte so mit dem Reste seiner Armee die Berezyna. (Die Penultima ist kurz.) Hier ließ er am 24. Nov. 1812

Suche im Werk

Hilfe

Informationen zum Werk

Download dieses Werks

XML (TEI P5) · HTML · Text
TCF (text annotation layer)
TCF (tokenisiert, serialisiert, lemmatisiert, normalisiert)
XML (TEI P5 inkl. att.linguistic)

Metadaten zum Werk

TEI-Header · CMDI · Dublin Core

Ansichten dieser Seite

Voyant Tools ?

Language Resource Switchboard?

Feedback

Sie haben einen Fehler gefunden? Dann können Sie diesen über unsere Qualitätssicherungsplattform DTAQ melden.

Kommentar zur DTA-Ausgabe

Dieses Werk wurde im Rahmen des Moduls DTA-Erweiterungen (DTAE) digitalisiert. Weitere Informationen …

Jörn Bohr: Bereitstellung der Texttranskription. (2017-11-21T19:45:39Z) Bitte beachten Sie, dass die aktuelle Transkription (und Textauszeichnung) mittlerweile nicht mehr dem Stand zum Zeitpunkt der Übernahme des Werkes in das DTA entsprechen muss.
Christian Thomas: Bearbeitung der digitalen Edition. (2017-11-21T19:45:39Z)

Weitere Informationen:

Verfahren der Texterfassung: OCR mit Nachkorrektur.

Bogensignaturen: nicht übernommen; Druckfehler: dokumentiert; fremdsprachliches Material: keine Angabe; Geminations-/Abkürzungsstriche: keine Angabe; Hervorhebungen (Antiqua, Sperrschrift, Kursive etc.): gekennzeichnet; i/j in Fraktur: keine Angabe; I/J in Fraktur: Lautwert transkribiert; Kolumnentitel: keine Angabe; Kustoden: keine Angabe; langes s (ſ): als s transkribiert; Normalisierungen: dokumentiert; rundes r (ꝛ): wie Vorlage; Seitenumbrüche markiert: ja; Silbentrennung: aufgelöst; u/v bzw. U/V: keine Angabe; Vokale mit übergest. e: als ä/ö/ü transkribiert; Vollständigkeit: vollständig erfasst; Zeichensetzung: wie Vorlage; Zeilenumbrüche markiert: nein;

Nach dem Digitalisat (urn:nbn:de:bvb:12-bsb10447485-2; Signatur H. lit. u. 102m) der Bayerischen Staatsbibliothek München und dem vom Münchener Digitalisierungszentrum am 14.6.2017 bereitgestellten [OCR-]Volltext transkribiert [bzw. korrigiert] von Jörn Bohr. Stand: 15.11.2017. Die Beispiele sind im Original in einer kleineren Type als der Haupttext gedruckt. Auf eine Wiedergabe dieses typographischen Wechsels wurde bei der Transkription verzichtet. Sperrdruck im Original und Antiquasatz (für Fremdworte) wurde gleichermaßen als Sperrdruck ausgezeichnet.




Ansicht auf Standard zurückstellen

URL zu diesem Werk: https://www.deutschestextarchiv.de/fischer_collegienhefte_1826
URL zu dieser Seite: https://www.deutschestextarchiv.de/fischer_collegienhefte_1826/27
Zitationshilfe: Fischer, Christian August: Ueber Collegien und Collegienhefte. Bonn, 1826, S. 23. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/fischer_collegienhefte_1826/27>, abgerufen am 20.05.2022.