Eigenwillens sich sänftigen, Natur und Noth- wendigkeit wieder in ihre Schranken treten, der Friede sich so ziemlich herstellen lernte wird die Schöpferin eines solchen wieder- gegebenen Stilllebens dabei stehen bleiben? Wird sie es nur wollen? -- Sie hat eine Gewalt geübt, Was sich dieser unterordnete bleibt ihr unterthan.
Es giebt, daran ist kein Zweifel, schöne liebende Seelen, die mit unwiederstehlichem Zauber Verirrte in ihr seliges Reich sanf- ter Uebereinstimmung hinüberziehen, sie so halten und bewahren, und für diese und jene Welt nur beglücken können. Es giebt auch Andre, die kalt und kräftig, zu dem Gesetzlichen zwingen. Sie thun recht und scheuen niemand. Aber sie wollen auch stets recht haben, sie machen ihren Einfluß gel- tend, rücksichtslos für jedes, was der ge- wonnenen Ansicht entgegen, ihr zu hoch, oder zu unvereinbar mit ihren strengen, abge- schlossenen Geboten, dasteht. -- Solche, bleiben Störerinnen der häuslichen Ruhe, wie sie diese immerhin zu bewahren thätig
Eigenwillens ſich ſaͤnftigen, Natur und Noth- wendigkeit wieder in ihre Schranken treten, der Friede ſich ſo ziemlich herſtellen lernte wird die Schoͤpferin eines ſolchen wieder- gegebenen Stilllebens dabei ſtehen bleiben? Wird ſie es nur wollen? — Sie hat eine Gewalt geuͤbt, Was ſich dieſer unterordnete bleibt ihr unterthan.
Es giebt, daran iſt kein Zweifel, ſchoͤne liebende Seelen, die mit unwiederſtehlichem Zauber Verirrte in ihr ſeliges Reich ſanf- ter Uebereinſtimmung hinuͤberziehen, ſie ſo halten und bewahren, und fuͤr dieſe und jene Welt nur begluͤcken koͤnnen. Es giebt auch Andre, die kalt und kraͤftig, zu dem Geſetzlichen zwingen. Sie thun recht und ſcheuen niemand. Aber ſie wollen auch ſtets recht haben, ſie machen ihren Einfluß gel- tend, ruͤckſichtslos fuͤr jedes, was der ge- wonnenen Anſicht entgegen, ihr zu hoch, oder zu unvereinbar mit ihren ſtrengen, abge- ſchloſſenen Geboten, daſteht. — Solche, bleiben Stoͤrerinnen der haͤuslichen Ruhe, wie ſie dieſe immerhin zu bewahren thaͤtig
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Eigenwillens ſich ſaͤnftigen, Natur und Noth-
wendigkeit wieder in ihre Schranken treten,
der Friede ſich ſo ziemlich herſtellen lernte
wird die Schoͤpferin eines ſolchen wieder-
gegebenen Stilllebens dabei ſtehen bleiben?
Wird ſie es nur wollen? — Sie hat eine
Gewalt geuͤbt, Was ſich dieſer unterordnete
bleibt ihr unterthan.
Es giebt, daran iſt kein Zweifel, ſchoͤne
liebende Seelen, die mit unwiederſtehlichem
Zauber Verirrte in ihr ſeliges Reich ſanf-
ter Uebereinſtimmung hinuͤberziehen, ſie ſo
halten und bewahren, und fuͤr dieſe und
jene Welt nur begluͤcken koͤnnen. Es giebt
auch Andre, die kalt und kraͤftig, zu dem
Geſetzlichen zwingen. Sie thun recht und
ſcheuen niemand. Aber ſie wollen auch ſtets
recht haben, ſie machen ihren Einfluß gel-
tend, ruͤckſichtslos fuͤr jedes, was der ge-
wonnenen Anſicht entgegen, ihr zu hoch, oder
zu unvereinbar mit ihren ſtrengen, abge-
ſchloſſenen Geboten, daſteht. — Solche,
bleiben Stoͤrerinnen der haͤuslichen Ruhe,
wie ſie dieſe immerhin zu bewahren thaͤtig
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Fouqué, Caroline de La Motte-: Die Frauen in der großen Welt. Berlin, 1826, S. 242. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/fouque_frauen_1826/246>, abgerufen am 10.08.2024.
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