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Fontane, Theodor: Gedichte. Berlin, 1851.

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Es packt den Sänger Todesangst: in namen-
losem Leide
Hält fest er, wie ein zitternd Kind, sich an
Maria's Kleide,
Die tritt, halb Furcht halb Zorn im Blick, her-
vor ihn zu bewahren,
Umsonst, schon ist des Königs Schwert ihm durch
die Brust gefahren.
Es hält, die lange Nacht hindurch, Maria
Todtenwache,
Zum ersten Mal zieht durch ihr Herz der heiße
Wunsch nach Rache;
Die Morgensonne sah den Schwur auf ihrer
Lippe beben, --
Herr Darnley hat des Sängers Tod bezahlt
mit seinem Leben.

Es packt den Sänger Todesangſt: in namen-
loſem Leide
Hält feſt er, wie ein zitternd Kind, ſich an
Maria’s Kleide,
Die tritt, halb Furcht halb Zorn im Blick, her-
vor ihn zu bewahren,
Umſonſt, ſchon iſt des Königs Schwert ihm durch
die Bruſt gefahren.
Es hält, die lange Nacht hindurch, Maria
Todtenwache,
Zum erſten Mal zieht durch ihr Herz der heiße
Wunſch nach Rache;
Die Morgenſonne ſah den Schwur auf ihrer
Lippe beben, —
Herr Darnley hat des Sängers Tod bezahlt
mit ſeinem Leben.

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[159/0173] Es packt den Sänger Todesangſt: in namen- loſem Leide Hält feſt er, wie ein zitternd Kind, ſich an Maria’s Kleide, Die tritt, halb Furcht halb Zorn im Blick, her- vor ihn zu bewahren, Umſonſt, ſchon iſt des Königs Schwert ihm durch die Bruſt gefahren. Es hält, die lange Nacht hindurch, Maria Todtenwache, Zum erſten Mal zieht durch ihr Herz der heiße Wunſch nach Rache; Die Morgenſonne ſah den Schwur auf ihrer Lippe beben, — Herr Darnley hat des Sängers Tod bezahlt mit ſeinem Leben.

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Zitationshilfe: Fontane, Theodor: Gedichte. Berlin, 1851, S. 159. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/fontane_gedichte_1851/173>, abgerufen am 30.05.2024.