waren liebend und liebenswürdig geworden. Unbeschreibliches hatten sie verloren, Uner- meßliches wieder gewonnen!
So kann man also das schon Besessene einbüßen, und das Mangelnde erwerben.
Es wird als eine Beglaubigung der Bildung angenommen, und begründet den Ruf der Klugheit, daß man seine Schätze zu mehren verstehe. Wissen und Vollbrin- gen läuft in der Welt ohngefähr hierauf hinaus. Niemand zweifelt auch, daß zur Festhaltung und Begründung eines Daseins eine solide Basis gehöre. Die Wahrheit hiervon, springt auch dem Beschränktesten in's Auge. Sollte es nun, nach allem dem weniger klug, weniger nützlich sein, sich bei Zeiten ein solches Vermögen zu erwer- ben, das wirklich alles vermag, dessen ver- borgene Lebensadern durch das ganze Ge- triebe geistiger und weltlicher Thätigkeit hin- durchlaufen, immer größere Schätze herbei- führen, und den Besitz derselben gegen Feu- er und Wasser, gegen Bankerut, gegen Um- schlagen und Fallen der Papiere sicherte?
waren liebend und liebenswuͤrdig geworden. Unbeſchreibliches hatten ſie verloren, Uner- meßliches wieder gewonnen!
So kann man alſo das ſchon Beſeſſene einbuͤßen, und das Mangelnde erwerben.
Es wird als eine Beglaubigung der Bildung angenommen, und begruͤndet den Ruf der Klugheit, daß man ſeine Schaͤtze zu mehren verſtehe. Wiſſen und Vollbrin- gen laͤuft in der Welt ohngefaͤhr hierauf hinaus. Niemand zweifelt auch, daß zur Feſthaltung und Begruͤndung eines Daſeins eine ſolide Baſis gehoͤre. Die Wahrheit hiervon, ſpringt auch dem Beſchraͤnkteſten in’s Auge. Sollte es nun, nach allem dem weniger klug, weniger nuͤtzlich ſein, ſich bei Zeiten ein ſolches Vermoͤgen zu erwer- ben, das wirklich alles vermag, deſſen ver- borgene Lebensadern durch das ganze Ge- triebe geiſtiger und weltlicher Thaͤtigkeit hin- durchlaufen, immer groͤßere Schaͤtze herbei- fuͤhren, und den Beſitz derſelben gegen Feu- er und Waſſer, gegen Bankerut, gegen Um- ſchlagen und Fallen der Papiere ſicherte?
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waren liebend und liebenswuͤrdig geworden.
Unbeſchreibliches hatten ſie verloren, Uner-
meßliches wieder gewonnen!
So kann man alſo das ſchon Beſeſſene
einbuͤßen, und das Mangelnde erwerben.
Es wird als eine Beglaubigung der
Bildung angenommen, und begruͤndet den
Ruf der Klugheit, daß man ſeine Schaͤtze
zu mehren verſtehe. Wiſſen und Vollbrin-
gen laͤuft in der Welt ohngefaͤhr hierauf
hinaus. Niemand zweifelt auch, daß zur
Feſthaltung und Begruͤndung eines Daſeins
eine ſolide Baſis gehoͤre. Die Wahrheit
hiervon, ſpringt auch dem Beſchraͤnkteſten
in’s Auge. Sollte es nun, nach allem dem
weniger klug, weniger nuͤtzlich ſein, ſich bei
Zeiten ein ſolches Vermoͤgen zu erwer-
ben, das wirklich alles vermag, deſſen ver-
borgene Lebensadern durch das ganze Ge-
triebe geiſtiger und weltlicher Thaͤtigkeit hin-
durchlaufen, immer groͤßere Schaͤtze herbei-
fuͤhren, und den Beſitz derſelben gegen Feu-
er und Waſſer, gegen Bankerut, gegen Um-
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Fouqué, Caroline de La Motte-: Die Frauen in der großen Welt. Berlin, 1826, S. 268. In: Deutsches Textarchiv <https://www.deutschestextarchiv.de/fouque_frauen_1826/272>, abgerufen am 10.08.2024.
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